„Nip/Tuck“ lief von 2003 bis 2009 sechs Staffeln lang auf FX und ist bis heute eine der meistdiskutierten Serien ihrer Ära. Die Serie folgt zwei plastischen Chirurgen, Sean McNamara und Christian Troy, die eine Praxis in Beverly Hills betreiben, die sich um die Reichen und Berühmten kümmert. Was sie auszeichnet, ist ihre Bereitschaft, das Privatleben der Figuren ebenso chaotisch zu gestalten wie die Gesichter ihrer Patienten.
Die Serie basiert auf einer einfachen Prämisse: Menschen zahlen enorme Summen, um besser auszusehen, und die Ärzte, die diese Operationen durchführen, tragen die Last dieses Verlangens. Das Ergebnis ist eine Serie, die zwischen chirurgischem Drama und häuslicher Seifenoper wechselt, oft innerhalb derselben Szene.
Trailer, via FX Networks.
Sean McNamara und Christian Troy
Sean McNamara ist das moralische Zentrum der Serie, ein Mann, der versucht, seine Praxis ethisch zu führen, auch wenn er in die Exzesse um ihn herum hineingezogen wird. Christian Troy ist das Gegenteil: charismatisch, hedonistisch und bereit, sein Leben vom Geld seiner Patienten prägen zu lassen. Gemeinsam bilden sie eine Partnerschaft, die von Kritikern für ihre Chemie und Spannung gelobt wurde.
„Nip/Tuck“ wurde als „TV’s best-looking show about ugly behavior“ bezeichnet.
Diese Zeile erfasst den zentralen Trick der Serie. Sie ist schön anzusehen, aber sie lässt ihre Figuren selten leicht davonkommen.
Die Patienten
Die Patienten sind der Ort, an dem die Serie ihre schärfste Satire findet. Sie sind verzweifelt, eitel und häufig grausam zueinander. Die Serie behandelt sie mit einer Mischung aus Mitleid und Ekel, und sie bietet einem Patienten selten ein Happy End. Dieser Ansatz kann grausam wirken, aber er lässt die Serie auch ungewöhnlich ehrlich über die Kosten der Eitelkeit erscheinen.
Der Ton
Die Serie ist nicht subtil. Ihre Witze landen laut, und ihre Moralpredigten sind unverblümt. Ein Zuschauer, der Nuancen sucht, könnte frustriert werden. Aber die Serie weiß genau, was sie tut, und sie führt ihren Plan mit Zuversicht aus.
Das Drehbuch ist scharf, und die schauspielerischen Leistungen sind engagiert. Die Serie ist am besten, wenn sie ihren Darstellern vertraut, Szenen zu spielen, die sowohl komisch als auch wirklich verstörend sind.
Das Vermächtnis
„Nip/Tuck“ trug dazu bei, einen Moment des Fernsehens zu definieren. Es war eine der ersten Serien, die die Reichen und Mächtigen als Menschen mit Problemen behandelten, nicht als Bewunderungsfiguren. Sein Einfluss zeigt sich in späteren Dramen, die seinem Beispiel folgten und die Reichen als menschliche Wesen behandelten statt als Karikaturen von Bösewichten.
Die Popularität der Serie machte plastische Chirurgie zudem zu einem wiederkehrenden Thema in der Populärkultur, obwohl die Serie selbst sorgfältig nahelegte, dass das Streben nach Schönheit seinen Preis hat.
Die sechste Staffel
Die sechste Staffel, die 2009 ausgestrahlt wurde, brachte die Serie zum Abschluss. Sie versuchte, lose Enden zu verbinden und zugleich einige Fäden offen zu lassen. Das Finale war umstritten, wobei sich einige Zuschauer betrogen fühlten und andere einen Abschluss fanden.
Das Ende der Serie ist Geschmackssache, doch es ist stimmig mit dem Ton, der zuvor geherrscht hatte.
„Nip/Tuck“ ist eine Serie, die Aufmerksamkeit belohnt und Geduld bestraft. Sie ist nicht für jeden, und ihre Schwächen sind sichtbar. Doch ihre Stärken sind real, und sie sind substanziell.
Es ist eine Serie über Erscheinung und Identität, über die Distanz zwischen der Art, wie wir uns der Welt präsentieren, und dem, wer wir darunter wirklich sind. Sie ist außerdem, ganz einfach, sehr unterhaltsam.
„Nip/Tuck“ hat einen Metacritic-Score von 7,2 von 10.
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