Ford v Ferrari erzählt die wahre Geschichte von Carroll Shelby und Ken Miles, zwei Männern, die ein Auto bauten, das Ferrari beim Rennen 1966 in Le Mans besiegte. Der Film verwandelt diesen Motorenkrieg in eine Charakterstudie über Ehrgeiz, Loyalität und den Preis des Gewinns. Es ist eine schnelle, laute, sentimentale Maschine eines Films, und es funktioniert größtenteils.
Trailer, über 20th Century Studios.
Shelby und Miles
Der Film beginnt damit, dass Shelby (Matt Damon) von Ford engagiert wird, um ein Auto zu bauen, das Ferrari schlagen kann. Er findet Miles (Christian Bale), einen Fahrer, dessen Talent nur von seinem Temperament übertroffen wird. Ihre Partnerschaft ist der Motor der ganzen Geschichte. Shelby ist der Ideenmann, Miles ist der Fahrer, und der Film verbringt seine ersten Stunden damit, zu zeigen, warum sie zusammenarbeiten und warum sie streiten.
Bale trägt das Gewicht von Miles. Er ist ein Mann weniger Worte, schnell zur Wut bereit und total dem Rennen verschrieben. Seine Leistung ist das Beste im Film, ein Porträt eines Mannes, der sich nicht von der Maschine trennen kann, die er fährt. Damon spielt Shelby als das ruhige Gegengewicht, den Mann, der versteht, dass Miles eine Leine und einen Zweck braucht. Die beiden Schauspieler spielen gegeneinander an mit einer Chemie, die sich verdient anfühlt und nicht inszeniert.
Das Auto
Das eigentliche Auto spielt hier eine führende Rolle. Der GT40 ist ein wunderschönes Biest, und der Film lässt es atmen. Lange Einstellungen des Autos beim Zusammenbau, Testen und Rennen sind ein Vergnügen zum Anschauen. Das Sounddesign ist ausgezeichnet, mit Motoren, die brüllen und Reifen, die kreischen, auf eine Weise, die sowohl korrekt als auch aufregend wirkt. Dies ist ein Film, der seine Maschinen liebt, und das zeigt sich.
Die Rennsequenzen sind das Highlight. Der Film komprimiert das Rennen 1966 in Le Mans auf eine spannende, aufregende Stunde, die das Chaos der Strecke einfängt. Autos stürzen um, Motoren versagen, und die Spannung zwischen Shelby und Miles erreicht ihren Höhepunkt, als Miles das Auto an seine Grenzen treibt. Die letzte Runde, in der Miles das Rennen gewinnt, ist ein Moment reinen Kinos. Es verdient seinen emotionalen Erfolg, weil der Film zwei Stunden damit verbracht hat, den Einsatz aufzubauen.
Der Nebencast
Der Rest der Besetzung ist solide, aber weniger zentral. Josh Brolin spielt Henry Ford II, den Ford-Manager, der das Projekt in Auftrag gibt und später aufgrund des Drucks des Rennens an die Seite gedrängt wird. Caitriona Balfe spielt Miles‘ Frau, die ihn während der Strapazen des Wettbewerbs unterstützt. Jon Bernthal spielt Peter Gregg, den Ford-Ingenieur, der beim Bau des Autos hilft. Diese Charaktere füllen die Welt des Films aus, werden aber nicht mit der gleichen Tiefe wie Shelby und Miles dargestellt.
Der Film berührt auch die Politik des Rennens. Ford ist ein Unternehmenssponsor, und der Film zeigt, wie die Interessen des Unternehmens mit dem Wunsch der Fahrer, zu gewinnen, in Konflikt geraten. Es gibt eine Szene, in der Shelby eine schwierige Entscheidung treffen muss, ob er das Team dazu drängen soll, eine Regel zu brechen. Es ist ein kleiner Moment, der aber der Geschichte Textur verleiht.
Die Mängel
Der Film ist nicht perfekt. Die Nebenfiguren sind blass, und einige Handlungsschwerpunkte bleiben unerledigt. Das Tempo ist ungleichmäßig, mit Abschnitten von Exposition, die den Schwung verlangsamen. Der Film ist zudem sehr weiß, ohne nennenswerte weibliche Charaktere jenseits von Miles‘ Frau. Dies sind kleinere Beanstandungen, die den Film daran hindern, Größe zu erreichen.
Das Drehbuch, geschrieben von Jez Butterworth, John-Henry Butterworth und Jason Keller, stützt sich stark auf Dialoge, die zu perfekt wirken. Charaktere erklären Dinge, die sie nicht erklären müssten. Der Film erklärt zudem seine eigene Geschichte übermäßig und erinnert die Zuschauer an die Bedeutung des Rennens. Diese Momente sind störend und reißen den Zuschauer aus der Geschichte.
Die Musik
Die Musik ist eine Mischung aus Musik der damaligen Zeit und orchestralen Steigerungen. Sie ist kompetent, aber unscheinbar. Der Film verlässt sich mehr auf seine Bilder als auf seine Klänge, und die Musik bleibt während der Rennen im Hintergrund. Es ist eine brauchbare Begleitung, nicht mehr.
Das Urteil
Ford v Ferrari ist ein Film über Besessenheit, und er ist selbst besessen. Er ist besessen von seinen Autos, seinen Motoren, seinen Strecken, seinen Siegen. Diese Besessenheit ist ansteckend, und sie sorgt für eine fesselnde zweistündige Erfahrung. Der Film ist nicht subtil, aber Subtilität ist nicht das, was er erreichen will.
Was zählt, ist dass es sein Versprechen einlöst. Es erzählt eine wahre Geschichte mit Energie, Stil und Herz. Es respektiert sein Publikum genug, um es die Geschwindigkeit des Rennens fühlen zu lassen, und es respektiert seine Protagonisten genug, um sie als komplexe Menschen erscheinen zu lassen. Der Film ist ein Liebesbrief an eine bestimmte Art von Ingenieurskunst und eine bestimmte Art von Leidenschaft.
Es ist kein Meisterwerk, aber es ist ein sehr guter Film. Er weiß, was er sein will, und er kommt seinem Ziel näher.
Wertung: 8,1/10
Fakten – Titel: Ford v Ferrari – Regie: James Mangold – Autoren: Jez Butterworth, John-Henry Butterworth, Jason Keller – Hauptdarsteller: Matt Damon, Christian Bale, Josh Brolin, Caitriona Balfe, Jon Bernthal – Laufzeit: 152 Minuten – Veröffentlichungsjahr: 2019 – IMDb-Wertung: 8,1/10
Rangliste der Leistungen 1. Christian Bale als Ken Miles 2. Matt Damon als Carroll Shelby 3. Josh Brolin als Henry Ford II 4. Caitriona Balfe als Miles‘ Frau 5. Jon Bernthal als Peter Gregg
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