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Der Remake-Film „Karate Kid“ beginnt mit echter Dramatik, steigert aber das kitschige Ende. )

Ein Junge zieht nach Peking, lernt Kung Fu und kämpft in diesem Remake einer klassischen Geschichte gegen eine Gang von Schulschikanierenden. )

Von mitch·6 Min. Lesezeit
A young boy practices a low stance in a dimly lit dojo.

Jaden Smith spielt Dre Parker, einen Zwölfjährigen, dessen Familie von Detroit nach Peking zieht, nachdem seine Mutter, gespielt von Jackie Chan, eine interne Versetzung annimmt. Der Umzug katapultiert Dre in eine Welt, in der er die Sprache nicht spricht und nirgends wirklich hineinpasst. Sein einziger Freund ist ein chinesischer Waise namens Lung, der ihm ein wenig Mandarin beibringt und ihn mit dem Kung Fu bekannt macht. Diese Freundschaft bildet den zentralen Konflikt des Films: Als Lung von einer Gruppe lokaler Kinder gemobbt wird, versucht Dre, für ihn einzustehen, wird selbst verprügelt und kehrt gedemütigt nach Hause zurück.

Trailer, über Sony Pictures Entertainment.

Lungs Hänseleien

Das Problem des zentralen Konflikts des Films besteht darin, dass den Mobbern kaum mehr Persönlichkeit als Gemeinheit verliehen wird. Es handelt sich um eine Gruppe lokaler Kinder, die den Ausländer verprügeln wollen, und der Film nimmt sich keine Zeit, um zu zeigen, warum sie so handeln. Ihr Anführer, Chen, wird von Zhen Zhao gespielt, und er ist eine körperliche Bedrohung, aber kein Charakter mit einem Motiv. Der Film behandelt das Mobbing als eine Tatsache des Lebens in Peking, als eine Möglichkeit, zu etablieren, dass Dre fehl am Platz ist, aber er gräbt nicht tiefer als das.

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Was den Konflikt funktionieren lässt, ist Lung. Er ist ein loyaler Freund, der Dre beschützen möchte, und seine Hingabe verleiht dem Film einen echten emotionalen Kern. Wenn Lung gemobbt wird, fühlt sich Dre hilflos, und diese Hilflosigkeit treibt die Handlung voran. Der Film verbringt Zeit mit ihrer Bindung, zeigt, wie Lung Dre chinesische Schriftzeichen beibringt und wie sie eine gemeinsame Liebe zum Kung Fu teilen. Diese Szenen geben der Geschichte Gewicht, selbst wenn die Actionszenen selbst hohl wirken.

Mr. Hans Lektionen

Ralph Macchio spielt Johnny Lawrence, die Vaterfigur, die Dre unter ihre Fittiche nimmt. Er ist ein Karatelehrer, der ein Dojo in Peking betreibt, und er sieht etwas in Dre, das niemand sonst sieht. Er bemerkt, dass Dre ein natürliches Gefühl für Balance und Timing hat, obwohl er ungeschickt und unbeholfen ist. Der Film verbringt viel Zeit mit ihren Trainingsszenen, zeigt, wie Mr. Han Dre die Prinzipien des Kung Fu beibringt, aber die Lektionen selbst drehen sich mehr um Disziplin als um Können.

Mr. Hans Lehrmethode basiert auf alltagsnahen Bewegungen. Er weist Dre an, über seine Gangart, seine Sitzweise und seine Körperhaltung nachzudenken. Er sagt, der Schlüssel zu Kung Fu liege nicht im Kicken oder Schlagen, sondern darin, im gegenwärtigen Moment präsent zu sein. Die ikonischste Szene des Films kommt zustande, als Mr. Han Dre zeigt, wie man ein Auto wachsen poliert, und dabei die Bewegung des Wachses über die Oberfläche nutzt, um ihm Timing und Kontrolle beizubringen. Die Lektion ist einfach, aber effektiv, und wird zum zentralen Metapher des Films: Kung Fu bedeutet, auf die kleinen Dinge zu achten.

Die Szene, in der das Auto gewachst wird, ist der beste Moment des Films und kommt dem Geist des ursprünglichen Karate Kid am nächsten. Es ist eine ruhige, von Charakteren getriebene Szene, die zeigt, wie Mr. Hans Philosophie sich auf alles bezieht, was Dre tut. Die Szene funktioniert, weil sie konkret ist und weil sie in einer Aufgabe verwurzelt ist, die jeder verstehen kann. Es ist die Art von Moment, die den Film so wirken lässt, als ob er etwas aussagen würde, selbst wenn der Rest des Films nur kompetent ist.

