Michael Bays dritter Transformers-Film beginnt mit einer Lüge über das Wettrennen im Weltraum, und etwa eine Stunde lang ist diese Lüge das Beste daran. Transformers: Dark of the Moon erscheint 2011 als Fortsetzung von Revenge of the Fallen und als dritter Teil der Reihe, die auf Hasbros Spielzeuglinie aufbaut. Bay führt erneut Regie. Ehren Kruger schreibt erneut das Drehbuch. Shia LaBeouf kehrt als Sam Witwicky zurück, und der Film dauert 154 Minuten, was eine lange Zeit ist, um sich mit einer so guten Prämisse zu befassen.
Die Prämisse: Die Arche, ein Raumschiff mit einer Erfindung an Bord, die den Krieg zwischen Autobots und Decepticons beenden könnte, stürzt 1962 auf der Rückseite des Erdmondes ab. Die NASA entdeckt das Wrack. Präsident John F. Kennedy genehmigt eine Mondmission als Tarnung für die Untersuchung. 1969 landet die Besatzung von Apollo 11, inspiziert die Arche heimlich und kehrt zurück. Der Slogan lautet „Fürchte dich vor der Dunkelheit.“ Der Film hätte seinen eigenen Rat befolgen sollen.
Trailer, über Amblin Entertainment.
Apollo 11 und die Brennstoffzelle in Tschernobyl
In der Gegenwart, drei Jahre nach der Schlacht von Ägypten, arbeiten die Autobots weiter für NEST, nicht mehr im Geheimen. Eine Mission zum Ort der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 bringt vermutete außerirdische Technologie zutage. Shockwave, ein Decepticon-Wissenschaftler, greift mit seinem riesigen Wurm, dem Driller, an. Beide entkommen. Optimus Prime stellt fest, dass es sich bei der Technologie um eine Brennstoffzelle aus der Arche handelt.
Diese Entdeckung schickt die Autobots zum Mond, wo sie Sentinel Prime finden, den Anführer, der vor Optimus kam, im Koma liegend neben fünf Säulen, die er errichtet hat, um eine „Space Bridge“ zu errichten – ein Wurmloch, das Materie zwischen zwei Punkten teleportiert. Optimus erweckt Sentinel mit der Energie der Matrix of Leadership wieder zum Leben. Leonard Nimoy spricht Sentinel. Es ist eine gute Besetzung, und der Film weiß nichts damit anzufangen.
Sam Witwickys neuer Job und Laserbeak
Sam lebt jetzt mit seiner neuen Freundin Carly Spencer, gespielt von Rosie Huntington-Whiteley, zusammen und kann bei den Autobots keine Arbeit finden. Bei seinem neuen Job übergibt ihm ein Kollege namens Jerry Wang Informationen über die Arche, woraufhin er vom Decepticon Laserbeak ermordet wird. Sam zieht Seymour Simmons, John Turturros zurückkehrenden Verschwörungsmann, hinzu, um die Decepticon-Morde an Personen zu untersuchen, die mit dem amerikanischen und sowjetischen Mondprogramm in Verbindung stehen.
Sie finden zwei überlebende Kosmonauten, die Fotos von Hunderten von Säulen auf dem Mond vorlegen. Die Schlussfolgerung sitzt: Die Decepticons überfielen die Arche lange vor Apollo 11 und ließen Sentinel und die fünf Säulen zurück, damit die Autobots sie finden. Der Film hat hier eine echte Idee – dass das Raumfahrtprogramm eine Kulisse für einen Krieg war, den wir verloren –, und dann verbringt er seine zweite Hälfte damit, diese Idee unter Trümmern zu begraben.
Eine Besetzung lauter Männer und ein lauter Chef
Die Nebenbesetzung ist hochkarätig und größtenteils gestrandet. Frances McDormand spielt Mearing. Patrick Dempsey spielt Dylan. John Malkovich spielt Bruce Brazos, Sams Chef, und er ist die einzige Person auf der Leinwand, die Spaß hat. Malkovich beschrieb Brazos als einen großmäuligen Geschäftsmann, einen Idioten und eine lustige Figur, und sagte, die Arbeit sei sehr, sehr vergnüglich gewesen.
