Zwei Autohersteller wetten darauf, dass ein kompakter Benzinmotor Amerikas Reichweitenängste bei Elektrofahrzeugen lösen kann. Stellantis und Ford bereiten die Einführung von „Extended-Range“-Elektrofahrzeugen, kurz EREVs, in den USA vor, die ausschließlich mit Batteriestrom fahren, aber mit einem Benzingenerator ausgestattet sind, der nur als Bordladegerät fungiert. Der Plan ist einfach: den Fahrern elektrisches Fahren für ihre üblichen Fahrten zu bieten und gleichzeitig einen Benzinmotor in Reserve zu halten, wenn die Batterie nicht ausreicht.
Der Bericht des Journal vom 7. September 2026 besagt, dass Stellantis später in diesem Jahr oder Anfang nächsten Jahres einen Jeep Grand Wagoneer mit erweiterter Reichweite plant, gefolgt vom Ram 1500 REV. Der Ram 1500 REV kann mit voller Batterie und vollem Tank zusammen rund 690 Meilen zurücklegen. Stellantis hatte zuvor eine vollelektrische Version des Ram 1500 zugunsten dieses Designs mit erweiterter Reichweite verworfen.
Die Wetten hinter dem Vorstoß
Sowohl Stellantis N.V. (NYSE:STLA) als auch Ford Motor Company (NYSE:F) gehen diese Wette gleichzeitig ein. Hyundai bereitet sich ebenfalls auf EREVs vor, doch der Bericht nennt nicht, um welche Modelle es sich handelt. Der Zeitpunkt sticht hervor: Stellantis zieht sich von reinen Elektrofahrzeugen zurück und treibt einen Hybridweg stärker voran, bei dem die Batterie das Hauptantriebssystem bleibt und ein Benzingenerator hinzukommt.
Bis zu 690 Meilen Gesamtreichweite kann der Ram 1500 REV liefern. Diese Kombination könnte Käufer anziehen, die ein Elektrofahrzeug bevorzugen, aber dennoch Ladestationen und Roadtrips fürchten. Das System könnte eines der Hauptprobleme großer Elektro-Lkw lösen, darunter der F-150 Lightning und der Chevrolet Silverado EV, indem es Elektro-Pickups für den Transport deutlich praktischer macht.
Warum das Design mit erweiterter Reichweite wichtig ist
Der F-150 Lightning und andere große Elektro-Lkw konnten aus einem Grund nicht viele Kunden gewinnen, unter anderem weil das Ziehen die Batteriereichweite stark verringert. Ein Plug-in-Hybrid mit einem Motor kann auf einer langen Fahrt und beim Ziehen Strom aus seinem Benzingenerator beziehen und die Batterie sich selbst aufladen lassen. Dieses Setup ermöglicht es Ford und Stellantis, Elektro-Lkw zu verkaufen, ohne von Käufern zu verlangen, ihre Routen um Ladepunkte herum zu planen.
Die Strategie gibt beiden Unternehmen eine weitere Möglichkeit, am EV-Markt teilzunehmen, da die US-Verbraucher reine Batteriefahrzeuge langsamer angenommen haben als von den Autoherstellern erwartet. Ford plant, den F-150 Lightning als EREV zurückzubringen, während Stellantis EREV-Versionen des Jeep Grand Wagoneer und des Ram 1500 plant. Der kombinierte Ansatz zielt auf Kunden, die konventionelle EVs abgelehnt haben, ohne die Elektrifizierung vollständig aufzugeben.
Das Kostenproblem
Neue Technologie könnte die Kosten für EREVs in die Höhe treiben. Experten und Ingenieure gehen davon aus, dass diese Fahrzeuge mehr kosten als vergleichbare Benzinautos und möglicherweise mehr als einige vollelektrische Fahrzeuge. Das stellt eine ernste Hürde für Ford und Stellantis dar, während sie auf aussagekräftige Verkaufszahlen hinarbeiten.
Die zusätzliche Reichweite und Freiheit, die diese Fahrzeuge bieten, könnte Käufer überzeugen, selbst wenn sie die höheren Kosten nicht akzeptieren. Das Worst-Case-Szenario ist einfach: Plug-in-Hybride haben nur einen kleinen Teil der amerikanischen Autoverkäufe erobert. Nun müssen Ford und Stellantis zeigen, dass Modelle mit größerer Reichweite mehr Interesse bei den Käufern wecken können. Sollten Kunden weiterhin reguläre Hybride oder benzinbetriebene Trucks anstelle von Elektrofahrzeugen mit erweiterter Reichweite wählen, könnten diese neuen Modelle die Verkaufszahlen verfehlen, die nötig sind, um die Investition der Autohersteller in die Technologie zu rechtfertigen.
