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Künstliche Intelligenz gewinnt an Bedeutung im Vorfeld des Treffens zwischen Trump und Xi angesichts tiefen Misstrauens zwischen den USA und China.

Trump und Xi treffen sich inmitten von Misstrauen, wobei Sicherheit von Künstlicher Intelligenz und seltene Erden auf der Agenda stehen, vor einem Staatsbankett im Weißen Haus.

Von mitch·6 Min. Lesezeit
Tech executives mingle with world leaders at a formal state dinner in a grand hall.

Xi Jinping trifft am Mittwoch in Maryland ein, zu seinem ersten Staatsbesuch in den USA seit 2015, und Gegenstand der Reise ist nicht so sehr Handel oder Diplomatie, sondern vielmehr die Technologie, die beiden zugrunde liegt. Das Treffen zwischen Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staatschef findet inmitten tiefen Misstrauens zwischen den beiden Ländern statt, und KI ist das verbindende Element.

Dies ist das zweite persönliche Treffen zwischen Trump und Xi in diesem Jahr. Das erste fand im Mai in Peking statt. Bei diesem Gipfeltreffen wurde zwar von der Schaffung „strategischer Stabilität“ gesprochen, es wurden jedoch keine konkreten Ergebnisse erzielt. Handel, Exportkontrollen und Geopolitik bleiben ungelöste Streitpunkte zwischen den beiden Ländern.

Gästeliste für das Staatsbankett

Am Donnerstagabend findet ein Staatsbankett im Weißen Haus statt, und die Gästeliste liest sich wie ein Who’s Who der US-Tech-Industrie. Jeff Bezos von Amazon, Sundar Pichai von Alphabet, Sam Altman von OpenAI, Tim Cook von Apple, Elon Musk von Tesla, Mark Zuckerberg von Meta und Jensen Huang von Nvidia werden alle erwartet.

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Das Dinner ist ein Zeichen dafür, wie zentral Tech-Unternehmen für die US-Politik gegenüber China geworden sind. Ihre Anwesenheit am Tisch bedeutet, dass sich das Gespräch wahrscheinlich schnell auf die Frage der KI-Sicherheit verlagern wird, die zum entscheidenden Thema der Beziehung geworden ist.

Vorschlag für einen Sicherheitsmechanismus

Scott Bessent, der US-Finanzminister, beendete am Sonntag Gespräche mit dem chinesischen Vize-Premierminister He Lifeng mit dem Vorschlag eines KI-Sicherheitsmechanismus zwischen Washington und Peking. Der Vorschlag scheint von einem umfassenden Sicherheitsabkommen Abstand zu nehmen.

Bessents Vorschlag ist eine Möglichkeit für die beiden Länder, die Sicherheit von KI-Systemen zu koordinieren. Es handelt sich um einen Vorschlag, nicht um eine Vereinbarung, und es ist unklar, ob eine der beiden Seiten sich auf etwas anderes als den Vorschlag selbst eingelassen hat.

Chinas eigener Vorschlag

In der Ausgabe der „Volks-Zeitung“ vom Dienstag erschien ein Artikel, der dazu aufruft, KI als „ein neues Spielfeld für die Zusammenarbeit zwischen China und den USA“ zu betrachten und die „zwischenstaatliche Dialogplattform für KI“ zu nutzen. Der Artikel ist ein direkter Appell an die USA, KI als ein Feld zu betrachten, in dem Zusammenarbeit möglich ist, anstatt als eine Quelle von Konflikten.

Der Artikel zitiert auch UN-Generalsekretär António Guterres, der die beiden Länder aufforderte, einen KI-Dialog zu führen, wie ihn die USA und die Sowjetunion während des Kalten Krieges etablierten. Guterres sagte, Regierungen mit den größten KI-Fähigkeiten hätten die größten Verantwortlichkeiten gegenüber der Menschheit, um Kanäle für Dialog, Transparenz, Vertrauen und Zusammenarbeit zu schaffen.

„Regierungen mit den größten KI-Fähigkeiten haben die größten Verantwortlichkeiten gegenüber der Menschheit, um Kanäle für Dialog, Transparenz, Vertrauen und Zusammenarbeit zu schaffen.“

Der Kampf um die Kontrolle der Zukunft

China hat die Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten vorgeschrieben, die Nutzung von KI-Begleitern durch Kinder eingeschränkt und die Sprache von Chatbots beschränkt. Die USA haben Chinas Käufe der fortschrittlichsten Halbleiter seit langem eingeschränkt und den Verkauf chinesischer humanoider Roboter verboten.

Diese Maßnahmen sind nicht nur symbolisch. Sie sind Versuche, die Richtung der KI-Entwicklung selbst zu gestalten. China versucht, die Informationen zu kontrollieren, die über seine Grenzen fließen, während die USA versuchen, die Technologie zu kontrollieren, die China bauen kann.

Die beiden Seiten arbeiten nicht auf das gleiche Ziel hin. Die USA sehen KI als einen strategischen Vermögenswert an, den sie vor chinesischer Konkurrenz schützen müssen. China sieht KI als einen strategischen Vermögenswert an, den es auf eigene Weise entwickeln muss.

Dieses Missverhältnis ist die eigentliche Geschichte. Das Abendessen am Donnerstag wird eine Fotogelegenheit sein. Die Technologie, die es repräsentiert, ist das eigentliche Schlachtfeld.

