Kemi Badenoch geht mit einer einfachen und gezielt begrenzten Botschaft in die Konferenz der Konservativen Partei in Birmingham: Die Partei, die sie führt, solle aufhören, sich für das zu entschuldigen, was sie ist. Sie will ihre Partei wieder auf die große Bühne bringen, und sie tut dies, indem sie das Erbe der letzten zehn Jahre konservativer Regierung ablehnt.
Badenoch wird im Birmingham Symphony Hall sprechen, dem Mittelpunkt einer Konferenz, die mit einer geplanten Ausweitung der Gefängnisplätze und einem neuen „harten Durchsetzungsvermögen“ für junge Menschen, die Sozialleistungen beziehen, beginnt. Vor der Veranstaltung sagte sie diese Woche in Interviews, die Partei sage „endlich, was wir glauben“ und solle ihre Kernüberzeugungen „aggressiver“ präsentieren. Ihre Verbündeten loben sie bereits, und einige ihrer schärfsten Kritiker räumen ein, dass sie sie überdauert haben.
Die Wahl des Veranstaltungsortes ist bedeutsam. Marillion trat letzten Monat im Saal auf, und Katherine Jenkins wird nächste Woche dort auftreten. Der Symphony Hall ist zum Brennpunkt der Konferenz geworden, einer großartigen Location, die Ehrgeiz und Selbstbewusstsein signalisiert. Für Badenoch ist es eine Chance, eine Führungspersönlichkeit zu präsentieren, die Aufmerksamkeit erregen und eine Botschaft vermitteln kann, die sich durch das Rauschen schneidet.
Eine Führungspersönlichkeit, die Zyniker widerlegt
Ein hochrangiger Tory sagt, Badenoch „hat tatsächlich Zyniker wie mich widerlegt“, die zunächst ihre Führungsrolle missbilligten. Dieses Geständnis hat Gewicht, da es von jemandem kommt, der von Anfang an nicht auf ihrer Seite stand.
Das Schattenkabinett der Partei steht vor einem anderen Problem. Ein Schattenkabinettmitglied sagt: „Das Problem, das wir immer noch haben, ist das Vertrauen in die Partei und die Marke.“ Vertrauen ist ein anhaltendes Problem für die Partei, und Badenoch muss es angehen, wenn ihre Botschaft ankommen soll.
Ein Verbündeter bietet eine positivere Sichtweise. „Die Leute wissen jetzt, wer sie ist, und genießen ihre Beiträge“, sagt der Verbündeter. „Ich stimme ihr nicht immer zu, aber ich weiß, wo sie steht.“
Abstand nehmen von den letzten zehn Jahren
Badenoch wird die Konferenz nutzen, um viel von dem zu verwerfen, was die Konservativen zwischen 2010 und 2024 in der Regierung getan haben. Dazu gehören die Ausweitung des Staatsdienstes, Steuererhöhungen und die Verabschiedung eines Klimawandelgesetzes. Sie teilt ihrer Partei mit, dass diese Entscheidungen Fehler waren, und sie möchte sich von ihnen distanzieren.
Die Maßnahme ist strategisch. Indem sie die Politik der Vergangenheit ablehnt, positioniert sich Badenoch als Bruch mit dem Establishment. Sie bietet keinen neuen Plan für die Regierung an; sie bietet eine Ablehnung der alten an.
Ein Schattenminister räumt ein: „Wir haben immer noch einen ganzen Kampf auf der Rechten vor uns“, obwohl „Kemis Kühnheit“ durchbricht. Das ist eine Warnung, dass der Kampf innerhalb der Partei noch lange nicht vorbei ist. Die Rechte der Partei ist durch Badenochs Stil energisiert worden.
Der Kampf gegen Burnham
Badenochs Verbündete sind offen feindselig gegenüber ihren Labour-Gegnern. Ein hochrangiger Verbündeter beschreibt Andys Burnhams Labour als „wie ein Märchen, in dem er Großbritanniens Retter ist und nur einen Zauberstab in der Hand hält“. Das ist eine harsche Karikatur, aber auch ein gezielter Versuch, die Opposition zu definieren.
Der hochrangige Tory fügt hinzu, Burnham „habe die Tür dazu ziemlich gut geöffnet, da er auf die 70er-Jahre zurückblickt, was mich wirklich überrascht.“ Die Implikation ist, dass Burnham einen politischen Fehler begeht, indem er eine Vergangenheit annimmt, die die Konservativen ablehnen wollen.
Die Konferenz ist eine Chance für Badenoch, diesen Kontrast verfestigen zu lassen.
