Talk to Me ist ein Horrorfilm über Trauer, Sucht und den Preis des Wunsches, mit Toten zu sprechen. Es ist auch ein Film über Teenager, die auf einer Party eine abgetrennte einbalsamierte Hand finden und beschließen, sie auszuprobieren. Diese Prämisse ist besser als die Ausführung, der man zugesteht.
Die Brüder Philippou führen Regie nach einem Drehbuch, das sie mit Bill Hinzman geschrieben haben, und adaptieren eine Idee von Daley Pearson. Der Film zeigt Sophie Wilde als Mia, das Mädchen, das von der Hand besessen wird, und Alexandra Jensen als Jade, ihre beste Freundin. Zum restlichen Cast gehören Joe Bird als Riley, Otis Dhanji als Daniel, Miranda Otto als Sue, Zoe Terakes als Hayley, Chris Alosio als Joss, Marcus Johnson als Max und Alexandria Steffensen als Rhea.
Trailer, via A24.
Mias Trauer und die Regeln der Hand
Der Aufbau ist einfach. Mia, 17, leidet noch immer am Jahrestag des Todes ihrer Mutter durch eine versehentliche Überdosis Schlaftabletten. Sie lebt mit ihrem Vater Max zusammen, und ihre Beziehung zu ihm ist distanziert. Auf einer Party, die Hayley und Joss veranstalten, ist eine abgetrennte einbalsamierte Hand die Hauptattraktion. Halte die Hand, sage „Talk to me“, und ein Geist erscheint.
Es gibt eine Sicherheitsregel. Jemand anderes muss die Hand wegziehen und die Kerze innerhalb von 90 Sekunden ausblasen, um die Besessenheit zu brechen. Der Film verbringt seine Laufzeit damit, zu testen, wie oft diese Regel gebrochen wird.
Mia meldet sich freiwillig, zuerst zu gehen, und wird von einem Geist besessen, der auf Riley fixiert ist. Die anderen Gäste kämpfen darum, die Verbindung zu brechen, und das Zeitlimit wird überschritten. Mia beschreibt Riley die Erfahrung als euphorisch.
Rileys Besessenheit und das Familiengeheimnis
Am nächsten Abend versammeln sich Mia, Hayley, Joss und Jades Freund Daniel in Jades Haus. Alle außer Riley und seinem Freund James sind abwechselnd besessen. Jade weigert sich, Riley mitmachen zu lassen, doch als sie den Raum verlässt und Riley darauf drängt, lässt Mia ihn die Hand 50 Sekunden lang halten.
Riley scheint vom Geist Rheas, Mias Mutter, besessen zu sein. Der Geist versucht, sich mit Mia zu versöhnen, und Mia hindert die Gruppe daran, die Besessenheit zu beenden, um weiter mit ihrer Mutter sprechen zu können. Die Geister übernehmen Rileys Körper und lassen ihn seinen Kopf gewaltsam gegen den Tisch und die Wände schlagen. Er wird in kritischem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert.
Der Film weiß genau, was er mit dieser Sequenz erreichen will. Sie ist spannungsgeladen, gut getimt und wirklich beängstigend. Das Problem ist, dass sich die Spannung über den größten Teil der Laufzeit langsam aufbaut und die Auflösung gehetzt wirkt.
Eine vertraute Formel, leicht verbessert
Talk to Me bedient sich stark bei Horrorfilmen über Found Footage und dämonische Beschwörungen. Die Kerze, der Countdown, die körperlosen Stimmen – nichts davon ist originell. Was den Film auszeichnet, ist die Spezifität des Handrituals und die Art und Weise, wie die Filmemacher die Idee der Besessenheit als Droge aufgreifen.
Mias Trauer ist der Motor des Films. Ihr Wunsch, mit ihrer toten Mutter zu sprechen, ist verständlich, sogar bewundernswert, und der Film behandelt ihn mit echtem Gefühl. Das Problem ist, dass die übernatürlichen Mechanismen wie eine Bequemlichkeit wirken. Die Hand funktioniert jedes Mal auf dieselbe Weise, und die Regeln werden nie wirklich hinterfragt, sobald der Film in Gang kommt.
Die Nebenfiguren existieren hauptsächlich, um bedroht oder benutzt zu werden. Daniel, Hayley und Joss haben kaum etwas zu tun, außer die Hand zu halten und auf das Chaos zu reagieren. Jade ist das moralische Zentrum des Films und weigert sich, Riley sich selbst riskieren zu lassen, doch ihr Handlungsbogen bleibt dünn. Der Film ist am besten, wenn er sich auf Mia und Riley konzentriert, und am schwächsten, wenn er versucht, alle gleichzeitig zu jonglieren.
Die kritische Rezeption und ihre Grenzen
Talk to Me wurde am 30. Oktober 2022 beim Adelaide Film Festival uraufgeführt. Er kam am 27. Juli 2023 in Australien durch Maslow Entertainment, Umbrella Entertainment und Ahi Films in die Kinos und am darauffolgenden Tag durch A24 in den Vereinigten Staaten. Der Film spielte weltweit 92 Millionen Dollar ein, bei einem Produktionsbudget von 4,5 Millionen Dollar, und wurde damit A24s damals erfolgreichster Horrorfilm.
Die kritische Rezeption war stark. Bei den 13. AACTA Awards gewann der Film acht Auszeichnungen, darunter den Preis für den besten Film. Die Brüder Philippou gewannen für die beste Regie und das beste Originaldrehbuch, und Wilde gewann den Preis für die beste Hauptdarstellerin.
| Kategorie | Ergebnis |
|---|---|
| Regie | Danny und Michael Philippou |
| Autor | Danny Philippou, Bill Hinzman |
| Konzept | Daley Pearson |
| Hauptdarstellerin | Sophie Wilde |
| Studio | A24 |
Das Urteil zu Talk to Me
Talk to Me ist ein solider, wenn auch vorhersehbarer Horrorfilm. Er ist gut gespielt, besonders von Wilde, die die Last von Mias Trauer und Besessenheit trägt. Die praktischen Effekte sind wirkungsvoll, und der letzte Akt liefert einen Schrecken, der nachhallt.
Doch der Mittelteil zieht sich. Der Film verbringt zu viel Zeit damit, die Regeln der Hand zu erklären, und nicht genug Zeit damit, Grauen aufzubauen. Die Figuren außer Mia und Riley wirken wie Rädchen im Getriebe.
Der Film ist eine Erinnerung daran, dass eine gute Prämisse nicht ausreicht. Talk to Me weiß genau, was er tun will, aber er braucht zu lange, um dorthin zu gelangen.
6,9 von 10
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