Buzz Lightyear ist seit Jahrzehnten auf einem feindlichen Planeten gefangen, und Pixars neuester Ableger liefert ihm endlich eine vollständige Vorgeschichte, die sich von den Spielzeugen abhebt, die ihn berühmt gemacht haben. Der Film ist ein Weltraumabenteuer über einen Ranger, der auf einer gefährlichen Welt gestrandet ist, aber er ist auch ein leises Familiendrama über die Menschen, die er zurücklässt. Das Ergebnis ist ein Film, der ernsthafter als spannend, nachdenklicher als explosiv und letztlich eine solide, aber nicht unverzichtbare Ergänzung des Franchise ist.
Trailer, via Pixar.
Der Aufbau
Lightyear beginnt mit einer Routinemission, die schiefgeht. Ein Erkundungsschiff des Sternenkommandos ändert den Kurs, um Anzeichen von Leben auf T’Kani Prime zu untersuchen, einer zuvor unerforschten Welt. Im Inneren des Schiffs werden Buzz Lightyear und seine befehlshabende Offizierin Alisha Hawthorne von der KI des Schiffs aus dem Hyperschlaf geweckt. Sie landen auf dem Planeten mit einem Neuling im Schlepptau, nur um zu entdecken, dass die Welt von feindlichen Lebensformen bewohnt wird. Das Schiff ist irreparabel beschädigt, und Buzz meldet sich freiwillig als Testpilot für einen Hyperraum-Treibstoffkristall, der sie nach Hause bringen könnte.
Der Aufbau ist einfach und effektiv. Er gibt dem Film ein klares Ziel und eine tickende Uhr, auch wenn die Uhr auf seltsame Weise läuft. Wegen der Auswirkungen der Zeitdilatation durch Reisen mit relativistischen Geschwindigkeiten versetzt jeder Testflug Buzz um Jahre nach vorn, während die Crew auf dem Planeten darunter altert. Dieser Mechanismus treibt die ganze Geschichte voran, und er wird mit einer überraschenden Sorgfalt behandelt.
Das Problem der Zeitdilatation
Das zentrale Problem von Lightyear ist, dass Buzz mit jedem Test Jahrzehnte in die Zukunft springt. Ein Jahr auf dem Planeten werden vier Jahre in seiner eigenen Zeitlinie. Dann sechs Jahre, dann zehn, dann zwanzig, bis schließlich über sechsundsechzig Jahre vergangen sind. Als er den letzten Test erreicht, ist T’Kani Prime von Zyclops-Robotern überfallen worden, angeführt von Zurg, und Buzz und sein robotischer Begleiter Sox springen zweiundzwanzig Jahre in die Zukunft.
Das ist eine kühne Wahl für einen Animationsfilm, und sie zahlt sich öfter aus als nicht. Der Film nimmt die Zeitdilatation ernst und zeigt die Konsequenzen für die Crew und den Planeten in realen Begriffen. Alisha zieht mit ihrer Frau Kiko einen Sohn groß und stirbt dann an Altersschwäche. Sox verbessert die Zusammensetzung des Treibstoffs, wodurch das Schiff Überlichtgeschwindigkeit erreichen kann. Die Kolonie entwickelt sich, und die Geschichte wandelt sich von einer Rettungsmission zu einer Überlebensgeschichte.
Das Problem entsteht, wenn der Film sich auf die Science-Fiction-Prämisse stützt, um emotionale Arbeit zu leisten, die eine einfachere Geschichte besser bewältigen könnte. Die übersprungenen Jahre bedeuten, dass Figuren abseits der Leinwand sterben, und dem Publikum wird davon erzählt, statt es gezeigt zu bekommen. Der Film vertraut darauf, dass die Prämisse ein Gewicht trägt, das eine geerdetere Szene direkter vermitteln könnte.
