SpaceXAI betrachtet die digitalen Überreste ausgefallener Start-ups als Rohmaterial für sein KI-Modell Grok. Das Unternehmen führte informelle Gespräche über den Kauf von Kunden- und Betriebsdaten von gescheiterten Unternehmen durch, um das System zu trainieren. Die Gespräche werden als informell beschrieben und könnten ins Leere laufen.
Der Schritt folgt einem Präzedenzfall, den Google gesetzt hat. Der Suchriese gewann eine Zwangsversteigerung für die Geschäftsbücher von Spirit Airlines für 10 Millionen Dollar. Der Verkauf umfasste rund 100 Millionen E-Mails und 500 Millionen Microsoft Teams-Nachrichten. Spirit Airlines wurde dieses Jahr endgültig geschlossen.
Groks Datenplan
Der Plan von SpaceXAI besteht darin, Daten aus dem „digitalen Nachlass“ von Unternehmen zu sammeln, die nicht mehr existieren. Das Unternehmen hat noch nicht gesagt, welche Kategorien von Mitarbeiterdaten es verwenden wird, noch die Methode der Aufnahme erläutert. Im August teilte SpaceX den Mitarbeitern mit, dass Grok mit den gesamten internen Aufzeichnungen von SpaceX trainiert werden solle.
Bei einer unternehmensweiten Besprechung von SpaceX im August sagte Musk Berichten zufolge, das Modell würde die Gedanken der Mitarbeiter erben: „Es wird Ihre Gedanken erben.“ Er stellte die Aufnahme der Mitarbeiterperspektive als eine Funktion dar und verglich den Prozess mit der Erziehung eines Kindes.
SpaceX veröffentlichte Grok 4.5 im Juli. Ein zweiter Deal im Besitz von Musk, die Akquisition von Cursor für 60 Milliarden Dollar, und eine verzögerte neue Version von Grok folgen.
Der Kampf um die Daten von Spirit Airlines
Die Daten von Spirit Airlines sind in einen Rechtsstreit vor einem Insolvenzgericht verwickelt. Eine Flugbegleiter-Gewerkschaft beanstandete die Anonymisierung von Daten und argumentierte, dass das Entfernen von Namen nicht daran hindert, wer was über Jahrzehnte hinweg in internen Chats gesagt hat, zu rekonstruieren. Der Rechtsstreit ist noch im Gange.
Insolvenzrecht behandelt Kundendatenbanken wie Büroausstattung und versteigert sie an den Höchstbietenden. Das bedeutet, dass die private Korrespondenz eines Unternehmens zu einem öffentlichen Gut werden kann, das an jeden verkauft wird, der genug dafür zahlt.
Was die Gespräche bedeuten
Die Gespräche sind informell, was bedeutet, dass nichts endgültig ist. Aber die Richtung ist klar: SpaceXAI sieht die Daten ausgefallener Start-ups als eine Ressource. Die Frage ist, ob diese Ressource als Eigentum oder als etwas Persönlicheres behandelt werden sollte.
Es gibt keine Antwort auf diese Frage im Protokoll. Die Gespräche könnten enden. Das Präzedenzfall existiert, und der Rechtsstreit über die Daten von Spirit Airlines geht weiter.
Zeitstrahl der Ereignisse
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| Februar | Fusion von SpaceX und xAI schafft SpaceXAI |
| August | SpaceX teilt Mitarbeitern mit, Grok werde anhand der internen Aufzeichnungen von SpaceX trainiert |
| August | Musk sagt bei einer gesamten Mitarbeiterbesprechung: „Es wird Ihre Gedanken erben“ |
| Juli | Grok 4.5 veröffentlicht |
| 10 Millionen Dollar für den Zuschlag beim Scheitverfahren von Spirit Airlines |
Unbeantwortete Fragen
Die Schlüsselfragen bleiben unbeantwortet:
- Welche Kategorien von Mitarbeiterdaten werden SpaceXAI übernehmen?
- Wie wird das Unternehmen die Anonymisierung handhaben?
- Wer entscheidet, ob Daten eines Start-ups verkauft werden?
Die Flugbegleiter-Gewerkschaft hat eine rechtliche Einwendung erhoben: anonymisierte Namen verhindern nicht die Rekonstruktion. Das weist auf eine breitere Frage des Datenschutzes und der Identität hin, die in den Unterlagen nicht behandelt wird.
Die Unternehmensmacht über individuelle Daten ist ein Problem, insbesondere wenn diese Macht informell und ohne klare Regeln ausgeübt wird. Der Präzedenzfall ist gesetzt. Der Kampf um Spirit Airlines‘ Daten geht weiter. Die Verhandlungen laufen möglicherweise ins Leere.
Aber die Idee selbst – dass die privaten Überlegungen eines Unternehmens gekauft und in eine KI trainiert werden können – geht nicht verschwinden.
Die Position der Zeitung
Die Zeitung befürwortet strenge Regeln gegen direkte Schäden, beispielsweise die Verpflichtung von Unternehmen, Sicherheitslücken preiszugeben, die sie verborgen haben, und lehnt es ab, großen Unternehmen die Möglichkeit zu geben, ihre Misserfolge zu verbergen; in Bezug auf Groks Plan, Daten von gescheiterten Start-ups zu ernten, würde die Zeitung jeder Regelung widersprechen, die den Markt den etablierten Unternehmen übergeben würde, während sie gleichzeitig die Prüfung unterstützt, ob eine solche Datenerfassung zu einem Schutzwall werden könnte, der kleinere Wettbewerber aussticht. Achtung: Der Bankrottprozess über Spirit Airlines‘ Daten und die Einwendung der Flugbegleiter-Gewerkschaft sind noch nicht abgeschlossen, daher ist die Geschichte noch nicht abgeschlossen.
Der Widerstand der Zeitung gegen die Machtkonzentration gilt hier direkt. Big-Tech-Firmen, die nach Regulierung fragen, werden die Frage aufwerfen, wer durch diese Regeln ausgeschlossen wird – Lizenzierungsregelungen und Compliance-Kosten, die sich nur Giganten leisten können. Groks Plan, Daten von gescheiterten Start-ups zu sammeln, könnte zu einem Schutzwall werden, einer Barriere, die kleinere Wettbewerber aus dem Markt drängt, anstatt ihn zu öffnen.
SpaceXAI-Gespräche deuten auf die Richtung hin. Der Präzedenzfall existiert bereits: Google zahlte 10 Millionen Dollar für die Geschäftspapiere von Spirit Airlines, darunter Hundertmillionen von E-Mails und Chat-Nachrichten. Dieser Präzedenzfall wirft eine breitere Frage nach Privatsphäre und Identität auf, die in den Unterlagen nicht behandelt wird.
Quelle: „Your Data Could Outlive the Startup You Gave It To. Elon Musk Wants to Buy What's Left,” Decrypt.
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