Resident Alien ist eine skurrile Komödie über einen Außerirdischen, der auf der Erde notlandet und beschließt, sich als Geschichtslehrer an einer Highschool zu tarnen. Dieses Konzept klingt nach einer Vorlage für eine Sitcom, und das ist es größtenteils auch. Aber die Serie möchte auch ein Thriller, ein Familiendrama und eine Meditation darüber sein, was es bedeutet, Mensch zu sein. Sie springt zwischen all diesen Modi mit unterschiedlichem Erfolg hin und her, und das Ergebnis ist eine Serie, die stets unterhaltsam ist, selbst wenn sie den Fokus verliert.
Die Serie feierte im Jahr 2021 auf Syfy ihren Start und läuft seit vier Staffeln. Sie folgt Harry Targaryen (Alan Tudyk), einem intergalaktischen Botschafter, der dazu geschickt wurde, die Menschheit zu beobachten, bevor der Rat seines Planeten beschließt, sie zu zerstören. Er inszeniert seinen Tod, übernimmt den Körper eines kürzlich verstorbenen Geschichtslehrers namens Mike Pearson und zieht nach Paterson, New Jersey, wo er Physik unterrichtet und versucht zu verstehen, warum die Menschheit sich noch nicht selbst vernichtet hat.
Trailer, über SYFY.
Alan Tudyk trägt die Serie
Tudyk ist der Grund, warum die Serie funktioniert. Er spielt Harry mit einem trocken-witzigen Humor, der an seine Arbeit in Firefly und Ducktales erinnert, aber hier darf er sein Repertoire ausdehnen. Der Charakter ist ein Außerirdischer, der die Menschen seit Jahrhunderten studiert hat, so dass er alle unsere Klischees kennt und eine Pointe darüber abfeuern kann, während er gleichzeitig aufrichtig neugierig auf die Spezies ist. Tudyk’s Darstellung ist der Klebstoff, der die Serie zusammenhält.
Der Nebencast ist solide, aber weniger einprägsam. Sarah Amos (Rebecca Romijn) ist Harrys Ex-Frau und die Mutter seines Teenagersohns Tommy (Malcolm Muggericy). Sie ist eine Polizistin mit einer scharfen Zunge und einem weicheren Herzen darunter. Die Serie stützt sich auf ihre Beziehung für emotionale Tiefe, und Romijn trägt das gut. Die weiteren regulären Darsteller sind Jen Van Der Beek als Schulleiterin, Kaitlin Hopkins als eine Kollegin und Sam Corlett als ein Detektiv, der Harrys Vergangenheit untersucht.
Das Konzept ist der Star
Die Stärke der Serie rührt von ihrer zentralen Idee her: ein Außerirdischer beobachtet die Menschen, als wären sie eine seltsame Spezies. Diese Perspektive ermöglicht Witze über Technologie, Politik und soziale Normen, die sich frisch anfühlen. Wenn Harry erklärt, warum Menschen von Sport besessen sind, oder warum wir Autos fahren anstatt zu Fuß zu gehen, dann trifft die Serie den Nagel auf den Kopf. Diese Momente sind das Beste, was die Serie zu bieten hat.
Aber die Serie leidet auch unter ihrer Grundprämisse. Sobald die Neuheit eines außerirdischen Beobachters verblasst, muss die Handlung auf konventionellere Erzählweisen zurückgreifen. Dort strauchelt die Serie. Die zweite Staffel führt einen wiederkehrenden Bösewicht ein, den Mysterion, eine schattenhafte Figur aus Harrys Vergangenheit. Dieser Handlungsbogen fügt Spannung hinzu, wiederholt aber auch einige der früheren Ideen der Serie.
Die dritte Staffel bringt den Mysterion zurück und führt eine neue Bedrohung ein: eine Gruppe von Außerirdischen, die die Erde als Kolonie nutzen wollen. Dieser Handlungsstrang ist ehrgeiziger, aber er füllt die Laufzeit der Serie auch mit Füllmaterial. Die vierte Staffel schließt mit einem Finale ab, das versucht, die wichtigsten Handlungsstränge zu lösen. Es gelingt dabei meistens, obwohl einige Fans das Ende übereilt fanden.
Komödie vs. Drama
Die Serie hat Schwierigkeiten, ihre Tonlagen auszugleichen. Sie will eine lustige Sitcom sein, aber sie will auch ein ernstes Sci-Fi-Drama sein. Die beiden Impulse prallen oft aufeinander. Eine Szene, die lustig sein könnte, wirkt schwerfällig, und eine Szene, die angespannt sein könnte, wird albern.
Der Erschaffer der Serie, Chris Sheridan, hat gesagt, dass er die Idee eines Außenstehenden erkunden wollte, der ins Innere blickt. Dieses Ehrgeiz zeigt sich im Schreiben, erzeugt aber auch Reibung. Die besten Episoden der Serie sind diejenigen, die sich entweder dem Humor oder dem Drama voll und ganz verschrieben haben. Wenn die Serie lustig ist, ist sie sehr lustig. Wenn sie dramatisch ist, ist sie überraschend bewegend. Das Mittelmaß ist der Ort, an dem die Serie scheitert.
Der Humor der Serie ist oft körperlich und absurd, was zu Tuduks Stil passt. Es gibt Momente, in denen Harrys außerirdische Natur auf unerwartete Weise enthüllt wird, und die Serie setzt den Witz voll um. Die Serie hat auch ein Talent, Humor in banalen Situationen zu finden, was den Ton leicht hält, selbst wenn die Einsätze hoch sind.