Diplomaten über den aktuellen Stand

Bonnie Glaser vom German Marshall Fund sagt, die Erwartungen seien sehr gering. Glaser ist eine langjährige Beobachterin der Beziehungen zwischen den USA und China, und ihre Einschätzung ist unmissverständlich: dieses Treffen wird wahrscheinlich keine konkreten Ergebnisse hervorbringen.

Amanda Hsiao von der Eurasia Group fügt hinzu, dass China die Bedrohung nicht auf die gleiche Weise sieht wie die USA. Hsios Punkt ist, dass die beiden Seiten aneinander vorbeireden, weil sie unterschiedliche Fragen stellen. Die USA fragen sich, wie sie verhindern können, dass China aufholt. China fragt sich, wie es seine eigene Zukunft gestalten kann.

Scott Kennedy vom Center for Strategic and International Studies stimmt zu, dass das Verhältnis kein G2 ist. Kennedy sagt, das werde nicht passieren.

Der Waffenverkaufs- und Seltenerdmetalle-Waffenstillstand

Trump erklärte im Mai, eine Waffenlieferung für Taiwan im Wert von 14 Milliarden US-Dollar auszusetzen. Trump bezeichnet zukünftige Waffenverkäufe als „sehr gutes Verhandlungsstück“. Berichten zufolge erwägt die USA, weitere Verkäufe bis nach den Apec- und G20-Gipfeln später dieses Jahres zu verzögern.

Die im vergangenen Jahr in Südkorea ausgehandelte Handelsruhezeit läuft im November aus. Diese beinhaltete eine Aussetzung von Zöllen und eine Vereinbarung, dass Peking die Exportbeschränkungen für Seltenerdmetalle lockert. Die USA sehen die Ruhezeit als Hebel, so Glaser. Die USA wollen den Druck auf China aufrechterhalten, um die Vereinbarung über Seltenerdmetalle einzuhalten.

Chinas Exporte sind trotz des Handelskrieges stark gestiegen. Es steht kurz davor, für das zweite Jahr in Folge einen Handelsüberschuss von 1 Billion US-Dollar zu erzielen.

Was das für das Abendessen bedeutet

Das Abendessen am Donnerstag wird ein Rahmen für Diskussionen über KI-Sicherheit bieten. Die Technologievorstände werden anwesend sein, und die beiden Staats- und Regierungschefs haben die Chance, sich mit ihnen fotografieren zu lassen. Aber die eigentliche Arbeit wird hinter den Kulissen stattfinden, in den Gesprächen zwischen Bessent und He Lifeng und in den Gesprächen zwischen den beiden Staats- und Regierungschefs.

Das Misstrauen, das KI in den Mittelpunkt dieser Beziehung gestellt hat, verschwindet nicht. Das Treffen wird stattfinden. Das Foto wird gemacht. Das Gespräch wird stattfinden.

Wo die Zeitung steht

Die Zeitung befürwortet enge Regeln gegen direkte Schädigungen, wie die Verpflichtung von Unternehmen, Sicherheitslücken offenzulegen, die sie verschwiegen haben, und ist gegen weitreichende Regeln, die den Markt den etablierten Unternehmen übergeben. Der von Bessent vorgeschlagene KI-Sicherheitsmechanismus ist ein Schritt in die richtige Richtung, obwohl es sich weiterhin um einen Vorschlag ohne Verpflichtung einer der beiden Seiten handelt. Die Zeitung unterstützt die Idee eines zwischenstaatlichen Dialogs über KI-Sicherheit, aber nur, wenn dieser nicht zu einem Instrument wird, um bestehende Vorteile zu verfestigen. Die Gästeliste für das Abendessen zeigt, wie zentral Technologieunternehmen für die US-Politik gegenüber China geworden sind, und die Zeitung möchte, dass ihr Einfluss sich für Offenheit einsetzt, nicht für Konsolidierung.

Die Position der Zeitung ist, dass die Gefahr in der Dominanz großer Technologieunternehmen liegt, nicht in der Technologie selbst. Wenn die größten Firmen selbst um Regulierung bitten, fragt die Zeitung, wer durch diese Regeln ausgesperrt würde: Lizenzierungsregelungen und Compliance-Kosten sind ein Bollwerk, nicht ein Schutzschild. Die USA und China nutzen jeweils die KI-Regulierung, um die Entwicklung des jeweils anderen zu kontrollieren, und die Zeitung ist der Ansicht, dass die Antwort nicht darin besteht, gegenüber den größten Unternehmen nachzugeben, sondern den Markt für Herausforderungen offen zu halten.

Der Leser sollte auf jede Bewegung hin zu einer bundesstaatlichen Lizenzierung von KI achten, die die heutigen Marktführer einfrieren und alle aus dem Rennen werfen würde, die sie herausfordern könnten. Die Zeitung ist ebenso gegen die Möglichkeit, dass große Unternehmen ihre Misserfolge verschleiern. Das eigentliche Schlachtfeld ist nicht der Esstisch, sondern die Technologie, die darunter läuft.

Quelle: „KI steht über dem Trump-Xi-Gipfel inmitten tiefen Misstrauens zwischen den USA und China“, The Guardian.

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