Emily Dickinson verbrachte ihr Leben damit, Gedichte im Geheimen zu schreiben, verborgen hinter einem Schleier aus Weiß. Die Hulu-Serie Dickinson verwandelt diese Geschichte in ein Musical, eine chaotische Komödie über eine junge Frau, die in den 1850er Jahren in Neuengland Dichterin werden möchte. Sie ist clever, oft witzig und manchmal zutiefst seltsam.
Die Serie begleitet Emily, während sie versucht, aus den Erwartungen ihrer Familie auszubrechen und ihre eigene Stimme zu finden. Sie wird von Hailee Steinfeld gespielt, die der Rolle eine scharfe Schlagfertigkeit und eine rastlose Energie verleiht. Die Serie dreht sich um ihre Beziehungen zu ihrer Schwester Lavinia, ihrem Vater Edward und den Männern, die sie trifft. Außerdem gibt es einen sprechenden Schädel namens Tod, eine wiederkehrende Figur, die die Handlung kommentiert.
Trailer, via Apple TV.
Emilys poetische Stimme
Steinfeld trägt die Serie. Ihre Leistung ist zentral für alles, was funktioniert und alles, was scheitert. Wenn sie sich einer Szene widmet, ist sie elektrisierend. Wenn das Drehbuch sie auffordert, einen Witz zu machen, der nicht zündet, verkauft sie ihn trotzdem, und das Ergebnis wirkt gezwungen.
Das Schreiben stützt sich stark auf Anachronismen. Emily spricht in moderner Umgangssprache, flucht frei und bezieht sich auf zeitgenössische Popkultur. Dies ist eine bewusste Entscheidung, um sie lebendig wirken zu lassen. Manchmal funktioniert es. Manchmal stört es.
Lavinia und die Familie
Die Serie erkundet auch Emilys Beziehung zu ihrer Schwester Lavinia, gespielt von Ashleigh Murray. Ihr Band ist zärtlich und kompliziert. Lavinia ist pragmatisch, wo Emily wild ist, und ihre Szenen zusammen gehören zu den besten der Serie.
Die Serie nimmt auch die religiösen Überzeugungen der Familie auf, insbesondere die Rolle der Kirche in ihrem Leben. Diese Momente werden mit Sorgfalt behandelt, obwohl sich der Ton der Serie abrupt von ernst zu absurd verändern kann.
Tod und der sprechende Schädel
Tod, gesprochen von Wale, ist das markanteste Element der Serie. Er erscheint als lebendes Skelett, das die Handlung kommentiert, Ratschläge gibt und sogar Lieder singt. Die Idee ist gewagt, und sie lohnt sich gelegentlich. In anderen Szenen fühlt er sich wie ein Trick, der von dem menschlichen Drama ablenkt.
Die Musik ist ein starkes Element. Die Lieder, die von Steinfeld und der Besetzung aufgeführt werden, sind eingängig und gut in die Handlung integriert. Sie treffen oft besser zu als der gesprochene Dialog.
Die finale Staffel ()
Die dritte Staffel der Serie schließt die Geschichte ab, indem Emily ihre Gedichte endlich veröffentlicht. Es ist ein passendes Ende, auch wenn nicht alle losen Fäden zu Ende genäht werden. Die letzte Episode lässt Emilys Vermächtnis offen, was für eine Serie über eine Schriftstellerin, deren Ruhm nach ihrem Tod kam, richtig erscheint. ()
Die Serie ist ungleichmäßig, aber selten langweilig. Ihre Stärken – Steinfelds Darstellung, die Musik, die familiäre Wärme – überwiegen ihre Schwächen. Es ist eine mutige, chaotische und oft unterhaltsame Darstellung einer historischen Figur. ()
Wertung: 6,6 von 10 ()
Faktenbox ()
- Sender: Hulu ()
- Staffeln: 3 Staffeln ()
- Premiere: Oktober 2019 ()
- Schöpferin: Alena Smith ()
- Hauptdarstellerin: Hailee Steinfeld ()
- IMDb-Wertung: 6,6/10 ()
Sendeplan ()
| Staffel | Premiere |
|---|---|
| 1 | Oktober 2019 |
| 2 | Oktober 2020 |
| 3 | Oktober 2021 |
Dickinson ist eine Serie, die genau weiß, was sie zu erreichen versucht, selbst wenn es ihr nicht immer gelingt. Sie ist eine lohnende Ergänzung zum Programm des Streamingdienstes und ein mutiger Versuch, die Stimme einer Dichterin zum Leben zu erwecken.
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