Die Stadt des Lichts fordert Spieler auf, durch eine zerstörte Nervenheilanstalt zu gehen und die Erinnerungen eines Mädchens zusammenzusetzen. LKA entwickelte es als First-Person-Adventure, und Wired Productions brachte es auf PS4, Linux, PC, Mac, Xbox One, Nintendo Switch. Der Trick des Spiels ist einfach: Man bewegt sich durch Räume, liest Dateien, löst Flashbacks aus und lässt die Geschichte in Fragmenten über den Bildschirm entfalten.
Trailer, via IGDBcom.
Die Handlung
Das Spiel spielt in einer realen Einrichtung in der Toskana, Italien, namens Ospedale Psichiatrico di Volterra. Diese Spezifität ist wichtig. Das Gebäude existiert, und die Entwickler behandeln es mit Sorgfalt. Korridore verdrehen und verfallen, Räume beherbergen zurückgelassenes Mobiliar, und der gesamte Raum fühlt sich bewohnt anstatt inszeniert an.
Renées Geschichte
Renée ist der Spieler durch diese Welt. Sie ist sechzehn, eingesperrt, und das Spiel beginnt damit, dass sie 1938 in die Nervenheilanstalt einzieht. Die Handlung entfaltet sich durch ihre Augen, durch ihre Verwirrung und durch die Entscheidungen, die die Spieler treffen, während sie die Umgebung erkunden.
Die Geschichte ist nicht subtil, was Renée widerfahren ist. Die Polizeizentrale schrieb, dass sie „eine Gefahr für sich selbst und andere und eine Ursache für öffentlichen Skandal“ sei. Das Spiel macht von Anfang an deutlich, dass sie wegen ihres ausschweifenden Lebensstils, ihrer Depressionen und einer schwierigen Beziehung zu ihrer Mutter eingeliefert wurde.
Die Schrecken
Es gibt kein Gespenst, kein Monster, keinen übernatürlichen Schrecken. Der Schrecken in The Town of Light kommt von dem, was Renée tatsächlich widerfahren ist. Sie wurde von einem männlichen Pfleger oder Arzt während ihres Aufenthalts missbraucht. Ihre Puppe, Charlotte, bot ihr Trost. Eine Romanze mit einer anderen Patientin namens Amara wurde vom Personal auseinandergerissen. Ihre medizinischen Akten wurden gefälscht, und die Briefe ihrer Mutter erreichten sie nie.
Flashbacks und Dateien
Das Spiel stützt sich auf Dokumente und Objekte, die über die Nervenheilanstalt verstreut sind. Die Spieler finden Notizen, medizinische Unterlagen und persönliche Gegenstände, die die Vergangenheit lebendig werden lassen. Diese Fragmente bauen ein Bild von Renées Leben außerhalb des Krankenhauses, dem Leid ihrer Mutter und den Lügen auf, die das Personal verbargen.
Amaras Existenz
Amara steht im Zentrum der Geschichte. Renée trifft sie, verliebt sich in sie und kämpft dafür, zu beweisen, dass sie überhaupt existiert hat. Die Dateien des Spiels deuten darauf hin, dass Amara aus den Aufzeichnungen gelöscht wurde, dass sie nicht real war. Das Auffinden ihres Besitzes später beweist das Gegenteil und zeigt, dass das medizinische Team Teile ihrer Krankheit gefälscht hatte.
„Eine Gefahr für sich selbst und andere und eine Ursache für öffentlichen Skandal“
Das Ende
Der Schluss des Spiels zeigt Renée in Behandlung und auf dem Weg nach vorne. Es bietet kein glückliches Ende, aber es bietet eine Art Auflösung. Die Geschichte endet damit, dass Renée herausfindet, dass ihre Mutter gestorben und wiederholt Selbstmordversuche unternommen hat.
Technische Hinweise
Das Spiel läuft in der Ego-Perspektive und unterstützt Virtual-Reality-Spiel. Es ist ausschließlich ein Single-Player-Erlebnis ohne Mehrspieler-Modus. Die Plattformen umfassen PC, PS4, Linux, Mac, Xbox One und Nintendo Switch.
Was funktioniert
- Die Umgebung ist detailliert und glaubwürdig
- Die Rückblende-Struktur belohnt sorgfältige Erkundung
- Die Darstellung von Renées Geschichte trägt eine echte Bedeutung in sich
- Das Spiel konzentriert sich auf sein menschliches Subjekt, anstatt auf billige Schreckmomente zurückzugreifen
Was nicht funktioniert
Das Tempo zieht in manchen Stellen an. Einige Räume wirken leer, und die Benutzeroberfläche kann den Erzählfluss behindern. Die Rätsel des Spiels sind dünn, und der VR-Support ist eingeschränkt.
Endurteil
The Town of Light ist ein Spiel, das versucht, etwas Seltenes zu tun: einen zerbrochenen Ort zu nutzen, um eine Geschichte über Trauma, Verlust und Erinnerung zu erzählen. Es gelingt ihm mehr, als zu scheitern, aber die Mechanik, die es zusammenhält, ist nicht stark genug, um die Schwere seines Themas vollständig zu rechtfertigen.
Die Wertung beträgt 5,8 von 10.
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