Martin Scorseses The Wolf of Wall Street läuft 180 Minuten und fühlt sich nie so an. Leonardo DiCaprio spielt Jordan Belfort, einen New Yorker Börsenmakler, der ein Vermögen auf Betrug aufbaut, und der Film folgt ihm von einer Stelle 1987 bei L.F. Rothschild unter Mark Hanna bis zu den Boiler Rooms von Long Island und den Büros von Stratton Oakmont. Es ist ein Krimidrama, das wie eine Komödie wirkt, und das ist der Punkt.
Trailer, via Paramount Pictures.
DiCaprio und die fünfte Zusammenarbeit mit Scorsese
Der Film ist DiCaprios fünfter mit Scorsese, und es ist derjenige, in dem der Regisseur ihn endlich von der Leine lässt. Belfort ist hier keine tragische Figur. Er ist ein Verkäufer, und DiCaprio spielt den Pitch, bevor er den Mann spielt. Terence Winters Drehbuch, basierend auf Belforts Memoiren von 2007, hält die Mechanik des Betrugs im Mittelpunkt: den harten Verkauf, die Penny Stocks im Pink Sheet, das Pump and Dump.
Jonah Hills Donnie Azoff ist die perfekte zweite Besetzung. Er ist nicht klüger als Belfort, er ist genauso hungrig, und ihre Freundschaft basiert vollständig auf Appetit.
Matthew McConaughey stiehlt den ersten Akt
Matthew McConaughey erscheint als Mark Hanna, Belforts Mentor und ehemaliger Chef, und er ist für eine Handvoll Szenen im Film. Er ist das Beste daran. Hanna erklärt, was der Job tatsächlich ist, und McConaughey liefert es wie ein Mann, der mit der Antwort bereits seinen Frieden gemacht hat.
Diese Szene setzt die Bedingungen des Films. Jeder nach Hanna ist eine Variation von ihm, und keiner von ihnen ist so ehrlich darüber.
Margot Robbie und der Preis des Lebensstils
Margot Robbie spielt Naomi Lapaglia, die Dessous-Designerin, mit der Belfort eine Affäre hat und die er später 1991 heiratet. Robbie bekommt nicht viel zu tun, außer das zu sein, was Belfort will, aber sie macht das Wollen lesbar. Als seine erste Frau Teresa, gespielt von Cristin Milioti, es herausfindet, ist die Scheidung schnell und die Hochzeit mit Naomi schneller.
Die Dekadenz, die folgt — die Prostituierten, die Drogen —, ist der Punkt, an dem der Film riskiert, zu dem zu werden, was er beschreibt. Scorsese hält es meistens auf der richtigen Seite dieser Linie.
Kyle Chandler und das FBI
Kyle Chandler spielt FBI-Sonderermittler Patrick Denham, und er ist das einzige echte Gegengewicht des Films. Er ist kein Held. Er ist ein Mann, der Papierkram erledigt, und Chandler spielt ihn mit einer Flachheit, die ihn zur furchteinflößendsten Person auf der Leinwand macht. SEC und FBI rücken näher, und der Film tut nicht so, als sei das Gesetz glamourös.
Der Forbes-Exposé und der Name
Der Titel des Films stammt von einem Forbes-Exposé, das Belfort „The Wolf of Wall Street“ nennt und ihn als „eine Art verdrehten Robin Hood bezeichnet, der den Reichen nimmt und es sich selbst und seiner fröhlichen Bande von Brokern gibt“. Belfort ist wütend, bis der Artikel Hunderte junger Finanzleute an seine Tür bringt. Es ist der lustigste und zynischste Moment des Films.
Eine Laufzeit von 180 Minuten, die sie verdient
Drei Stunden sind eine lange Zeit für einen Film ohne echten Erlösungsbogen. The Wolf of Wall Street verdient sie sich, indem er nie verlangt, dass man Belfort mag. Er verlangt, dass man ihm bei der Arbeit zusieht, und DiCaprio macht die Arbeit faszinierend.
Die Nebenbesetzung ist hochkarätig: Rob Reiner als Belforts Vater Max, Jon Bernthal als Brad, Jon Favreau als Manny Riskin, Jean Dujardin als Jean Jacques Saurel, Joanna Lumley als Tante Emma. Der echte Jordan Belfort taucht am Ende als Gastgeber der Auckland Straight Line auf. Spike Jonze hat einen ungenannten Cameo-Auftritt als Leiter der Long-Island-Maklerfirma, der Belfort in Penny Stocks einführt.
Die Zahlen hinter dem Film
- Laufzeit: 180 Minuten
- Premiere: 17. Dezember 2013, New York City
- US-Kinostart: 25. Dezember 2013
- Weltweites Einspielergebnis: 407 Millionen Dollar
- Bewertung: 8,0/10
Wo es rangiert
- DiCaprios Leistung — der Motor des Ganzen
- McConaugheys Mark Hanna — die These des Films in einer Szene
- Chandlers Denham — die leise Bedrohung
- Robbies Naomi — unterentwickelt, aber wirkungsvoll
- Die Forbes-Szene — der schärfste Witz des Films
The Wolf of Wall Street ist nicht Scorseses bester Film, aber sein energiegeladenster. Er ist ein 180-minütiges Plädoyer dafür, dass der Betrug die Kultur ist, und er bringt dieses Argument ohne Zögern vor.
8 von 10
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