Deep Impact will zu einem ernsthaften Katastrophenfilm werden, und das gelingt ihm meist nicht. Die Kometengefahr ist real, der Einsatz ist enorm, und die Besetzung ist stark. Aber das Drehbuch kann sich nicht entscheiden, ob es ein Humandrama oder ein Spektakel sein will, und das Ergebnis ist ein Film, der sich auf keines davon festlegt.
Trailer, über YouTube Movies.
Der Komet nähert sich
Die Einführung ist einfach und effektiv. Leo Biederman, ein Schüler der Astronomie, entdeckt ein Objekt am Himmel und schickt ein Foto an den Astronomen Marcus Wolf. Wolf erkennt, dass es sich um einen Kometen handelt, der geradewegs auf die Erde zusteuert. Er stirbt bei einem Autounfall, während er versucht, die Alarmglocken schrillen zu lassen, und die Welt erfährt erst, als es zu spät ist, von der Bedrohung.
Dieser frühe Abschnitt funktioniert, weil er geerdet ist. Leo ist ein glaubwürdiger Junge, und die Entdeckung fühlt sich verdient an. Der Film hetzt nicht mit der Prämisse. Er lässt die Furcht langsam aufsteigen, was sich auszahlt.
Jenny Lerner übernimmt
Jenny Lerner, gespielt von Téa Leoni, ist der Motor des Films. Sie ist eine Reporterin von MSNBC, die den Finanzminister Alan Rittenhouse untersucht, der Vorräte sammelt und sich seltsam verhält. Ihre Ermittlungen führen sie zu Präsident Tom Beck, gespielt von Morgan Freeman, der ihr im Gegenzug für ihre Diskretion einen Platz bei der Pressekonferenz anbietet.
„Die Ozeane steigen. Städte fallen. Hoffnung überlebt.“
Dieses Motto erfasst das Problem des Films. Das Motto verspricht Hoffnung. Der Film liefert Verzweiflung.
Die Messiah-Mission
Das Raumschiff Messiah befördert eine Besatzung von sechs: fünf Amerikaner und einen Russen. Ihre Mission ist es, unter der Oberfläche des Kometen Atomsprengkörper zu platzieren. Der Plan ist gut. Die Durchführung ist es nicht.
Der Komet bewegt sich in das Sonnenlicht, blendet Missionskommandanten Oren Monash und schickt den medizinischen Offizier Gus Partenza ins All. Die restliche Besatzung entkommt und sprengt die Bomben. Anstatt den Kometen abzuwehren, spalten die Bomben ihn in zwei Teile.
Beck kündigt das Scheitern der Mission an. Der Film springt zu einer Szene globaler Zerstörung, und der Ton ändert sich von Tragödie zu Melodrama.
Was funktioniert
Robert Duvall als Capt. Spurgeon ‚Fish‘ Tanner liefert die herausragendste Leistung ab. Seine müde, raue Präsenz verankert die ruhigeren Abschnitte des Films. Vanessa Redgrave, als Robin Lerner, liefert ebenfalls einen scharfen Auftritt als Mutter der Familie, die durch die Ankunft des Kometen auseinandergerissen wird.
Elijah Wood spielt Leo mit einer ruhigen Intensität, die dem Charakter zugutekommt. Er ist der emotionale Kern des Films, selbst wenn die Handlung ihn vergisst.
Was nicht funktioniert
Die zweite Hälfte des Films ist der Punkt, an dem er zusammenbricht. Die Teilung des Kometen führt zu einer narrativen Sackgasse. Der Film verbringt Zeit mit der Darstellung der Zerstörung, ohne den Zuschauern ein Gefühl dafür zu vermitteln, was als Nächstes passiert. Das Ende ist abrupt und lässt das Publikum das Gefühl haben, betrogen worden zu sein.
Die Botschaft des Films ist, dass Hoffnung überlebt. Das ist eine edle Idee. Es ist auch eine dünne, besonders wenn der Film den Großteil seiner Laufzeit damit verbringt, das Gegenteil zu zeigen.
Ein zwiespältiges Erbe
Deep Impact wurde im selben Sommer wie Armageddon veröffentlicht, und die beiden Filme konkurrierten direkt. Deep Impact wurde von Kritikern etwas besser aufgenommen, aber beide Filme waren letztendlich gemischt erfolgreich. Der Film spielte weltweit über 349,5 Millionen Dollar bei einem Produktionsbudget von 80 Millionen Dollar ein und wurde damit der sechstbeste Film des Jahres 1998.
Es war der letzte Film des Kameramanns Dietrich Lohmann, der vor der Veröffentlichung starb.
Endgültiges Urteil
Deep Impact ist ein Film verpasster Gelegenheiten. Er hat eine großartige Prämisse, einen talentierten Cast und einen Regisseur, der weiß, wie man Action inszeniert. Aber das Drehbuch kann seine eigenen Ideen nicht aufrechterhalten. Der Komet ist real, die Angst ist real, und die Hoffnung ist hohl.
4 von 10.
Box mit den wichtigsten Fakten
- Regie: Mimi Leder
- Drehbuch: Bruce Joel Rubin, Michael Tolkin
- Laufzeit: 122 Minuten
- Genre: Action, Drama, Science Fiction
- Slogan: „Ozeane steigen. Städte fallen. Hoffnung überlebt.“
- Veröffentlichungsdatum: 8. Mai 1998
- Produktionsbudget: 80 Millionen Dollar
- Weltweites Einspielergebnis: über 349,5 Millionen Dollar
- Rang: Sechster umsatzstärkster Film von 1998
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