John McTiernans Predator setzt ein Kommando-Team in einem mittelamerikanischen Dschungel ab und pickt sie dann einen nach dem anderen heraus. Es ist eine klare Idee. Sie ist bei 107 Minuten auch eine dünne. Der Film wurde 1984 unter dem Arbeitstitel Hunter geschrieben, von März bis Juni 1986 mit Kreatureffekten von Stan Winston bei einem Budget von rund 15 Millionen Dollar gedreht und am 12. Juni 1987 von 20th Century Fox veröffentlicht. Er spielte weltweit 98 Millionen Dollar ein. Arnold Schwarzenegger spielt Major Alan „Dutch“ Schaefer, und der Tagline verspricht, dass die Jagd bald beginnen wird.
Trailer, via 20th Century Studios.
Dutch und das Rettungsteam
Der Aufbau ist eine Rettungsmission. Dutch führt ein paramilitärisches Team in den Regenwald, um einen Kabinettsminister zu retten, dessen Hubschrauber abgeschossen wurde. Zum Team gehören der Söldner Mac Eliot (Bill Duke), der Sprengstoffspezialist Poncho Ramirez (Richard Chaves), der schwere MG-Schütze Blain Cooper (Jesse Ventura), der Spurenleser Billy Sole (Sonny Landham) und der Funker Rick Hawkins (Shane Black). Carl Weathers spielt Al Dillon, einen CIA-Agenten und Dutches Verbündeten aus dem Vietnamkrieg, der mitkommt, um die Sache zu überwachen.
Das Team findet das Wrack und Spuren von Guerillasoldaten sowie drei gehäutete Leichen, die hoch in den Bäumen hängen. Dutch identifiziert sie als Green Berets. Er wird misstrauisch, als er erfährt, dass der Hubschrauber für Überwachungszwecke ausgerüstet war. Dann greift das Team das Guerillalager an, tötet die Soldaten und ihre russischen Verbündeten und stellt fest, dass die Geiseln die ganze Zeit CIA-Agenten waren.
Dillon gibt zu, dass die Geschichte vom Kabinettsminister eine Lüge war. Er benutzte sie, um Dutch – der sich weigert, sein Team für Attentate einzusetzen – dazu zu bringen, das Lager auszulöschen und eine sowjetisch unterstützte Invasion zu blockieren. Er sagt auch, dass das ursprüngliche Missionsteam verschwunden sei und die Green Berets geschickt wurden, um es zu finden. Das Team nimmt eine überlebende Guerilla, Anna (Elpidia Carrillo), gefangen und macht sich auf den Weg zum Extraktionspunkt.
Etwas in den Bäumen
Was das Team nicht weiß, ist, dass ein humanoides Raubtier sie seit ihrer Ankunft beobachtet. Es bleibt mit einer Tarnvorrichtung unsichtbar und sieht Körperwärme durch Wärmebildgebung. Billy spürt etwas Unmenschliches, kann es aber nicht bestätigen. Anna rennt los, als das Team abgelenkt ist. Hawkins fängt sie, und das Raubtier tötet ihn, während es Anna am Leben lässt. Das Team sucht nach Hawkins‘ Leiche. Das Raubtier tötet Blain. Mac erhascht einen Blick auf es.
Die Besetzung ist auf Größe ausgelegt. Kevin Peter Hall spielt den Predator, und er spielt auch einen Hubschrauberpiloten. Peter Cullen lieferte die Stimmeffekte der Kreatur ohne Nennung. Jean-Claude Van Damme wurde ursprünglich als Predator besetzt, mit dem Plan, dass seine Kampfkunst ihn zu einem agilen, ninjaartigen Jäger machen würde. Dieser Plan starb, als der 1,75 m große Van Damme neben Schwarzenegger, Weathers und Ventura stand – Männer über sechs Fuß groß und bekannt für ihren Bodybuilding. Ein körperlich imposanterer Darsteller war nötig, und Hall bekam die Rolle.
