Halo 4: Forward Unto Dawn ist eine fünfteilige Webserie, mit der Microsoft ein Videospiel verkaufen wollte, und sie ist besser, als diese Beschreibung vermuten lässt. Die Serie wurde ab dem 5. Oktober 2012 wöchentlich auf YouTube veröffentlicht und war am 2. November abgeschlossen; jede Folge dauert etwa 15 Minuten. Gedreht wurde in Vancouver an 25 Tagen im Mai 2012 für knapp unter 10 Millionen US-Dollar.
Trailer, via YouTube Movies.
Ein Kadett namens Thomas Lasky
Die Geschichte ist ein Coming-of-Age-Epos, das im 26. Jahrhundert spielt, 31 Jahre vor den Ereignissen von Halo 4. Thomas Lasky, gespielt von Thom Green, ist Kadett an der Corbulo-Akademie, einer Ausbildungseinrichtung für die Kinder hochrangiger UNSC-Offiziere. Er ist unsicher, was seine Zukunft beim Militär angeht. Seine Mutter ist Oberst. Sein Bruder Cadmon, gespielt von Max Carver, war ein ODST. Thomas spürt den Druck, ihnen zu folgen, doch er hält Diplomatie für die bessere Option als Krieg.
Green spielte ihn als „normalen Teenager“, der sich seiner Zukunft unsicher ist. Das ist der richtige Instinkt. Die Serie funktioniert am besten, wenn sie bei den Kadetten und ihren Zweifeln bleibt.
Circinius-IV und der Angriff des Covenant
Forward Unto Dawn spielt auf Circinius-IV, einer menschlichen Kolonie außerhalb des Sonnensystems. Die UNSC bildet Kadetten für den Krieg gegen Aufständische auf verschiedenen Kolonieplaneten aus. Dann greift eine Covenant-Armee die Akademie an. Der Covenant ist eine theokratische Sammlung außerirdischer Spezies, die sich aus religiösen Gründen von der Menschheit beleidigt fühlt und danach strebt, sie auszulöschen. Die Kadetten wissen das nicht. Dies sind einige der frühesten Begegnungen mit dem Covenant, und jeder außer dem Master Chief weiß nicht, dass die Aliens existieren.
Der Angriff bringt Verwirrung und Panik. Lasky und seine überlebenden Kameraden werden vom Master Chief gerettet und müssen den Planeten verlassen. Daniel Cudmore spielt den Master Chief, hauptsächlich wegen seiner Größe und Statur besetzt. Er ist 203 Zentimeter oder 6 Fuß 8 Zoll groß. Die Schauspieler, die die Kadetten spielen, wurden bewusst als „kleine, dürre Frischlinge“ ausgewählt, damit der Größenkontrast wirkt. Es ist ein einfacher Trick, und er funktioniert.
Bootcamp, Blasen und Erbrochenes
Die Kadetten nahmen vor den Dreharbeiten an einem Bootcamp teil, um ihre Fitness zu steigern und sich an Hindernisparcours und Gewehrübungen in ihren Rüstungskostümen zu gewöhnen. Die Darsteller trieben sich selbst zur Überanstrengung. Einige erbrachen sich. Sie sahen es als ein verbindendes Erlebnis.
Dieses Detail erklärt die Serie besser als jede Marketingzeile. Die Produktion verlangte von Teenagern, in Kostümen zu schwitzen, und das Ergebnis ist eine Besetzung, die aussieht, als sei sie tatsächlich angeschrien worden.
Forward Unto Dawn hat knapp 500 Einstellungen mit computergenerierten Bildern, etwa ein Viertel dessen, was ein Spielfilm hätte. Die Kritiker lobten die visuellen Effekte trotzdem. Die Einschränkung ist in den Kampfszenen sichtbar, die nah und dunkel bleiben statt weit und großartig. Das ist kein Mangel. Es ist der Grund, warum der Angriff der Covenant wie eine Katastrophe wirkt und nicht wie ein Spektakel.
Die Serie wurde von Aaron Helbing und Todd Helbing geschrieben und von Stewart Hendler inszeniert. Sie wurde als Marketingmaßnahme für Halo 4 produziert, mit der Absicht, das Publikum der Halo-Serie zu erweitern und als Sprungbrett für einen möglichen Halo-Film zu dienen.