„Hedgefonds zogen sich von Stellantis N.V. (NYSE:STLA) zurück, als das Unternehmen seinen Vorstoß in Richtung EREV startete.“
Hedgefonds ziehen sich zurück
Die Datenbank von Insider Monkey zeigt, dass Hedgefonds sich vor dem Vorstoß von Stellantis in den EREV-Bereich zurückgezogen haben. Die Zahl der Halter sank im zweiten Quartal auf 26 von 32, während der kombinierte Positionswert sich nahezu halbierte, auf 195 Millionen Dollar von 424 Millionen Dollar.
Bei Ford blieb die Zahl der Halter mit 50 Fonds stabil, während der Positionswert leicht auf 1,02 Milliarden Dollar von 1,12 Milliarden Dollar sank. Bei GM sank die Zahl der Halter auf 75 von 77, der Wert fiel auf 4,87 Milliarden Dollar von 6,08 Milliarden Dollar. Der Rückzug von traditionellen Autoherstellern und solchen mit gemischten Antriebsarten war breiter als nur bei Stellantis.
Was die neuen Modelle beweisen müssen
Reine Elektro-Lkw stehen vor ernsten Problemen, die EREVs nicht lösen. Ford hat die Produktion des F-150 Lightning eingestellt, und größere Elektro-Pickups wie der Lightning und der Chevrolet Silverado EV ließen sich nur schwer gut verkaufen. EREVs mildern die Sorgen um Reichweite und Laden, doch Ford und Stellantis müssen noch zeigen, dass Käufer bereit sind, für die Technologie zu zahlen und sie tatsächlich zu nutzen, statt sich mit Standard-Benzin- oder Hybridmodellen zufriedenzugeben.
Langstreckenfahrten und das Ziehen von Anhängern könnten für Elektro-Lkw praktischer werden, wenn sich diese Technologie durchsetzt, doch höhere Kosten, größere Komplexität und geringes Verbraucherwissen stehen einer breiten Einführung im Weg. Die Frage für Investoren ist, ob EREVs Mainstream-Käufer gewinnen können, die reine Elektroautos nicht gekauft haben, ohne einen weiteren kostspieligen Antriebsstrang-Ansatz zu schaffen, der keine nennenswerten Verkaufszahlen erreicht.
Kasten mit wichtigen Fakten
- Ram 1500 REV: 690 Meilen Gesamtreichweite mit vollem Akku und vollem Tank
- Jeep Grand Wagoneer EREV: geplant für später in diesem Jahr oder Anfang nächsten Jahres
- F-150 Lightning EREV: geplant als Rückkehr-Modell
- Hedgefonds-Positionen: Stellantis-Halter fielen auf 26 von 32; Positionswert halbierte sich nahezu auf 195 Millionen Dollar von 424 Millionen Dollar
- GM-Position: Wert sank auf 4,87 Milliarden Dollar von 6,08 Milliarden Dollar
Das Urteil zur Wette
Auf dem Papier hält das Argument für EREVs gut zusammen. Sie beantworten die Hauptgründe, die Elektrofahrzeuge in den USA daran gehindert haben, sich durchzusetzen. Doch die praktischen Einwände wiegen schwerer. Plug-in-Hybride haben bei den US-Verkäufen kaum Spuren hinterlassen, und die zusätzlichen Kosten haben noch nicht gezeigt, dass Käufer dafür zahlen werden.
Sowohl Stellantis als auch Ford setzen ihre Hoffnungen auf Elektrofahrzeuge mit erweiterter Reichweite, um die Reichweiten- und Ladehindernisse zu überwinden, die die Akzeptanz von Elektro-Pickups gebremst haben, während das Fahrgefühl eines EVs erhalten bleibt. Dieser Konstruktionsansatz könnte Elektro-Lkw für lange Straßenfahrten und den Transport praktischer machen, obwohl höhere Kosten, zusätzliche mechanische Komplikationen und geringe Verbraucherkenntnis über die Technologie ihren Einsatz bremsen könnten. Aktionäre müssen beobachten, ob EREVs Mainstream-Käufer anziehen können, die auf reine Batterie-EVs verzichtet haben, ohne einen weiteren kostspieligen Antriebsstrang-Plan zu produzieren, der keine echten Verkaufszahlen erreicht.
Quellmaterial: „Stellantis (STLA) and Ford (F) Bet Gas Engines Can Fix America’s EV Range Anxiety“, Yahoo Finance.
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