It Comes at Night ist ein langsam aufgebauter Horrorfilm über Angst, die Männer in Monster verwandelt, und er verdient diese Aussage größtenteils. Trey Edward Shults inszeniert sein eigenes Drehbuch, und das Ergebnis ist eine angespannte, klaustrophobische Studie über das Vertrauen zwischen zwei Familien in einer Welt, die von einer tödlichen Seuche überrannt wird.
Paul, gespielt von Joel Edgerton, hat mit seiner Frau Sarah (Carmen Ejogo) und dem Teenager-Sohn Travis (Kelvin Harrison Jr.) ein abgeschiedenes Leben aufgebaut. Ihr Frieden wird zerstört, als ein verzweifelter Fremder namens Will (Christopher Abbott) mit seiner Frau Kim (Riley Keough) und dem kleinen Sohn Andrew (Griffin Robert Faulkner) an ihrer Tür erscheint.
Trailer, über A24.
Die Ausgangssituation
Der Film beginnt damit, dass Pauls Schwiegervater Bud die Krankheit bekommt. Die Familie setzt ihn vermeintlich zu Tode und verbrennt seinen Körper, ein düsteres Ritual, das den Ton früh setzt. Dann kommt der Fremde, an einen Baum gefesselt mit einem Sack über dem Kopf, während Paul abwartet, ob er die Krankheit mit sich trägt.
Will erklärt, er habe Wasser für seine Familie gesucht. Er bietet Essen im Tausch an, und Sarah drängt Paul, sie hereinzulassen. Die Familien einigen sich auf Regeln: die Tür bleibt verschlossen, und nur Paul oder Sarah halten den Schlüssel.
Vertrauen und Verrat
Die Spannung steigt langsam. Travis‘ Hund Stanley beginnt, ein unsichtbares Wesen anzubellen, verfolgt es in den Wald. Travis besteht darauf, er habe etwas draußen gehört. Später wird Andrew in Buds altem Zimmer schlafend aufgefunden, leidet unter einem Alptraum, mit offener Haustür.
Die Familien überprüfen das Haus und finden Stanley blutend und krank. Sie setzen ihn vermeintlich zu Tode und verbrennen den Hund. Travis gesteht, die Tür sei offen gewesen. Sarah fragt sich, ob Andrew sie im Schlaf geöffnet hat.
Paul wird zunehmend misstrauisch gegenüber Will, und der Film baut auf einen Konfrontation hin, die sich unausweichlich anfühlt.
Was funktioniert
- Die schauspielerischen Leistungen tragen die Last. Edgerton spielt Paul als einen Mann, der die Geduld mit der Welt verloren hat, während Abbotts Will verzweifelt genug ist, um eine echte Gefahr zu vermitteln.
- Das Tempo ist bedacht. Shults lässt Szenen atmen, was die plötzliche Gewalt noch stärker wirken lässt, wenn sie schließlich eintritt.
- Die Isolation ist vollständig. Der Film verlässt selten das Haus, und der Wald draußen bleibt eine ständige, unbekannte Bedrohung.
Wo es zu kurz kommt
Der Film stützt sich stark auf Beklemmung statt auf tatsächliche Schreckmomente. Einige Szenen werden länger als nötig, und der Mittelteil zieht sich hin, bevor der Höhepunkt an Fahrt gewinnt.
Das Ende kommt mit einer überraschenden Wendung, aber sie wirkt verdient und nicht aufgesetzt. Es belohnt Zuschauer, die dem langsamen Aufbau die Treue gehalten haben.
Wichtige Fakten
- Regie: Trey Edward Shults
- Drehbuch: Trey Edward Shults
- Mitwirkende: Joel Edgerton, Christopher Abbott, Carmen Ejogo, Kelvin Harrison Jr., Riley Keough
- Laufzeit: 91 Minuten
- Veröffentlichung: 9. Juni 2017, durch A24
- Bewertung: 7,8/10
It Comes at Night ist ein solider, oft spannungsgeladener Beitrag zum Survival-Horror-Genre. Es erfindet das Rad nicht neu, muss es aber auch nicht. Shults weiß, wie man ein Publikum in Atem hält, und der finale Akt des Films hält das Versprechen seines Aufbaus ein.
Wertung: 7,8/10
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