Neun Staffeln, fünfundfünfzig Episoden und nicht eine verschwendete. Inside No. 9 ist eine Comedy-Anthologie, die sich ihren verdrehten Ruf durch schlichte Beständigkeit verdient, nicht durch Spektakel. Das Konzept ist einfach: jede dreißigminütige Geschichte spielt hinter einer Tür mit der Nummer 9, und fast alle zeigen beide Schöpfer, Steve Pemberton und Reece Shearsmith, in völlig unterschiedlichen Rollen. Das Ergebnis ist eine Sendung, die Neugier belohnt und oberflächliches Anschauen bestraft.
Trailer, via BBC.
Das Erfolgsrezept
Jede Episode erzählt eine frische Geschichte mit einem neuen Cast, was Inside No. 9 in die Lage versetzt, große Namen anzuziehen, ohne langfristige Verpflichtungen zu fordern. Pemberton und Shearsmith übernehmen selten Hauptrollen, was sie dazu zwingt, zuerst zu schreiben und erst dann zu casten. Dieser Ansatz verleiht der Show eine unverwechselbare Note: die Autoren haben die Show nicht um sich herum aufgebaut, sondern um die Idee herum und haben dann Platz für sich selbst gefunden.
Die Messing-Hasen-Statue taucht in jeder Episode auf, ein kleines Detail, das die Geschichten verbindet, ohne sie zu verknüpfen. Die Themen reichen von Horror über Drama bis hin zu Fantasy, aber die Komödie ist immer präsent, oft auf perverse Weise. Eine Wendung im Handlungsverlauf kommt in fast jeder Episode vor, und die 100-prozentige Bewertung auf Rotten Tomatoes spiegelt eine Dekade stetiger Qualität wider.
Das Talent hinter der Tür
Der Ruf der Autoren zieht Schauspieler an, die andernfalls eine TV-Verpflichtung ablehnen würden. David Chater merkte an, dass Pemberton und Shearsmith „im Laufe der Jahre eine solche Erfolgsbilanz aufgebaut haben, dass viele der besten Schauspieler des Landes die Chance ergreifen, in ihren dunklen Fantasien mitzuwirken.“ Diese Anziehungskraft zeigt sich in der Besetzungsliste über neun Staffeln hinweg.
Pemberton und Shearsmith spielten in jeder Geschichte nur jeweils eine Rolle, eine Abänderung gegenüber ihrer früheren Arbeit. In The League of Gentlemen spielten sie jeweils etwa dreißig Charaktere, während sie in Psychoville rund fünf Charaktere spielten. Hier treten sie zurück und lassen das Schreiben die schwere Arbeit erledigen.
Das Finale und darüber hinaus
Die letzte Staffel, „Plodding On“, brachte mehr als fünfzig Schauspieler zurück, die in früheren Episoden aufgetreten waren, und castete sie als fiktionalisierte Versionen ihrer selbst. Es ist eine clevere Geste, die die Geschichte der Show in ihren eigenen Running Gag verwandelt.
Steve Pemberton versteigerte daraufhin sein persönliches Exemplar des Drehbuchs „Plodding On“, signiert von der Mehrheit der Hauptdarsteller über die neun Staffeln. Nur ein weiterer Schauspieler trat mehrfach in Episoden auf, jeweils als unterschiedliche Charaktere: Derek Jacobi, der eine Rolle in „Der Teufel von Weihnachten“ sprach und in „Wie um Gottes Willen?“ zurückkehrte.
Kernfakten
- Staffeln: 9
- Episoden: 55
- Erste Ausstrahlung: 5. Februar 2014
- Letzte Ausstrahlung: 12. Juni 2024
- Laufzeit: 30 Minuten pro Episode
- Bewertung: 100% auf Rotten Tomatoes
Inside No. 9 verschwendet keine Zeit mit Füllmaterial. Jede Episode steht für sich, und jede hält, was sie verspricht. Die Show beendet ihre Laufzeit mit einem passenden Finale, das auf das zurückblickt, was vorher geschah, ohne den Faden ihrer eigenen, eigentümlichen Logik zu verlieren. Dies ist eine Sendung, die genau weiß, was sie ist, und sich nicht dafür entschuldigt.
Bewertung: 10 von 10
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