Enttäuschung ist eine Fantasy-Animationsserie, die auf drei Säulen basiert: einer Prinzessin, die nie Königin werden wollte, einem Ritter, der nicht aufhören kann zu reden, und einer Hexe, die zu viel trinkt. Es ist außerdem, größtenteils, eine Komödie über Macht, Klasse und die Menschen, die beides durchleben müssen. Matt Groening schuf sie für Netflix, und sie trägt seinen gewohnten zynischen Humor – aber die Witze treffen unterschiedlich gut in ihren drei Staffeln.
Trailer, über Still Watching Netflix.
Bean und Elfo
Der Kern von Enttäuschung folgt Prinzessin Bean, gesprochen von Abbi Jacobson, einer Königin, die ihr Königreich zufällig geerbt hat und in den meisten Episoden wünscht, es wäre nicht geschehen. Sie wird begleitet von Elfo, einem einfältigen Ritter, gesprochen von Billy Joel Armstrong, und Luci, einem Dämon, gesprochen von Lucy Frain, der als ihre Hexenbegleiterin dient. Das Trio reist durch das fiktive Königreich Dreamland und stellt sich Monstern, politischen Rivalen und ihren eigenen schlechten Entscheidungen.
Bean ist der stärkste Charakter hier. Ihre Frustration über den Adel ist echt, und Jacobson verkörpert sie mit einer Mischung aus Enttäuschung und trockenem Witz. Elfo ist eine wandelnde Zeichentrickfigur, die entworfen wurde, um fünf Sekunden lang lustig zu sein und zwanzig Sekunden lang anstrengend. Luci ist derweil der am besten geschriebene Performer der Serie – ein sarkastischer, egoistischer Dämon, dessen Pläne oft die Handlung vorantreiben.
Komödie, die verfehlt
Der Humor der Show stützt sich stark auf körperliche Komödie, Slapstick und visuelle Gags. Einiges davon trifft den Nerv. Vieles davon tut es nicht. Das Tempo ist locker, wobei Episoden oft in Nebenquests abdriften, die sich wie Füllmaterial und nicht wie eine Bereicherung der Hauptgeschichte anfühlen. Charaktere wiederholen Witze über Beans Größe, Elfos Dummheit und Lucis Trinkgewohnheiten, manchmal mehrfach innerhalb einer einzigen Episode.
Die Satire zielt auf Monarchie, Religion und soziale Hierarchie. An ihren besten ist sie scharf. An ihren schlechtesten ist sie faul. Episoden über eine korrupte Kirche oder eine gierige Adelsfamilie können wirklich clever sein, aber die Show verlässt sich auf breite Pinselstriche anstatt auf spezifische Details. Das ist ein Problem, wenn die Prämisse der Show auf einer Prinzessin basiert, die ihre eigene Position verachtet – die Verhöhnung von Macht braucht Präzision, um zu stechen, und Enttäuschung begnügt sich oft mit einfachen Zielen.
Animation und Sprecherleistung
Die Animation ist durchweg solide, mit Groenings charakteristisch klaren Linien und kräftigen Farben. Die Hintergründe sind detailliert, und die Charakterdesigns sind ausdrucksstark genug, um den Humor zu tragen, selbst wenn der Dialog versagt. Das Sprechensemble ist durchweg engagiert, wobei Armstrongs enthusiastische Darbietung Elfo einen Charme verleiht, der seine schwächeren Szenen überdeckt.
Staffel Drei und Ihr Problem
Die dritte Staffel führt neue Charaktere ein und verschiebt den Ton hin zu dunkleren Fantasy-Elementen. Es ist ein Wechselbad der Gefühle. Einige Episoden greifen die Stärken der Serie auf – angespannte politische Intrigen und von Charakteren getriebenes Drama. Andere wirken wie eine erzwungene Erweiterung, die Bösewichte und Nebenstränge hinzufügt, die sich nie ganz entfalten.
Die Staffel beinhaltet außerdem eine bemerkenswerte Änderung: Der Schöpfer der Serie, Matt Groening, tritt zurück und übergibt die kreative Kontrolle an andere Mitglieder des Produktionsteams. Ob sich dies in der Qualität des Endprodukts widerspiegelt, ist eine Frage der Debatte.
Was Funktioniert
Die besten Momente der Serie entstehen, wenn sie versucht, keine breite Komödie zu sein, und ihren Charakteren Raum zum Atmen lässt. Beans innere Monologe, Lucis Machenschaften und die ruhigen Szenen zwischen den Charakteren wiegen viel schwerer als die lauten, chaotischen. Die Serie profitiert außerdem von einem starken Musikscore, der der Fantasy-Welt eine Atmosphäre des Schreckens und der Ehrfurcht verleiht, die das Schreiben manchmal vermissen lässt.
Wo Es Fehlträge Gibt
Die schwächsten Episoden der Serie sind diejenigen, die sich ausschließlich auf Slapstick und Wiederholung verlassen. Der Humor wird dünn, wenn die Autoren immer wieder dieselben Pointen Woche für Woche verwenden. Die mittleren Episoden jeder Staffel können sich wie eine mühsame Aufgabe anfühlen, wobei die Belohnung erst im Endabschnitt eintritt.
Endergebnis
Disenchantment ist eine Serie mit einem starken Premise und einem talentierten Cast, die durch inkonsistentes Schreiben und die Tendenz zur Wiederholung behindert wird. Es gibt kurze Momente der Brillanz und lange Passagen von Füllmaterial, und es findet selten ein Gleichgewicht zwischen beiden.
Die Serie endet mit ihrer dritten Staffel und lässt Fragen über das Schicksal der Charaktere offen, ohne sie vollständig zu lösen. Ob eine vierte Staffel erscheint, bleibt abzuwarten.
Bewertung: 5,6 von 10
Box mit den wichtigsten Fakten
- Schöpfer: Matt Groening
- Mitwirkende: Abbi Jacobson, Billy Joel Armstrong, Lucy Frain
- Sender: Netflix
- Staffeln: 3
- Kritische Bewertung: 5,6/10
Disenchantment ist eine Serie, die sich für ihre besten Episoden lohnt anzusehen, und eine Serie, die man am besten überspringen kann, wenn es schlecht wird. Die Prinzessin, der Ritter und der Dämon verdienen Besseres, als das Material, das sie erhalten.
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