The Finnish Film Affair endete gestern Abend in Helsinki, und die Love & Anarchy Film Festival der Stadt brachte Genre-Filmemacher, Produzenten und Vertriebshändler aus aller Welt zusammen. Die 15. Ausgabe der Festival, die im Rahmen der größeren Festival stattfindet, bot ein dichtes Programm mit Panels, Pitches und Vorführungen.
Nightborn, unter der Regie von Hanna Bergholm, eröffnete die Veranstaltung mit einem Genre-Feature. Es folgte das erste Nordic Genre Lab und ein ganzer Tag mit Panels über den Marktwert und die Positionierung des nordischen Genres. Ein Highlight war ein Masterclass von XYZ Films darüber, wie Tommy Wirkolas The Trip zu Hollywoods Over Your Dead Body wurde.
Lydia Taylerson, die Verantwortliche des Festivals, eröffnete die Veranstaltung mit einer klaren Aussage ihrer Absichten. „Genre-Filme und -Serien sind definitiv auf dem Vormarsch, auch in Finnland, wo wir eine Geschichte dunkler, skurriler Filme haben“, sagte sie. Sie erklärte, warum das Nordic Genre Lab geschaffen wurde: „Als Claire Willats [Two Magpies Entertainment, ehemalige Netflix-Managerin] und Laura Laaksonen [finnische Produzentin, PR-Expertin] uns mit der Idee kamen, ein Nordic Genre Lab zu schaffen und die FFA als Drehscheibe zu nutzen, kam es uns wie der perfekte Zeitpunkt vor, da wir Love & Anarchys ‚weird‘-Sektion ersetzen wollten, die als Konzept etwas vage war.“
Pitch Day und die Sales Response
Der Pitch Day am Donnerstag versammelte Projekte von Body Horror bis hin zu Kinderkomödien, Dramen und Dokumentarfilmen. Branchenvertreter reagierten stark. Mike Runagall, Managing Director von London-based Altitude Film Sales, bezeichnete das Festival als regelmäßigen Termin in seinem Kalender. „Ich kam vor acht Jahren zu einem Panel. Aber jetzt finde ich, dass jemand aus meinem Unternehmen jedes Jahr kommen sollte. Es ist ein echtes Kreativ-Zentrum hier“, sagte er. Er plant, eine Handvoll Genre-Projekte zu verfolgen.
Sydney Brumfield, Jurorin von Searchlight für das Nordic Genre Lab, stimmte zu. „Die Organisatoren der Finnish Film Affair haben bei der Auswahl der Projekte hervorragende Arbeit geleistet, denn die Qualität war erstaunlich“, sagte sie.
Die Zahlen hinter der Veranstaltung
Eine Rekordzahl von Menschen nahm an der Veranstaltung teil. Insgesamt haben sich 630 Teilnehmer für FFA angemeldet, und 220 Treffen zwischen 45 verschiedenen Personen wurden arrangiert. Im gesamten Programm des Festivals, das sich über mehr als 20 Bereiche erstreckt, wurden 121 Kurzfilme und 136 Spielfilme aus 80 Ländern gezeigt. Die Gesamtzahl der Besucher betrug 50.000.
Ståhlbergs abschließende Rede dankte allen Teilnehmern, Mentoren der Trainingsprogramme Nordic Flair und Nordic Genre Lab sowie Experten, die in den 12 Panels saßen. Sie merkte an, dass die Panels großartig gewesen seien, dass sie etwas über Above-the-Line-Kontakte und IP- sowie Remake-Rechte gelernt habe und dass die Veranstaltung viele verschiedene Genres gezeigt habe. Sie schloss mit einem Aufruf zum Handeln: „Lasst uns gegenseitig helfen, unterschiedliche Geschichten über unterschiedliche Kulturen zu erzählen. Bei Love and Anarchy glauben wir, dass wir mit Film und Fernsehen, mit Liebe und Anarchie die Welt zu einem besseren Ort machen können.“
Finanzierung und der neue CEO
Am Mittwoch betrat Stuba Nikula, der neue CEO der Finnischen Filmstiftung, die Bühne, um die Podiumsdiskussionen zu eröffnen. Er teilte zwei gute Nachrichten mit. Am Dienstag hatte die finnische Regierung ihren Haushaltsentwurf für 2027 an das Parlament übermittelt, und die Finanzierung der heimischen Industrie über die Finnische Filmstiftung sollte auf 23 Millionen Euro (26,2 Millionen Dollar) pro Jahr stabil bleiben.
Die zweite gute Nachricht kam von der EU-Richtlinie AVMS. Sobald das Gesetz verabschiedet ist, „voraussichtlich innerhalb eines Monats“, sagte Nikula, werden die Gelder, die aus den Zahlungspflichten für Streaming-Dienste generiert werden, 2027 eingezogen und 2028 in die Branche gelenkt. Es wird erwartet, dass diese Gelder zwischen 3,5 Millionen und 7 Millionen Euro (4 Millionen bis 8 Millionen Dollar) generieren.