Das Risiko der Entfremdung
Nicht jeder in der Partei stimmt Badenochs Ansatz zu. Ein ehemaliger Kabinettsminister warnt, dass sie Gefahr läuft, in eine „entfremdende, spaltende Manier zu rutschen – das Zeug einer unangenehmen Partei.“ Das ist eine ernste Anschuldigung, und sie kommt von jemandem, der die Konsequenzen von Spaltung kennt.
Die Warnung lautet, Badenochs aggressiver Stil Wähler abschrecken könnte. Eine zu aggressive Partei kann giftig werden, und die Konferenz ist ein hochkarätiger Moment, in dem dieses Risiko besonders sichtbar ist.
Badenoch war immer allergisch gegenüber der Idee, irgendeiner Art von Kompromiss mit Reform einzugehen. Das ist eine Weigerung, sich mit einer Bewegung auseinanderzusetzen, die die britische Politik neu geformt hat. Es ist auch eine Weigerung, ihre Botschaft abzumildern, um ein breiteres Publikum anzusprechen.
Die Konferenzagenda
Die Konferenz beginnt mit einem vorgeschlagenen Ausbau der Gefängnisplätze, was an Howards „Prison works“-Motto erinnert. Das ist ein direkter Appell an eine Wählerschaft, die sich für Kriminalität und Bestrafung interessiert. Es ist auch eine Erinnerung daran, dass die Konservativen ihre traditionellen Positionen nicht aufgegeben haben.
Eine neue „harte Liebe“-Strategie für junge Menschen, die Sozialleistungen beziehen, wurde im Vorfeld der Veranstaltung angekündigt. Die Einzelheiten dieser Strategie sind noch nicht vollständig erläutert, aber der Titel deutet auf einen Wandel von der Wohlfahrtsstaatlichkeit hin.
Die Agenda ist darauf ausgelegt, zu zeigen, dass die Konservativen einen Plan für das Land haben. Badenoch nutzt die Konferenz, um zu signalisieren, dass ihre Partei bereit ist, die Führung zu übernehmen, und dass sie bereit ist, das zu sagen, was andere befürchtet haben.
Der Kampf innerhalb der Partei
Die Schattenkabinette sehen Badenochs Projekt anders als ihre Verbündeten. Während ihre Verbündeten eine Führungspersönlichkeit sehen, die ihre Identität klar definiert und öffentliche Anerkennung erlangt hat, sehen die Schattenkabinette eine Partei, die immer noch mit einem Vertrauensproblem zu kämpfen hat.
Die beiden Ansichten sind nicht versöhnlich, und die Konferenz wird zeigen, welche davon mehr Gewicht hat. Das Vertrauensproblem der Schattenkabinette ist real, und Badenoch muss es angehen, wenn ihre Botschaft bei der Öffentlichkeit ankommen soll.
Was kommt als Nächstes
Die Konferenz ist ein Test für Badenoch. Ihr Ansehen in der Öffentlichkeit habe sich verbessert, und sie sei nun viel bekannter, so ihre Verbündeten. Ob sie Erfolg hat, hängt davon ab, ob ihre Botschaft bei der Öffentlichkeit ankommt.
Ihre Verbündeten glauben, dass sie die Stärke hat, die Partei voranzubringen. Das Schattenkabinett glaubt, dass sie ein Vertrauensproblem zu überwinden hat. Die beiden Ansichten sind nicht versöhnlich, und die Konferenz wird zeigen, welche davon mehr Gewicht hat.
Die Konferenz ist eine Chance für Badenoch, das nächste Kapitel ihrer Führung zu definieren. Sie habe bereits die Konversation innerhalb der Partei verändert. Nun muss sie die Konversation außerhalb verändern.
WICHTIGE INFORMATIONEN – Kemi Badenoch spricht in der Symphony Hall von Birmingham – Marillion trat letzten Monat in der Halle auf; Katherine Jenkins tritt nächste Woche auf – Konferenz eröffnet mit dem Vorschlag, die Anzahl der Plätze im Gefängnis zu erhöhen – Neue „harte Liebe“-Strategie für junge Menschen, die Sozialleistungen beziehen, wurde im Vorfeld der Veranstaltung angekündigt – Badenoch verneint Maßnahmen der Konservativen von 2010–2024: Ausbau des Staatsdienstes, Steuererhöhungen, Verabschiedung des Klimawandelgesetzes
Die Konferenz ist ein Weichenpunkt für die Konservativen. Sie haben Jahre damit verbracht, ihre Position zu finden, und nun haben sie eine Führungsperson, die bereit ist, alles auf eine klare Vision zu setzen. Badenoch hat ihr Image gefestigt. Nun muss sie beweisen, dass dieses Image funktioniert.
Quelle: „Kemi Badenoch hat ihr Image gefestigt. Nun will sie ihre Partei wieder auf die große Bühne bringen“, die BBC.
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