Laut einer von Bloomberg durchgeführten Umfrage sind die Marktexperten seit acht Jahren nicht mehr so optimistisch hinsichtlich europäischer Aktien, und setzen auf starke Unternehmensgewinne und staatliche Ausgaben, anstatt sich von hohen Energiekosten und steigenden Zinsen aufhalten zu lassen.
Der Stoxx Europe 600 Index wird voraussichtlich das Jahr bei 670 Punkten abschließen, basierend auf der Medianprognose von 16 Strategen, die von Bloomberg befragt wurden. Das impliziert einen Anstieg von 5 % gegenüber dem Schlusskurs am Mittwoch. Es ist die optimistischste Einschätzung, die diese Ausgabe der Umfrage seit 2018 vorgelegt hat.
Panmure Liberum behält die Krone des Bullen
Die Top-Empfehlung der Umfrage, Panmure Liberum, behielt seinen Platz als größter Bulle und erwartete einen Anstieg des Referenzindex um 10 % bis zum Jahresende. Deka Bank erhöhte ihre Zielvorgabe, während keine Firma ihre Prognose senkte. Societe Generale SA blieb am pessimistischsten und hielt an ihrer unveränderten Prognose von 600 Punkten fest. Über die gesamte Umfrage hinweg liegt die durchschnittliche Prognose unterhalb des Medianwerts, der bei 654 Punkten liegt.
Duncan Toms, Strategist bei HSBC Holdings Plc, unterstützte die optimistische Einschätzung. „Eine Rückkehr zu niedrigeren Energiepreisen wäre eine willkommene Erleichterung für den europäischen Aktienmarkt, aber es gibt andere potenziell positive Auslöser“, sagte er. Er führte verbesserte makroökonomische Daten und die positiven Auswirkungen an, die dies mit sich bringt. „Eine Fortsetzung davon zusammen mit einer weiteren starken Berichtssaison im dritten Quartal kann dazu führen, dass die Region bis zum Jahresende erneut gut abschneidet“, fügte er hinzu. Der Strateg hat seit Januar ein Ziel von 670 beibehalten.
Ölpreise und der Iran-Konflikt
In den letzten Monaten standen europäische Aktien unter dem Druck von stark gestiegenen Öl- und Gaspreisen, getrieben durch den ungelösten Konflikt mit dem Iran. Der Stoxx 600 ist seit seinem Höchststand im August um 2,7 % gesunken. Die Straße von Hormuz bleibt faktisch geschlossen, und der erneute Konflikt hat das Vertrauen der Investoren belastet.
Rohöl notiert über 100 Dollar pro Barrel, was Inflationsängste schürt und Notenbanken zu höheren Zinsen drängt. Die Europäische Zentralbank ist nach einer Erhöhung ihres Referenzzinssatzes diesen Monat aggressiver geworden, wobei der Swap-Markt nun drei weitere solcher Schritte bis Juni erwartet. Die Bank of England hat ebenfalls ihren eigenen Weg eingeschlagen, wobei nach ihrer Entscheidung, die Kreditkosten unverändert zu lassen, für Juli nächsten Jahres vier Zinserhöhungen nahezu vollständig eingepreist sind.
Die Gründe für die Entscheidung
Mehrere Faktoren werden voraussichtlich europäische Aktien unterstützen, trotz weiterhin bestehender Gegenwindes durch die Energiepreise.
| Faktor | Wie es die Aktien unterstützt |
|---|---|
| Starkes Gewinnwachstum | Unternehmensgewinne |
| Welle staatlicher Ausgaben | Fiskalische Unterstützung |
| Niedrigere Energiepreise | Geringerer Inflationsdruck |
| Verbessertes gesamtwirtschaftliches Datenmaterial | Bessere Wachstumsaussichten ) |
Prognostiker äußern Zuversicht, dass Unternehmensgewinne und staatliche Unterstützung die Schäden durch steigende Ölpreise überwiegen werden, die kürzliche Kursrückgänge an den europäischen Börsen ausgelöst haben. )
Warum der Optimismus Bestand hat )
Selbst bei anhaltend hohen Ölpreisen, andauernden Kriegen und einer Abkehr der Notenbanken zu einer restriktiveren Geldpolitik, bleibt die Lage für den Moment positiv. Strategen sagen, die positiven Faktoren überwiegen die negativen, selbst angesichts dieser Gegenwindfaktoren. )
Toms legte die Argumente des Handels klar dar: er wies auf das Potenzial für fallende Energiepreise hin und führte gleichzeitig die Berichtssaison und Wirtschaftsdaten als Gründe an, zusätzliche Gewinne zu erwarten. Das Ziel von 670 hat sich seit Monaten gehalten. )
„Eine Fortsetzung davon, verbunden mit einer weiteren starken Berichtssaison im dritten Quartal, kann dazu führen, dass die Region bis zum Jahresende erneut gut abschneidet.“ )
Eine Spaltung zeigte sich in der Umfrage: Panmure Liberum und andere drängen auf Gewinne, während Societe Generale die pessimistischste Prognose abgibt. Der Durchschnitt liegt unter dem Median. )
Die Risiken bleiben bestehen )
Die Umfrage beseitigt die Risiken nicht. Der Konflikt im Iran sorgt weiterhin für Turbulenzen an den Märkten, wobei die Straße von Hormuz faktisch geschlossen ist und eine erneute Eskalation die Stimmung beeinträchtigt. Die Position von Brent-Rohöl über 100 Dollar pro Barrel bedeutet, dass der Inflationsdruck hoch bleibt, was wiederum eine straffere Geldpolitik der Notenbanken wahrscheinlicher macht. )
Die EZB hat ihre Zinsen in diesem Monat bereits erhöht, und der Swap-Markt erwartet nun drei weitere Erhöhungen bis Juni. Unterdessen hielt die Bank of England am Donnerstag ihren eigenen Zinssatz unverändert, obwohl bis zum Juli nächsten Jahres vier Erhöhungen nahezu vollständig eingepreist sind. )
Die Herausforderungen sind real. Dennoch deutet die Umfrage darauf hin, dass die positiven Faktoren – Gewinne, Ausgaben und möglicherweise niedrigere Energiekosten – die negativen Faktoren überwiegen. Die Analysten wetten darauf, dass die Wirtschaft die derzeitigen Schocks überstehen und weiter expandieren kann. )
Investoren sehen ein gemischtes Bild. Die Umfrage registriert Zuversicht, spiegelt aber auch einen Markt wider, der kürzlich von Öl- und Gaspreisen belastet wurde. Der Weg zu 670 ist alles andere als einfach, und die Gefahren auf diesem Weg sind real. )
„Strategen äußern seit acht Jahren die stärkste Kaufempfehlung für europäische Aktien,“ Yahoo Finance.
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