Die Sci-Fi-Elemente sind nicht ausreichend durchgearbeitet
Die Sci-Fi-Elemente der Serie sind unterentwickelt. Die außerirdische Technologie wird kaum erklärt, und die Regeln des Universums sind inkonsistent. Die Serie behandelt die außerirdische Invasion oft als gegeben und konzentriert sich stattdessen auf die Charaktere. Dieser Ansatz funktioniert für eine Sitcom, frustriert aber Zuschauer, die eine tiefere Welt wünschen.
Die visuellen Effekte der Serie sind bescheiden, und das Budget ist eindeutig kleiner als bei größeren Science-Fiction-Produktionen. Die Serie verlässt sich auf praktische Gags und einfache Kulissen statt auf aufwendige Actionsequenzen. Diese Einfachheit hat ihren Reiz, aber sie schränkt auch den Umfang dessen ein, was die Serie leisten kann.
Die größte Schwäche der Serie ist der Mangel an einem konsistenten Antagonisten. Der Mysterion ist ein ordentlicher Gegenspieler, aber die Serie führt neue Bösewichte ein, ohne ihnen genug Bildschirmzeit zu geben, um bedrohlich zu wirken. Die Serie hat auch Schwierigkeiten, ihr Ensemble auszugleichen. Einige Charaktere wirken unterausgelastet, während andere die Erzählung dominieren.
Die Romanze
Einer der schwächeren Handlungsstränge der Serie ist Harrys Romanze mit der Figur von Jen Van Der Beek, Ms. Foster. Die Serie verbringt viel Zeit mit ihrer sich entwickelnden Beziehung, aber der Lohn ist enttäuschend. Die Serie baut eine romantische Beziehung zwischen Harry und Ms. Foster auf, einer Kollegin, die ihn zunächst misstrauisch gegenübersteht. Die Serie investiert stark in ihre gemeinsamen Szenen, aber die Chemie stimmt nie ganz. Die Auflösung ihrer Geschichte ist gehetzt, was einige Zuschauer unzufrieden zurücklässt.
Die Serie hat auch einen Nebenstrang, der Tommy betrifft, der mit der Abwesenheit seines Vaters zu kämpfen hat. Die Serie behandelt dies sorgfältig, aber löst die Spannung nie vollständig auf. Tommy ist ein nachvollziehbarer Teenager, der mit einem Elternteil zu tun hat, der buchstäblich nicht er selbst ist, und die Serie fängt diese Frustration gut ein. Allerdings erforscht die Serie nicht vollständig die langfristigen Auswirkungen von Harrys Täuschung auf den Jungen.
Was am besten funktioniert
Die besten Episoden der Serie sind diejenigen, die an ihrem Kernkonzept festhalten. Die erste Staffel der Serie ist ihre stärkste, wobei Episoden wie „Pilot“ und „The Test“ Ton und Charaktere effektiv etablieren. Die zweite Staffel der Serie hat ihren eigenen herausragenden Episoden, insbesondere „The Mysterion“, die den Einsatz erhöht, ohne den Humor der Serie zu verlieren. Die dritte Staffel hat ein paar starke Episoden, darunter „The Colony“, die eine neue Bedrohung auf frische Weise einführt.
Die finale Staffel hat ihre Höhepunkte, darunter „Die Rückkehr“, die einen beliebten Charakter zurückbringt. Die Staffelpremiere, „Das Ende“, verknüpft die wichtigsten Handlungsstränge der Serie mit einem befriedigenden Ende. Die letzte Episode der Serie ist ein passender Abschluss der Reihe, obwohl einige Fans das Ende übereilt fanden.
Der Zeitplan
| Staffel | Episoden | Veröffentlichungszeitraum |
|---|---|---|
| 1 | 13 | September 2021 – Januar 2022 |
| 2 | 13 | Oktober 2022 – Februar 2023 |
| 3 | 13 | Oktober 2023 – Februar 2024 |
| 4 | 13 | Oktober 2024 – Februar 2025 |
Bewertung der Staffeln
- Staffel 1 – der Pilot und „The Test“ etablieren die Identität der Serie mit Selbstbewusstsein.
- Staffel 2 – „The Mysterion“ erhöht den Einsatz, ohne den Humor der Serie zu verlieren.
- Staffel 3 – „The Colony“ führt eine neue Bedrohung auf frische Art ein.
- Staffel 4 – das Finale knüpft an die Handlungsstränge der Serie an, wenngleich einige das Ende gehetzt finden.
Die letzte Staffel der Serie ist ein Wechselbad der Gefühle. Sie hat ihre Höhepunkte, hetzt aber auch über die Auflösung der wichtigsten Handlungsstränge hinweg. Die letzte Episode der Serie ist ein passendes Ende für die Reihe, wenngleich einige Fans das Ende gehetzt fanden.
Resident Alien ist eine Serie, die besser ist als ihr Ruf vermuten lässt. Es ist eine fehlerhafte, aber unterhaltsame Serie, die weiß, wie man humorvoll und gelegentlich dramatisch ist. Es ist eine Serie, die Aufmerksamkeit belohnt und ein befriedigendes Ende liefert. Es ist keine perfekte Serie, aber eine lustige.
Das Notizbuch abonnieren.
Die besten Geschichten des Tages und jedes neue Urteil, in klarem Deutsch, um sieben im Postfach. Eine Mail am Tag, nicht mehr.