Finnland im Vergleich zu Norwegen
Finnland blickt oft mit Neid auf Norwegen. Das Land hat eine ähnliche Bevölkerungsgröße, aber dreimal so viel Filmsupport, finanziert durch regionale und Equity-Investoren. Kjetil Omberg, der Vertreter des Norwegischen Filminstituts, sprach das Thema auf einem Panel an. Er räumte ein, dass Norwegen ein gutes Fördersystem auf nationaler und regionaler Ebene habe, warnte aber davor, dass das Gesamtbild nicht rosig sei. „Öffentliche Fördermittel nehmen ab, Zahlungsaufschieben von Produzenten und Partnern in der Postproduktion nehmen zu, während tatsächliches privates Geld nicht fließt“, sagte er und schätzte die Equity-Finanzierung auf nur 1 % der gesamten Investitionen in Film in der EU.
Er forderte die Produzenten auf, aufzuhören, einzelne Projekte zu jagen. „Die Leute rennen von Projekt zu Projekt, aber bauen nichts“, sagte er und forderte Indie-Produzenten auf, „verantwortungsvoller zu sein“. „Wir müssen uns ansehen, welche Art von Geschichten wir machen, wer sie sieht. Denn es geht auch darum, wen wir erreichen und wie. Das Publikum ist der Schlüssel.“
Die sich verändernde Förderlandschaft der EU
Hugo Rosak, Branchenleiter von Karlovy Vary, und Julie-Jeanne Regnault vom European Producers Club riefen den Filmsektor auf, sich zu vereinen und für den Schutz der Film-Infrastruktur zu kämpfen. Ihre Bemerkungen fielen während einer Sitzung zusammen, die das Ende des 35-jährigen Media Programms der EU markierte, das 2027 ausläuft. Von nun an werden audiovisuelle Fördermittel zusammen mit Geld für Kultur, Medien und die Zivilgesellschaft unter dem Mega-Agora EU-Banner angesiedelt. „Durch unsere Schulungsprogramme, Festivals tragen wir zur Verbreitung von Filmen bei. Wir haben eine solide Infrastruktur, ein Ökosystem, das funktioniert, auch wenn wir manchmal nicht so gut darin sind, unsere Erfolge hervorzuheben. Wir müssen zusammenhalten und dafür sorgen, dass das nächste EU-Programm branchenspezifisch ist, um die Ziele und Werte des EU-Kinos zu verwirklichen“, so Rosak.
Lehren aus Hollywood
Bei einer von Variety’s Marta Balaga moderierten Diskussionsrunde zu globalen Franchises gaben die Experten Danny Cannon („CSI“-Franchise, „Gotham“), U.K.-Regisseur/Produzent, und die in den USA geborene Jodi Hildebrand („Marvel“, „Condé Nast“) Ratschläge für unabhängige Produzenten, die ihre IP und ihr Kapital weiter ausbauen wollen. Das Trio riet dazu, erstklassige Pilotfilme oder erste Filme innerhalb von Franchises zu entwickeln, da hier die Geschichten leben und zu der Charaktere schließlich zurückkehren.
Cannon gab zudem eine Warnung vor Zurückhaltung aus. „Halt dich nicht zurück, wenn du einen Pilotfilm drehst – nutze alles, was du hast, da man nie weiß, ob man weitere Staffeln bekommt“, sagte er. Er war in Helsinki, um sich auf die Mediawan Nordic-Noir-Serie „The Fai“ vorzubereiten.
| Veranstaltung | Datum | Ort |
|---|---|---|
| Eröffnungsfilm „Nightborn“ | Erster Tag | Helsinki, Love & Anarchy Film Festival |
| Pitch Day | Donnerstag | Helsinki |
| Panels | Während des gesamten Festivals () | Helsinki () |
| Abschließende Rede () | Gestern Abend () | Helsinki () |
Kernfakten: – 630 Teilnehmer meldeten sich für die FFA an – 220 Treffen zwischen 45 Personen wurden ermöglicht – 121 Kurzfilme und 136 Spielfilme aus 80 Ländern wurden gezeigt – Die Besucherzahl erreichte 50.000 – Finanzierung der Finnischen Filmstiftung: 23 Millionen Euro (26,2 Millionen Dollar) pro Jahr – AVMS-Richtlinien-Fonds: 3,5 Millionen bis 7 Millionen Euro (4 Millionen bis 8 Millionen Dollar) ()
Genre-Erzählungen waren eindeutig das, was das Publikum auf der Veranstaltung wollte. Der Pitch Day zog die Aufmerksamkeit von Vertriebschefs großer Studios auf sich. Die Bekanntgabe der Finanzierung gibt finnischen Filmemachern etwas Sicherheit, während sich die EU-Landschaft weiterhin verändert. ()
Die Abschließende Rede spiegelte den Geist der Veranstaltung wider. „Wir alle brauchen unterschiedliche Inhalte zu unterschiedlichen Zeiten unseres Lebens“, sagte Ståhlberg. Dieses Gefühl durchzog die ganze Woche: Helsinkis Filmcommunity möchte unterschiedliche Geschichten erzählen, über unterschiedliche Kulturen, und glaubt, dass sie mit Film und Fernsehen, mit Liebe und Anarchie die Welt zu einem besseren Ort machen können. ()
Quelle: „Neun Erkenntnisse von Helsinkis Finnish Film Affair, von aufregenden Titeln bis zu Hollywood-Insidern“, Variety. ()
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