Die Besetzung und die Sprecharbeit
Chris Evans spricht Buzz Lightyear, und seine Besetzung ist der kühnste Schachzug des Films. Evans bringt eine Ernsthaftigkeit und einen Ehrgeiz in die Rolle, die diesen Buzz von der albernen Spielzeugversion der Figur trennen. Er wird als Actionheld beschrieben, ernst und lustig, aber nicht auf alberne Weise. Das ist eine treffende Beschreibung der Leistung, die sich auf Evans’ Gravitas und Filmstar-Qualität stützt, um die Geschichte zu verankern.
Keke Palmer spricht Izzy Hawthorne, die neue Rekrutin, die sich Buzz auf der Mission anschließt. Sie ist eine fähige Darstellerin, aber sie bekommt nicht denselben Raum zum Atmen wie Evans. Der Film konzentriert sich auf Buzz, und Palmers Figur fungiert eher als Resonanzboden denn als voll verwirklichte Person. Peter Sohn spricht Sox, den robotischen katzenartigen Begleiter, und seine Leistung ist warm und ausdrucksstark und trägt viele der leichteren Momente des Films.
Taika Waititi spricht Mo Morrison, Dale Soules spricht Darby Steel, James Brolin spricht Zurg, Uzo Aduba spricht Alisha Hawthorne, Mary McDonald-Lewis spricht I.V.A.N., Isiah Whitlock Jr. spricht Commander Burnside, Bill Hader spricht Featheringhamstan, und Efren Ramirez spricht Airman Diaz. Das Ensemble ist groß und talentiert, aber das Drehbuch weiß nicht immer, was es mit allen anfangen soll. Manche Figuren verschwinden für längere Strecken, während andere das Gefühl vermitteln, auf einen Moment zu warten, den sie nie bekommen.
Das Aussehen und der Klang
Der Film wurde von Pixar Animation Studios für Walt Disney Pictures produziert und besitzt eine unverwechselbare visuelle Identität. Die Animatoren verliehen dem Film einen „filmischen“ und „kompakten“ Look, der an die Science-Fiction-Filme erinnert, mit denen MacLane aufgewachsen ist. Das ist eine bewusste Entscheidung, und sie funktioniert mit Höhen und Tiefen. Die Raumschiffe sind detailliert und beeindruckend, die außerirdischen Landschaften sind vielfältig und beunruhigend, und die Actionszenen sind wuchtig.
Die Musik unterstützt den Ton. Die Filmmusik ist darauf ausgelegt, die Last einer Geschichte zu tragen, die ihrem Publikum einiges abverlangt. Es ist ein Film, der sowohl ein Blockbuster als auch eine Charakterstudie sein will, und die Musik versucht, diese Kluft zu überbrücken.
| Element | Stärke | Schwäche |
|---|---|---|
| Handlungselement | Kühn und gut umgesetzt | Überspringt Charaktertode offscreen |
| Besetzung der Sprechrollen | Chris Evans trägt die Hauptrolle | Izzy Hawthorne unterentwickelt |
| Visueller Stil | Klobig, filmisch | Einige Figuren verschwinden |
Unsere Meinung
Lightyear ist ein Film, der seine eigene Prämisse besser versteht als seine Figuren. Die Zeitdilatationsvorrichtung ist ein kluger Aufhänger, doch der Film verbringt mehr Zeit damit, sie zu erklären, als zu erkunden, was sie für die beteiligten Menschen bedeutet. Das ist schade, denn die Besetzung ist voll von Schauspielern, die mit dem Material mehr hätten anfangen können.
Der Film ist am besten, wenn er langsamer wird und eine Beziehung atmen lässt. Die Szenen zwischen Buzz und Alisha und später zwischen Buzz und Sox sind der emotionale Kern der Geschichte. Sie sind die Momente, die das Science-Fiction-Gerüst rechtfertigen, auch wenn das Gerüst selbst im Weg steht.
Lightyear ist ein kompetenter, gelegentlich bewegender Beitrag im Toy-Story-Universum, aber es ist nicht die Art von Film, die ein zweites Ansehen verlangt. Es ist ein solider Ableger, der das Vermächtnis der Reihe respektiert und zugleich eine eigene Identität entwickelt. Er ist nicht unverzichtbar, aber sehenswert wegen der schauspielerischen Leistung und der Prämisse.
Bewertung: 6 von 10.
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