Das Turnier

Der Höhepunkt des Films ist ein Karate-Turnier, bei dem Dre gegen Chen antritt, den Anführer der Schläger. Das Match soll die Krönung von allem sein, was Dre gelernt hat, aber es kommt nicht ganz an. Der Kampf selbst ist gut choreografiert, mit vielen Akrobatiknummern und Drehungen, aber er mangelt der Spannung des finalen Matches des ursprünglichen Films. Dre gewinnt, aber der Sieg fühlt sich eher wie eine Formalität als wie ein Triumph an.

Das Ende des Films wirkt ebenfalls gehetzt. Nach dem Turnier wird Dre als Held gefeiert, aber der Film verbringt nicht viel Zeit damit, zu erforschen, was das für ihn bedeutet. Er ist wieder in Peking, umgeben von Menschen, die ihn jetzt respektieren, aber der Film zeigt nicht, wie er diese Veränderung verarbeitet. Das letzte Bild zeigt Dre, wie er über eine Straße in Peking geht und lächelt, aber das Lächeln fühlt sich erzwungen an, als ob es verdient wäre.

Das Turnier ist die größte Schwäche des Films. Es ist ein Spektakel, aber es liefert nicht die emotionale Gegenleistung, die das Publikum erwartet. Der ursprüngliche Karate Kid hatte ein finales Match, das sich wie ein Kampf zwischen zwei Männern anfühlte, die einander verstanden, selbst wenn sie kämpften. Diese Version hat einen Kampf, der eher wie eine Demonstration von Können als wie ein Wettbewerb des Willens wirkt.

Was funktioniert

Trotz seiner Schwächen hat der Film ein paar positive Aspekte. Die Chemie zwischen Jaden Smith und Jackie Chan ist echt, und ihre Szenen zusammen tragen den Film, wenn die Actionszenen es nicht tun. Jackie Chan spielt Dres Mutter mit Wärme und Humor, und sie verleiht dem Film eine mütterliche Präsenz, die die Geschichte erdet. Ihre Szenen mit Jaden gehören zu den besten im Film und zeigen eine Mutter, die ihren Sohn bedingungslos liebt.

Der Film profitiert zudem von seinem Schauplatz. Peking wird mit einer gewissen Ehrfurcht dargestellt, und der Film fängt die Energie der Stadt durch seine Weitwinkelaufnahmen von Straßen und Märkten ein. Das Produktionsdesign ist detailliert, mit authentisch aussehenden Sets und Kostümen, die die Welt lebendig wirken lassen. Der Film hat einen hellen und energiegeladenen visuellen Stil, und er lässt Peking wie einen Ort erscheinen, den man erkunden möchte.

  • Die Autowachs-Szene ist die stärkste Szene des Films.
  • Die Chemie zwischen Jaden Smith und Jackie Chan trägt die Mitte des Films.
  • Das Produktionsdesign verleiht Peking eine gewisse Authentizität.
  • Das Turnierfinale ist die größte Enttäuschung des Films.

Das Urteil

Der Karate Kid ist ein kompetenter Remake, der nie ganz die Höhen des Vorgängers erreicht. Er hat einen starken Cast, eine einprägsame Metapher und einen schönen Schauplatz, aber er schafft es nicht, einen befriedigenden letzten Akt zu liefern. Die Stärken des Films sind real, werden aber von seinen Schwächen übertroffen. Es ist ein Film, den man sich für ein paar Momente ansehen kann, aber nicht für die gesamte Reise.

Die Botschaft des Films ist, dass Kung Fu bedeutet, auf kleine Dinge zu achten. Das ist eine gute Idee, und die Autowachs-Szene beweist es. Aber der Film setzt diese Idee nie vollständig um. Er präsentiert die Lektion und vergisst sie dann. Das Finale ist ein Spektakel, kein Test der Philosophie.

Der Film ist ein Wechselbad der Gefühle. Er hat einen starken Start, eine solide Mitte und ein schwaches Ende. Es ist ein Film, der den Geist des Originals ehrt, aber nicht dessen Umsetzung erreicht. Die Stärken des Films sind real, werden aber von seinen Schwächen übertroffen. Es ist ein Film, den man sich leicht ansehen, schwer weiterempfehlen und kaum vergessen kann.

6,1 von 10

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