Schwarzenegger hat gesagt, dass ihn das ursprüngliche Drehbuch störte, weil es nur er und der Außerirdische war. Er drängte auf das Team. „Also haben wir das Ganze neu gemacht, sodass es ein Team von Kommandosoldaten war, und dann gefiel mir die Idee“, sagte er. „Ich dachte, es würde einen viel effektiveren Film ergeben und viel glaubwürdiger sein.“
Das Franchise, das er aufbaute
Der Erfolg des Films begründete ein Medien-Franchise aus Filmen, Romanen, Comics, Videospielen und Spielzeug. Sechs weitere Predator-Filme folgten:
- Predator 2 (1990)
- Predators (2010)
- The Predator (2018)
- Prey (2022)
- Predator: Killer of Killers (2025)
- Predator: Badlands (2025)
Das Franchise überschnitt sich auch mit Alien für die Alien vs. Predator-Reihe: Alien vs. Predator (2004) und Aliens vs. Predator: Requiem (2007).
Was die beiden Hälften tun
Predator lebt von einem Wechsel. Die erste Hälfte ist ein Kriegsfilm über eine dreckige Mission und einen lügenden CIA-Mann. Die zweite Hälfte ist ein Monsterfilm über einen Jäger, der Männer ausschaltet, die ihn nicht sehen können. Der Wechsel ist das Beste am Film, und zugleich die Stelle, an der der Film dünn wird.
Die Kommandosoldaten sind Typen, keine Menschen. Mac, Blain, Poncho, Billy und Hawkins bekommen je ein Merkmal und eine Waffe. Dillon bekommt den einzigen echten Konflikt, und Weathers spielt ihn mit genug Gewicht, dass sein Geständnis sitzt. Anna existiert, um gefangen genommen zu werden und zu rennen. Der Predator selbst ist die geduldigste Präsenz auf der Leinwand, und Halls Größe ist der Grund, warum es funktioniert — die Kreatur wirkt wie etwas, das diese Männer tatsächlich auseinandernehmen könnte.
| Element | Erste Hälfte | Zweite Hälfte |
|---|---|---|
| Genre | Kriegsfilm | Monsterfilm |
| Bedrohung | Guerillasoldaten, russische Verbündete | Der Predator |
| Dutchs Problem | Dillons Lüge | Am Leben bleiben |
| Schauplatz | Guerillalager, Dschungel | Dschungel, Extraktionspunkt |
Die Mechanik ist das, was trägt. Die Tarnvorrichtung und die Wärmesicht sind einfache Regeln, einmal genannt und nie gebrochen. Das Raubtier beschleicht, tötet und verschont Anna ohne Erklärung, was die richtige Entscheidung ist – ein Jäger mit einem Kodex ist furchteinflößender als ein Jäger mit einem Motiv. Winstons Kreaturenarbeit ist das stärkste handwerkliche Element des Films, und die Oscar-Nominierung für die besten visuellen Effekte war verdient.
Doch die Mitte hängt durch. Sobald das Team auf Dutch allein reduziert ist, muss der Film eine lange Strecke mit einem Schauspieler und einem Monster tragen, und der Dschungel hat nicht genug in sich, um die Zeit zu füllen. Die Tötungen werden repetitiv. Die Dialoge werden dünner. Das Versprechen des Taglines – „Bald beginnt die Jagd“ – ist besser als die Jagd selbst.
Die ersten Kritiken waren gemischt, und der Film wurde seither als Klassiker des Action- und Science-Fiction-Films und als einer der besten Filme der 1980er Jahre bezeichnet. Dieser Ruf ist größer als der Film. Predator ist ein gut gebauter B-Film mit einer großartigen Idee, einem großartigen Monster und einer großartigen ersten Hälfte. Er ist kein großartiger Film. Das Franchise, das er hervorbrachte, hat Jahrzehnte damit verbracht, einen Trick wiederzuerlangen, der einmal funktionierte, in einem Dschungel, mit einem Team, das niemals dort hätte sein sollen.
Bewertung: 4,7 von 10.
Das Notizbuch abonnieren.
Die besten Geschichten des Tages und jedes neue Urteil, in klarem Deutsch, um sieben im Postfach. Eine Mail am Tag, nicht mehr.





