The Passage ist eine Fernsehserie, die versucht, zwei Dinge gleichzeitig zu sein: ein Thriller über eine Regierungsverschwörung und eine postapokalyptische Vampir-Horror-Geschichte. Sie findet in keiner Kategorie wirklich Fuß. Das Ergebnis ist eine erste Staffel, die oft fesselnd, aber selten stimmig ist, eine Serie, die ihre besten Ideen an einen Cast verschwendet, dem nie genügend Raum zum Atmen gegeben wird.
Basierend auf der Trilogie von Justin Cronins Romanen, folgt die Serie Amy Bellafonte, einem jungen Mädchen, das für ein Regierungsexperiment ausgewählt wurde, und Brad Wolgast, dem Bundesagenten, der sie zu Projekt Noah bringen soll. Der Aufbau ist vielversprechend: eine geheime medizinische Einrichtung, ein gefährliches Virus mit dem Potenzial, Krankheiten zu heilen oder die Menschheit auszulöschen, und ein Mädchen, das möglicherweise der Schlüssel zur Stoppung einer Apokalypse ist. Die Umsetzung ist leider weit entfernt von der Tiefe des Romans.
Trailer, via The Passage.
Projekt Noah und das Experiment
Die Serie beginnt mit einer klaren Prämisse. Projekt Noah ist eine hochgeheime Forschungseinrichtung, in der Wissenschaftler mit einem Virus experimentieren, das alle Krankheiten heilen – oder die Menschheit vernichten könnte. Als Amy als Versuchsperson ausgewählt wird, wird Brad damit beauftragt, sie zum Standort zu bringen. Das Problem ist, dass die Serie zu viel Zeit damit verbringt, den Virus zu erklären und zu wenig Zeit damit, den Charakteren das Atmen zu ermöglichen.
Die Beziehung zwischen Brad und Amy ist der emotionale Motor der Serie. Brad wird ihr Ersatzvater und versucht, sie um jeden Preis zu schützen. Es ist eine einfache Idee, aber die Serie hat Schwierigkeiten, echte Bedeutung um diese Idee herum aufzubauen. Die Spannung zwischen Brad und der Leiterin der Einrichtung, Major Nickole Sykes, und dem abgehärteten Ex-CIA-Agenten Clark Richards, der Brad ausgebildet hat, ist mehr prozedural als persönlich.
Der Cast, dem nie Raum gegeben wird
Mark-Paul Gosselaar spielt Brad Wolgast mit einer stetigen, zuverlässigen Präsenz. Saniyya Sidney als Amy Bellafonte ist der emotionale Kern der Serie, und sie trägt Szenen mit einer stillen Intensität, die die Serie nicht immer belohnt. Der Nebencast ist voll von verschwendetem Talent. Caroline Chikezie als Major Nickole Sykes, Jamie McShane als Tim Fanning und Brianne Howey als Shauna Babcock bringen alle Energie in ihre Rollen ein, aber die episodische Struktur der Serie hindert sie daran, mehr als nur Zahnräder in der Handlung zu werden.
Die Besetzungshistorie der Serie ist kompliziert. Genesis Rodriguez, B. J. Britt und Jennifer Ferrin wurden für den Pilotfilm angekündigt, aber später wurden drei neue Charaktere – Tim Fanning, Nichole Sykes und Lila Kyle – hinzugefügt. Jamie McShane und Caroline Chikezie wurden am 14. Februar 2018 als Fanning und Sykes gecastet, und Emmanuelle Chriqui wurde am nächsten Tag als Kyle gecastet. Die Änderungen lassen auf eine Serie schließen, die ihren Platz findet, aber das Endprodukt entspricht nie ganz dem Versprechen dieses Prozesses.
Zeitplan der Staffel
| Episode | Titel | Ausstrahlungstermin |
|---|---|---|
| 1 | Pilot | 14. Januar 2019 |
| 10 | Finale | 11. März 2019 |
Die Serie feierte ihr Debüt am 14. Januar 2019 und das Finale wurde am 11. März 2019 ausgestrahlt. Die Serie wurde nach einer Staffel am 10. Mai 2019 abgesetzt. Die Absetzung ist bedauerlich, aber auch eine Erleichterung. Die Serie versuchte, mit zu wenig zu viel zu erreichen, und eine zweite Staffel hätte eine Richtung wählen müssen, die sie nie gefunden hatte.
Was funktioniert und was nicht
Die besten Episoden der Serie sind diejenigen, die sich auf Brad und Amys persönliche Interessen konzentrieren. Wenn die Serie ihre Beziehung in den Mittelpunkt rückt, wirkt der Drama echt. Die Serie leistet außerdem gute Arbeit bei der Schaffung eines beklemmerten Gefühls rund um Projekt Noah, mit seinen schattigen Korridoren und den unbekannten Kreaturen im Inneren.
Die schwächsten Episoden der Serie sind jene, die sich auf die Vampir-Mythologie stützen. Die Kreaturen werden als Gefahr eingeführt, aber die Serie investiert nie in die Wissenschaft oder die moralische Bedeutung dessen, was Projekt Noah tut. Das Ergebnis ist eine Serie, die eine Horrorgeschichte verspricht, aber einen Thriller mit Horror-Anstrich liefert.
Das Urteil zu „The Passage“
„The Passage“ ist eine Serie mit einer guten Prämisse und einer schwachen Umsetzung. Es ist eine Serie, die ihre besten Ideen an einen Cast verschwendet, dem sie nie genug Raum zur Entwicklung gibt. Es ist eine Serie, die eine Horrorgeschichte verspricht, aber einen Thriller mit Horror-Anstrich liefert.
Die besten Momente der Serie sind die ruhigen, die Szenen zwischen Brad und Amy, die Momente des Entsetzens in den schattigen Korridoren von Projekt Noah. Diese Momente sind selten. Die Serie ist am effektivsten, wenn sie ihrer Prämisse vertraut und den Charakteren Luft zum Atmen lässt. Wenn sie versucht, alles auf einmal zu sein, wird sie zu nichts.
Letztendlich wird Wolgast jedoch zu ihrem Ersatzvater, da er versucht, sie um jeden Preis zu beschützen.
Dieser Satz, aus der eigenen Synopsis der Serie, erfasst das zentrale Scheitern der Serie. Brad versucht, Amy um jeden Preis zu beschützen, aber die Serie gibt ihm nie einen Preis zum Zahlen. Der Einsatz ist auf dem Papier vorhanden, aber die Serie setzt nicht darauf. Das Ergebnis ist eine Serie, die oft fesselnd, aber selten überzeugend ist.
Die Absetzung der Serie ist eine Erleichterung, da sie die Geschichte aufhielt, bevor sie zu einem Desaster wurde. Die erste Staffel ist eine Kuriosität, eine Serie, die eine gute Idee und eine vielversprechende Prämisse hatte, aber nie Fuß fasste. Es ist eine Serie, die man wegen ihrer gelegentlichen Qualitätseinlagen sehen kann, aber es ist keine Serie, die man verteidigen sollte.
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