- Veröffentlichung: Fünf Episoden, wöchentlich, 5. Oktober bis 2. November 2012
- Sender: YouTube
- Episodenlänge: Etwa 15 Minuten
- Budget: Knapp unter 10 Millionen US-Dollar
- Dreh: 25 Tage in Vancouver, Mai 2012
- Schauplatz: Circinius-IV, 2526; gerahmt an Bord der UNSC Infinity im Jahr 2557
- Computergenerierte Einstellungen: Knapp unter 500, etwa ein Viertel eines Spielfilms
- Bewertung: 7,0/10
Besetzung und das Master-Chief-Problem
Thom Green spielt die Hauptrolle als Thomas Lasky. Anna Popplewell spielt Chyler Silva. Darren O’Hare spielt den erwachsenen Lasky, und Jen Taylor kehrt als Cortana zurück. Osric Chau, Iain Belcher und Enisha Brewster spielen die Kadetten Junjie Chen, Vickers und April Orenski.
Die Quelle führt sowohl Daniel Cudmore als auch Alex Puccinelli als Master Chief auf. Sie sagt nicht, wer der Figur seine Stimme lieh. Die Entscheidung, Alex Puccinelli anstelle von Steve Downes, dem früheren Synchronsprecher von Master Chief, einzusetzen, wurde von Microsoft genehmigt. Microsoft hatte während der gesamten Produktion das letzte Wort bei der Besetzung. Das Produktionsteam besetzte die Serie, doch der Publisher behielt sich ein Veto vor.
Cudmore bereitete sich vor, indem er die Landfall-Kurzfilme von Neill Blomkamp ansah und das Halo-Kanonmaterial las. Green musste die früheren Kurzfilme ansehen und die „Halo-Enzyklopädie“ lesen, die 343 Industries verwendet, um die Kontinuität zu wahren.
| Halo 4: Forward Unto Dawn (2012) | Halo 4 (Spiel von 2012) | |
|---|---|---|
| Format | Fünf Web-Episoden, später ein einzelner Film | Videospiel |
| Veröffentlichung | 5. Oktober bis 2. November 2012 | 2012 |
| Schauplatz | Circinius-IV, 2526 | 2557 |
| Hauptrolle | Kadett Thomas Lasky | Master Chief |
| Zweck | Marketing und ein möglicher Sprungbrett zum Film | Die Hauptveröffentlichung |
| Budget | Knapp unter 10 Millionen US-Dollar | In der Quelle nicht angegeben |
Auszeichnungen und was Bestand hat
Forward Unto Dawn erhielt einen Streamy Award. Mehrere Crewmitglieder wurden für Schnitt, Produktion und Kamera ausgezeichnet. Außerdem gewann die Serie einen Golden Reel Award der Motion Picture Sound Editors. Später wurde die Serie als einzelner Film auf DVD und Blu-ray veröffentlicht und kam 2013 zu Netflix.
Executive Producer Josh Feldman hält Lasky für eine wichtige Figur im Halo-Universum, die über Forward Unto Dawn und Halo 4 hinausgeht. Das ist ein Produzent, der über sein eigenes Werk spricht, und die Quelle sagt nicht, was daraus geworden ist. Es ist eine Behauptung, kein Ergebnis.
Das Kadettenmaterial ist der stärkste Teil. Laskys Ambivalenz gegenüber dem Militär ist ein echter Konflikt, und Green spielt ihn, ohne zu schmollen. Das Bootcamp-Training ist auf dem Bildschirm sichtbar. Der Master Chief kommt spät an und fungiert als Rettung, nicht als Charakter, was den Spielen treu ist und als Drama dünn bleibt.
Der Covenant wird in der Serie nie erklärt. Die Quelle merkt an, dass ihre religiöse Motivation nicht deutlich gemacht wird. Das ist eine bewusste Entscheidung, um die Unwissenheit der Kadetten intakt zu halten, und sie kostet die Geschichte einen Bösewicht. Die Aliens sind eine Kraft, kein Feind.
Die visuellen Effekte haben ihr Lob verdient. Knapp 500 Einstellungen sind für diese Art von Action eine kleine Zahl, und die Serie setzt sie an den richtigen Momenten ein. Die DVD- und Blu-ray-Veröffentlichung und der Netflix-Lauf 2013 gaben ihr ein zweites Leben, und die Auszeichnungen wurden von der Crew verdient, nicht von der Prämisse.
Was hier am meisten zählt, ist das Experiment. Ein Publisher gab knapp unter 10 Millionen US-Dollar für eine fünfteilige YouTube-Serie aus, um ein Publikum zu erweitern und den Boden für einen Film zu testen. Die Quelle sagt nicht, warum dieser Film nicht folgte. Die Serie erfüllte ihre andere Aufgabe auf dem Papier: Sie wurde gebaut, um Lasky wichtig zu machen, und die Quelle bestätigt nicht, dass ihr das gelang.
Das ist ein echtes Ergebnis, und ein bescheidenes. Forward Unto Dawn ist ein gutes Stück Franchise-Marketing, das gelegentlich über seinen Zweck hinausragt, und es wird nie ganz der Film, für den es vorsprach.
7,0 von 10
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