Hugo Weaving spricht Megatron. Josh Duhamel und Tyrese Gibson kehren als Lennox und Epps zurück. Die Geschichte hinter den Kulissen des Films ist chaotischer als seine Handlung. Megan Fox war ursprünglich vorgesehen, und Dempseys Dylan Gould wurde als Arbeitgeber ihrer Figur Mikaela Banes geschrieben. Veröffentlichte Berichte besagen, dass ihr Fehlen darauf folgte, dass Executive Producer Steven Spielberg sich entschied, ihre Rolle nicht zu verlängern, nachdem sie Bay und dessen Arbeitsethik mit Adolf Hitler verglichen hatte; ihre Vertreter sagten, das Verlassen des Franchise sei ihre Entscheidung gewesen. Bay behauptete später, Spielberg habe ihm gesagt, er solle sie entlassen, eine Behauptung, die Spielberg bestritt. Huntington-Whiteley wurde als Sams neue Freundin besetzt.
3D-Kameras, sechs Städte und ein verschobener Termin
Die Entwicklung eines dritten Films begann im Mai 2007. Für die Produktion wurden reguläre 35-mm-Kameras neben eigens entwickelten 3D-Kameras verwendet und in Chicago, Florida, Indiana, Milwaukee, Moskau und Washington, D.C. gedreht. Die visuellen Effekte erforderten komplexere Roboter als in den vorherigen Filmen, deren Rendering länger dauerte. Paramount verlegte den Kinostart vom 1. Juli auf den 29. Juni, um eine frühe Reaktion auf das Filmmaterial zu ermitteln. Erste Vorführungen fanden am 28. Juni 2011 statt, eine Nacht vor dem weltweiten Kinostart.
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| Mai 2007 | Die Entwicklung eines dritten Transformers-Films beginnt |
| 1962 (in der Handlung) | Die Arche stürzt auf der Rückseite des Mondes ab |
| 1969 (in der Handlung) | Die Apollo-11-Besatzung inspiziert die Arche heimlich |
| 28. Juni 2011 | Erste Vorführungen, eine Nacht vor dem Kinostart |
| 29. Juni 2011 | Weltweite Veröffentlichung durch Paramount Pictures |
| 2011 | 1,124 Milliarden US-Dollar weltweit |
Der Film spielte weltweit 1,124 Milliarden US-Dollar ein und wurde damit zum damals fünfterfolgreichsten Film der Geschichte und zum zweiterfolgreichsten Film des Jahres 2011. Die Kritiken waren gemischt. Metacritic listet den Film mit 42/100.
Hier ist, was das Geld nicht klärt. Dark of the Moon hat den stärksten Einstieg der drei Bay-Transformers-Filme und das schwächste Gespür dafür, was damit anzufangen ist. Die Tschernobyl-Sequenz, die Enthüllung auf dem Mond, die Kosmonautenfotos – das sind saubere, geduldige, wirklich unheimliche Erzählstücke, und sie gehören zu einem besseren Film. Dann kehrt der Film zu dem zurück, wozu er immer zurückkehrt: Lärm in Lautstärke, Roboter ohne Gewicht, eine Kamera, die nicht lange genug stillhält, um eine Einstellung landen zu lassen.
Die Laufzeit von 154 Minuten ist der Verräter. Ein Film mit dieser Prämisse braucht neunzig Minuten und einen harten Schnitt. Dark of the Moon legt immer weiter nach – mehr Roboter, mehr Städte, mehr Säulen, mehr Männer, die in Funkgeräte brüllen –, als wäre Lautstärke dasselbe wie Ausmaß. Ist sie nicht. Der Mond ist Ausmaß. Ein Wurmloch ist Ausmaß. Hundert Decepticons, die durch Chicago fallen, sind bloß Arithmetik.
Das Urteil dieser Zeitung: Die Prämisse ist die stärkste der drei Filme, und die Umsetzung hält sie nicht. Dark of the Moon ist ein Franchise, das Spektakel verkauft, und die Teile, die noch funktionieren, sind die leisen – ein Wrack auf der Rückseite des Mondes, ein Foto in der Hand eines Kosmonauten, eine Lüge, die einem Land sechzig Jahre lang erzählt wurde.
Das Notizbuch abonnieren.
Die besten Geschichten des Tages und jedes neue Urteil, in klarem Deutsch, um sieben im Postfach. Eine Mail am Tag, nicht mehr.





