„The Shannara Chronicles“ wurde 2016 ausgestrahlt und wollte ein großes Fantasy-Epos sein. Es erhielt ein Fernsehbudget, einen bekannten Namen und eine Welt voller Magie. Was es nicht erhielt, war ein Drehbuch, das all das wert ist.
Basierend auf den Romanen von Terry Brooks, folgt die Serie einen jungen Helden namens Shea Ohmsford, während er versucht, eine tödliche Macht zu stoppen, die als die Dämonen der Verbotslande bekannt ist. Das Konzept klingt nach etwas, das man sehen sollte. Die Umsetzung ist es nicht.
Trailer, via MTV.
Sheas und Menions Problem
Shea beginnt die Serie als einfacher Bauer ohne die Ahnung, dass er von einer mächtigen Linie von Helden abstammt. Er verbringt den Großteil der ersten Staffel damit, durch Gefahren zu stolpern, während seine Freunde versuchen, ihn in Sicherheit zu bringen. Dieses Setup funktioniert in Büchern. Auf dem Bildschirm wirkt es langsam.
Menion Leah, sein Cousin, führt die meisten Actionszenen. Er ist derjenige, der weiß, was auf dem Spiel steht, und derjenige, der die Kontrolle übernimmt, wenn Shea nicht kann. Diese Aufteilung zieht sich durch die ganze Serie: Shea ist das Handlungselement, Menion ist der Charakter, den man wirklich mag.
Die Dämonen der Verbotslande
Die Hauptbedrohung der Serie sind die Dämonen der Verbotslande, Kreaturen, die aus einem verfluchten Land entstanden sind. Sie sollen furchteinflößend sein. Meistens sehen sie aus wie grüne CGI-Klumpen.
Die Serie führt auch Trolle, Gnome und andere Fantasy-Rassen ein, aber keine von ihnen erhält die Entwicklung, die sie benötigen. Sie existieren, um Kampfszenen zu füllen, nicht um zu einprägsamen Charakteren zu werden. Ein Troll ist ein Troll ist ein Troll.
Was funktioniert und wo es scheitert
Es gibt Momente, in denen „The Shannara Chronicles“ der Größe nahekommt. Das Produktionsdesign ist stark, und die Drehorte wirken bewohnt. Die Kostüme greifen stark auf Leder und Kettenhemd zurück, und die Beleuchtung verleiht der Show einen dunklen, stimmungsvollen Ton, der zum Fantasy-Setting passt.
Die Besetzung ist mit dabei, besonders Aram Haney als Shea und Zeljohn Berens als Menion. Ihre Chemie trägt Szenen, die das Schreiben eigentlich tragen sollte.
Das Tempo zieht sich. Episoden wiederholen sich, und der mittlere Abschnitt der ersten Staffel fühlt sich eher wie Füllmaterial als wie eine Geschichte an. Der Dialog ist oft steif, wobei Charaktere Dinge sagen, die sie in einem echten Kampf niemals sagen würden.
Die Serie hat auch Probleme mit dem Maßstab. Sie will sich wie eine epische Fantasy-Saga anfühlen, aber das Budget ist zu sehen. Inszenierungen, die Ehrfurcht einflößen sollten, wirken billig.
Bewertung der Staffeln
Hier ist, wie sich die Staffeln aufteilen:
- Staffel 1: Langsamer Start, einige Versprechen, zu viel Füllmaterial.
- Staffel 2: Besseres Tempo, stärkere Bedrohungen, immer noch belastet durch schwache Drehbücher.
- Staffel 3: Versuche, alles zu verknüpfen, scheitert am versprochenen Ende.
Keine davon trifft den Nagel auf den Kopf.
Das Urteil
„The Shannara Chronicles“ ist eine verpasste Gelegenheit. Es hat die Elemente einer großartigen Fantasy-Serie: eine reiche Welt, einen fesselnden zentralen Konflikt und Schauspieler, die bereit sind, sich zu engagieren. Aber das Schreiben erreicht das nie. Shea bleibt flach. Menion bekommt das beste Material, aber selbst er bekommt nicht genug, um die Serie sehenswert zu machen.
Es ist keine schlechte Serie. Es ist nur eine Serie, die nie Fuß fassen kann.
Wertung: 5,2 von 10.
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