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Benjamin Button altert rückwärts, während der Film normal altert

Ein Mann altert rückwärts durch Jahrzehnte von Krieg und Romanze, in einer Geschichte, die sowohl schön als auch verwirrend ist.

Von mitch·4 Min. Lesezeit
An aged man sits upon a bench, bearing a youthful visage, amid a garden of fading leaves.

„Der Fall Benjamin Button“ ist ein Film über einen Mann, der rückwärts altert, und er verbringt drei Stunden damit, dass dieser Vorwand zählt. Das Ergebnis ist ein oft schöner, aber häufig frustrierender Film, eine Geschichte, die etwas über Leben, Tod und den Verlauf der Zeit sagen will, aber ständig in ihren eigenen Mechanismen hängen bleibt.

Brad Pitt spielt Benjamin, einen Mann, der alt geboren wird und jung stirbt. Er wird als Baby im Altenheim abgelegt und dort aufgezogen, bis er alt genug ist, um zu gehen. Der Film folgt ihm durch das Jazz-Age, den Zweiten Weltkrieg und den Aufstieg des Fernsehens, und verwendet diese Jahrzehnte als Kulisse für eine Romanze mit Cate Blanchetts Figur, Daisy.

Der Film basiert sich auf F. Scott Fitzgerals Kurzgeschichte, und er streckt jenen dünnen Roman in eine riesige Epik aus. Diese Ausweitung ist sowohl seine Stärke als auch seine Schwäche.

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Trailer, via TrailersPlaygroundHD.

Benjamins Körper

Der Haupttrick ist die Verjüngung von Benjamin. Jedes Mal, wenn er auftaucht, braucht eine neue Maskerade, eine neue Perücke, eine neue Doppelgängerin. Das Effekt ist beeindruckend, aber es schafft ein Problem: Benjamins Identität wird zu einer Maske, einem Anzug, der sich mit jedem Jahrzehnt ändert. Wir sehen den Mann hinter der Maske selten, und wenn wir ihn sehen, ist es meist in einer Erinnerung oder einem Rückblick.

Pitt trägt den Film mit einer leisen Intensität, die die Zuschauer auch dann noch fesselt, wenn die Handlung stockt. Seine Darstellung ist der beste Grund, die langen Abschnitte der Erklärungen zu überleben, die den Film nach unten ziehen. Blanchett hält mit ihm Schritt, spielt Daisy als Frau, die sich in einen Mann verliebt, der sterben wird, bevor sie stirbt, eine Rolle, die Geduld und Zurückhaltung fordert.

Die Romanze und ihre Grenzen

Die Beziehung zwischen Benjamin und Daisy ist der emotionale Kern des Films, und es ist auch der Ort, wo der Text versagt. Der Film behauptet, dass ihre Liebe die Zeit und die Konvention übersteigt, aber er erklärt es nie wirklich. Daisy ist eine wohlhabende Gesellschaftsdame, die jeden haben könnte, und der Film gibt keinen Grund dafür, dass sie diesen seltsamen Mann wählt, der jünger ist als ihr Sohn. Die Romanze fühlt sich weniger wie eine Bindung an und mehr wie ein Trick an.

Der Film lehnt sich auch stark auf Zufall zurück, um die Handlung voranzutreiben. Benjamin befindet sich zufällig in New Orleans während des Hurrikans Katrina und überlebt. Daisy befindet sich zufällig in einem Krankenhaus zu dem Moment, als Benjamin stirbt. Diese Momente fühlen sich weniger wie Erzählkunst und mehr wie Handlungsmechanismen an, die der Altersverlauf passend machen sollen.

Weltkrieg-Zweiter-Weltkrieg-Phase

Die mittlere Phase des Films, die während des Zweiten Weltkriegs spielt, ist der schwächste Abschnitt. Benjamin schließt sich der Zirkus, dann der Armee, dann der Marine an, und der Film schießt durch diese Erfahrungen ohne ihnen Raum zum Atmen zu geben. Die Kriegsszenen sind kompetent gestaltet, aber sie fühlen sich weniger wie Erzählkunst und mehr wie Füllmaterial zwischen den Momenten echter emotionaler Gewichtigkeit an.

Der visuelle Stil des Films ist ambivalent, und er zahlt für das meiste Teil ab. David Fincher dirigiert mit einem kalten, präzisen Auge, und die historischen Umgebungen werden mit großer Sorgfalt dargestellt. Die frühen Szenen im Altenheim sind besonders effektiv, sie fangen einen Eindruck von Isolation und Verfall auf, der tatsächlich unangenehm wirkt. Der Hurrikan-Abschnitt ist auch gut gemacht, obwohl er sich mehr nach Spektakel und weniger nach Geschichte anfühlt.

Vergleich der Erzählkunst

Element Stärke Schwäche
Alterungs-Effekte Eindrucksvolle Bilder Stört Charakterkontinuität
Romanze Gefühlsansprüche Unerklärliche Chemie
Epoche-Settings Reicher Detailreichtum Überlanger Rhythmus
Hurrikane-Szene Effektives Spektakel Entfernt vom Plot

Die Letzte Stunde

In der Film-letzten Stunde nimmt die Energie wieder zu, die das Werk in der Mitte verloren hatte, als Benjamin und Daisy endlich ihre Chance bekommen, zusammen zu sein. Der Abschluss ist traurig, unausweichlich und merkwürdig befriedigend, obwohl die Fahrt dorthin ungleichmäßig ist. Das Werk verdient seinen Abschluss, aber es dauert eine Weile, dorthin zu gelangen.

Die Musik, komponiert von Alexandre Desplat, ist ein großer Vorteil. Sie wandelt sich von fröhlichem Jazz zu düsteren Streichern, und sie weiß immer, wann sie anschwellt oder zurückgeht. Die Musik übernimmt viel von dem gefühlsmäßigen Auftrieb, den der Drehbuchtext manchmal nicht leistet.

„Der Fall des Benjamin Button“ ist ein Werk von Kontrasten: schön und langweilig, bewegend und leer, hochfliegend und wiederholend. Es ist ein Werk, das Geduld erfordert und sie nur selten belohnt. Die Ideen sind größer als die Durchführung, und die technische Leistung übertroffen die gefühlsmäßige Belohnung.

Das Film ist ein Erinnerung daran, dass Spektakel nicht dasselbe wie Geschichterzählen ist. Es kann aussehen wunderbar und dennoch leer fühlen. Benjamin Button altert rückwärts, aber der Film selbst altert normal, und es zeigt Zeichen seines Alters in seiner Mitte.

Wertung: 7 von 10

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