Star Wars: The Force Unleashed erschien 2008 als Konsolen- und Handheld-Titel, der um eine zentrale Idee herum aufgebaut war: Spieler sollten mit der Macht alles zertrümmern können. Diese Idee funktionierte. Die Umsetzung hielt nicht immer Schritt.
Trailer, via VideoGameTrailers007.
Darth Vaders Schüler
Das Spiel folgt Galen Marek, einem jungen Schüler von Darth Vader, der die letzten überlebenden Jedi jagt. Die Prämisse ist einfach und effektiv. Marek setzt die Macht mit echter Wucht ein, schleudert Möbelstücke, zermalmt Droiden und hebt Gegner in die Luft. Die Spieler verbringen den Großteil des Spiels damit, Tische über ihre Köpfe zu ziehen und sie in Sturmtruppen zu schleudern.
Das Kampfsystem ist das Herzstück des Pakets und bleibt der stärkste Teil des Spiels. Gegner taumeln und weichen zurück, wenn sie mit einem ausreichend starken Schlag getroffen werden. Die Machtfähigkeiten wachsen im Verlauf der Kampagne stetig und geben den Spielern neue Möglichkeiten, jeden Raum, den sie betreten, auseinanderzunehmen. Es ist eine befriedigende Schleife, auch wenn die Vielfalt der Gegnertypen nicht mit dem Ehrgeiz der verfügbaren Werkzeuge mithalten kann.
Level und Tempo
Das Spiel führt durch eine Reihe von Planeten, die jeweils eine neue Umgebung und eine frische Reihe von Hindernissen bieten. Das Tempo leidet im mittleren Abschnitt, wo Nebenmissionen und Sammelaufgaben das Momentum verlangsamen, ohne viel zur Hauptgeschichte beizutragen. Die Kampagne selbst ist nach modernen Maßstäben kurz und endet je nach Können des Spielers in etwa sechs bis acht Stunden.
Die Schwierigkeitskurve ist ungleichmäßig. Frühe Level wirken großzügig, fast zu leicht, während spätere Bosskämpfe präzises Timing und den sorgfältigen Einsatz von Machtfähigkeiten verlangen. Dieser Wechsel in der Herausforderung ist frustrierend, da das Spiel die Spieler selten warnt, was als Nächstes kommt.
Visueller Stil und Soundtrack
Die Grafik hält sich für einen Titel aus dem Jahr 2008 gut, mit detaillierten Umgebungen und einem unverwechselbaren Look, der zum Star-Wars-Universum passt. Die Charaktermodelle sind ausdrucksstark, besonders in Zwischensequenzen, obwohl die Animation in Bewegung steif wirken kann. Das Spiel läuft auf den meisten Plattformen mit einer stabilen Bildrate, mit einigen Einbrüchen in geschäftigeren Szenen.
Die Musik trägt hier eine schwere Last. John Powells Partitur stützt sich stark auf John Williams‘ Themen und vermischt vertraute Leitmotive mit neuer Orchestrierung. Im Hauptmenü und in den Eröffnungsszenen funktioniert das, doch es wiederholt sich oft und verliert über lange Spielsitzungen hinweg etwas von seiner Wirkung.
Wo es zu kurz greift
Das größte Problem ist das Drehbuch. Die Dialoge sind flach, und die Sprecherleistung schafft es kaum, das emotionale Gewicht der Geschichte zu vermitteln. Mareks Handlungsbogen, der als tragischer Fall von der Gnade gedacht ist, wirkt eher überstürzt als verdient. Das Spiel setzt auf visuelles Spektakel, um schwache Figurenentwicklung auszugleichen, und dieser Kompromiss zeigt sich.
Das Spiel leidet zudem unter einigen technischen Problemen, die bereits zum Start vorhanden waren. Einige plattformspezifische Probleme beeinträchtigten Leistung und Stabilität, doch diese wurden im Laufe der Zeit weitgehend behoben. Die hier getestete Version läuft auf PS3 und Xbox 360 flüssig, wobei iOS insgesamt die schwächste Leistung zeigt.
So schneiden die Stärken des Spiels im Vergleich zu seinen Schwächen ab:
- Kampfsystem — stark, abwechslungsreich und befriedigend
- Machtfähigkeiten — einfallsreich und gut integriert
- Leveldesign — kreativ, aber gelegentlich repetitiv
- Geschichte — dünn, mit flacher Figurenzeichnung
- Technische Politur — solide, mit gelegentlichen Aussetzern
| Plattform | Jahr | Hauptmerkmale |
|---|---|---|
| PS3, Xbox 360 | 2008 | Vollständige Kampagne, Unterstützung für Konsolen-Controller |
| iOS | 2008 | Portable Version, Touch-Steuerung |
| NGage | 2008 | Handheld-Version, begrenzter Umfang |
Die NGage-Version, die für Nokias Mobiltelefon-Plattform veröffentlicht wurde, bot im Vergleich zu den Konsolenversionen ein reduziertes Erlebnis. Sie war eine nützliche Möglichkeit, das Spiel unterwegs zu spielen, doch fehlte ihr ein Teil der Tiefe, die auf PS3 und Xbox 360 vorhanden war.
Fazit
Star Wars: The Force Unleashed ist ein Spiel, das von seinen Höhen und Tiefen geprägt ist. Das Kampfsystem bleibt eine herausragende Leistung und bietet ein Ausmaß an Zerstörung, das damals nur wenige Spiele versuchten. Die Geschichte hingegen wirkt dünn und unfertig, belastet von Dialogen, die nie ganz überzeugen.
Das Spiel gelingt, wenn es die Spieler Dinge zertrümmern lässt, und es scheitert, wenn es versucht, eine Geschichte zu erzählen. Es ist ein solider Beitrag zum Star-Wars-Kanon, aber kein großartiger.
Wertung: 6,2 von 10.
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