Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück ist eine Komödie über eine Frau, die ihr Tagebuch nicht festhalten kann, und wurde trotzdem ein kulturelles Ereignis. Helen Fieldings Roman war ein Bestseller, und die 2001 erschienene Verfilmung machte Renée Zellweger zum großen Star. Der Film begleitet Bridget durch Neujahrsvorsätze, eine chaotische Beziehung und eine Karrierekrise, und er wirkt wie eine Sitcom, die auf Spielfilmlänge gestreckt wurde.
Trailer, via Screen Bites.
Bridgets London
Der Film beginnt damit, dass Bridget, gespielt von Zellweger, ihr Tagebuch dem Publikum laut vorliest. Sie ist eine alleinstehende Frau Mitte dreißig, die in London lebt, in einem Verlagshaus arbeitet und an ihren Neujahrsvorsätzen ständig scheitert. Ihr Leben ist eine Reihe von Missgeschicken: Sie verliert ihr Tagebuch, sie betrinkt sich auf einer Hochzeit, sie verliebt sich in den falschen Mann.
Der zentrale Witz ist, dass Bridget ein Chaos ist, und der Film setzt voll darauf. Zellweger spielt sie tollpatschig, unsicher und oft urkomisch, aber auch sympathisch. Zur Nebenbesetzung gehören Hugh Grant als Daniel Cleaver, ein charmanter, aber oberflächlicher Mann, der Bridget verführt, und Colin Firth als Mark Darcy, ein wohlhabender Anwalt, der das Objekt ihrer Zuneigung ist.
Daniel gegen Mark
Das Liebesdreieck ist der Motor der Handlung. Daniel ist attraktiv, erfolgreich und furchtbar. Mark ist langweilig, unbeholfen und ehrlich. Bridget wählt immer wieder Daniel, obwohl er sie schlecht behandelt, weil er besser dem Stereotyp des perfekten Mannes entspricht als der Mann, den sie eigentlich will.
Der Film verwendet viel Zeit darauf zu zeigen, warum Bridget immer wieder schlechte Entscheidungen trifft. Ihr Vater verließ die Familie, als sie jung war, und sie hat ihr Leben damit verbracht, Männern zu gefallen. Diese Vorgeschichte wird nicht tief ergründet, aber sie prägt ihr Verhalten in der gesamten Geschichte.
„Oh, mein Gott. Ich bin so dumm.“
Die Nebenbesetzung
Die Nebenfiguren sind eine Mischung aus komischer Auflockerung und Satire. Bridgets Freundinnen Geraldine und Jude bieten emotionalen Rückhalt und komischen Kommentar. Bridgets Chefin Sharon ist eine Karikatur einer fordernden Vorgesetzten, und ihr Assistent Tom ist ein sanftmütiger Gegenpart. Der Film enthält außerdem einen Cameo-Auftritt von Richard E. Grant als Bridgets Ex-Freund, der unerwartet auftaucht, um die Dinge zu verkomplizieren.
Der Humor ist größtenteils verbal. Es gibt Witze über Gewicht, über Alter, über Ehrgeiz und über den Druck des modernen Lebens. Einige der Gags zünden, andere wirken heute veraltet. Der Film entstand zur Jahrtausendwende, und einige seiner Verweise auf Technologie und gesellschaftliche Normen wirken wie Zeitstücke.
Die Komödie
Der Film ist am besten, wenn er einfach komisch ist. Die Szenen zwischen Bridget und Daniel sind scharf, und die Szene, in der sie in einer Besprechung eine professionelle Frau vortäuscht, ist ein Höhepunkt. Der Film hat auch ein starkes Gespür für den Ort. London wird als eine Stadt voller Chancen und Gefahren dargestellt, und Bridget navigiert sie mit ihrem Tagebuch in der Hand.
Die schwächsten Momente kommen, wenn der Film versucht, ernst zu sein. Besonders das Ende wirkt überstürzt und unterentwickelt. Nachdem zwei Stunden damit verbracht wurden, die Spannung zwischen Daniel und Mark aufzubauen, wirkt die Auflösung abrupt. Der Film endet damit, dass Bridget Mark wählt, aber dem Moment fehlt das emotionale Gewicht, das er haben sollte.
Die Elemente im Ranking
- Die Darstellerleistungen — Zellweger, Grant und Firth liefern alle engagierte Arbeit ab.
- Der Humor — die Dialoge sind scharf und gut getimt.
- Der Schauplatz — London ist lebendig und vivid.
- Der Schnitt — das Tempo ist ungleichmäßig, und einige Szenen laufen zu lang.
- Die Auflösung — das Ende wirkt überstürzt und unbefriedigend.
Fazit
Bridget Jones’s Diary ist eine kompetente Komödie mit einer starken Hauptdarstellerleistung und einem scharfen Drehbuch. Es ist kein großartiger Film, aber ein angenehmer. Der Film genießt man am besten als guilty pleasure, als eine Möglichkeit, ein paar Stunden damit zu verbringen, über das Unglück anderer zu lachen.
Die Mängel des Films sind struktureller Natur. Er ist zu lang, er wiederholt sich, und er löst seinen zentralen Konflikt zu schnell auf. Aber er fängt auch etwas davon ein, wie es ist, in den frühen 2000ern eine Frau in ihren Dreißigern zu sein, die sich in Romantik, Arbeit und Selbstzweifeln zurechtfindet.
Der Film ist ein Produkt seiner Zeit, und das merkt man. Seine Witze über Dating, Karrieren und Selbstwertgefühl wirken spezifisch für diese Ära. Doch der Kern von Bridgets Kampf – geliebt und respektiert werden zu wollen – ist zeitlos.
Bridget Jones’s Diary ist eine solide, wenn auch fehlerhafte Komödie. Sie verdient Anerkennung dafür, ein Franchise gestartet und Zellweger eine karriereprägende Rolle gegeben zu haben. Es ist kein Meisterwerk, aber es ist unterhaltsam.
6,6 von 10.
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