Jon Klassen hat den Astrid-Lindgren-Gedächtnispreis gewonnen, und sein neuestes Buch, The House With Nobody In It, ist ein Pappbilderbuch in Form eines Hauses mit Aussparungen für Türen. Es ist ein kleines Buch mit einem großen Trick: Die Worte benennen die Gegenstände in jedem Raum, während sie feststellen, dass „niemand“ im Haus ist, und ein Geist schaut zu.
Das Format des Buches ist befriedigend, und Klassen sagt gegenüber der Interviewerin Janet Manley, dass er sich nicht sicher sei, wie ambitioniert es sei. „Wenn der Verlag tatsächlich einen Oh-Nein-Moment hatte, haben sie ihn gut verborgen“, sagt er. „Pappbilderbücher, soweit ich das gesehen habe, haben alle möglichen Tricks, die sie anwenden können.“
Die Struktur von Raum zu Raum
Klassen sagt, die Bewegung von Raum zu Raum sei von frühen Videospielen inspiriert worden. Er nennt die ersten Versionen von Zelda und ein Atari-Spiel namens Adventure über ein Schloss. In diesen Spielen sehen die Spieler eine Draufsicht auf Räume und Bereiche, bewegen sich zum Rand des Bildschirms und entscheiden sich, durch eine Tür oder eine Lücke im Wald zu gehen. Der Bildschirm ändert sich, und der Spieler ist im nächsten Raum.
„Ich erinnere mich, dass ich als Kind so sehr von der Vorstellung erschrocken war, dass deine Figur auf dem Bildschirm in einer offenen Tür steht, aber du siehst nicht, was im nächsten Raum ist, bis du auf dem nächsten Bildschirm darin bist“, sagt Klassen. „Nicht nur das, sondern alles IN dem nächsten Raum kann dich in der Tür sehen, bevor du es siehst.“
Das Buch nutzt diese Idee nicht allzu sehr, aber die Bewegung von Raum zu Raum ist definitiv darin.
Der Geist und der Leser
Der Erzähler des Buches spricht in Echtzeit, wie bei einer geführten Meditation. Klassen sagt, er erinnere sich an die Sitzungen aus der Highschool. „Diese Sitzungen und diese Bücher werden eher in Echtzeit erzählt, im Gegensatz dazu, eine Geschichte im Präteritum zu hören“, sagt er. „Ich liebe den Klang und das Gefühl des Schreibens im Präsens wirklich, und die Vortragsweise der Person, die diese Meditationssitzungen leitete, war immer so flach und ruhig, selbst wenn etwas Aufregendes passieren mochte.“
Er fügt hinzu, dass das Buch eine einfache Übung zum Erlernen von Gegenständen sein könnte, wenn man den Geist entfernen würde. „Wenn man den Geist tatsächlich entfernen würde, verwandelt es sich in eine einfache Übung zum Erlernen von Gegenständen, und obendrein in eine seltsame“, sagt er. „Mir gefällt die Idee, dass dieses Buch, wenn man den Geist nicht sehen kann, ein nicht sehr unterhaltsames Buch ist, das nur glaubt, einem beizubringen, was ein Stuhl ist.“
Manley fragt sich laut, ob niemand im Haus ist, wenn das Buch nicht gelesen wird. „Es hört auf, eine Geschichte zu sein, wenn das Kind nicht die Seiten umblättert“, fragt sie. Klassen sagt, das sei nicht beabsichtigt gewesen, aber ihm gefalle die Idee, dass die Leser selbst zu Geistern im Haus werden. „Warum können wir, der Betrachter, ihn sehen, wenn der Erzähler/Erwachsene es nicht kann? Können Geister nur einander sehen? Was bedeutet das über uns?“
Regeln für das Schreiben
Klassen stützte sich bei diesem Projekt stark auf das Buch als Objekt. Die Räume sind in satten, klickenden Farben gehalten, und er hat keine Kunst auf die übliche Weise erzeugt. Die ausgeschnittenen Türen und Fenster wurden ebenso sehr seine „Zeichnung“ wie die eigentlichen Zeichnungen.
„Für das Illustrieren war es weniger eine Regel, aber ich habe mich bei diesem Buch stärker als je zuvor auf das Buch als Objekt gestützt, das seinen eigenen Raum füllt“, sagt er. „Die Körperlichkeit des Buches einen Großteil der Arbeit machen zu lassen, war wirklich schön.“
Der Titel ist von Margaret Wise Brown beeinflusst, sagt Klassen. „Lange Zeit hieß es ‚The Empty House‘, aber das funktionierte nicht wirklich, weil das Haus nicht leer ist. Es hat Dinge darin“, erklärt er. „Und ‚The House With Nobody In It‘ ist so eine auffällig seltsame Sache zu sagen, wenn man wirklich nicht glaubt, dass jemand darin ist – es trifft es genau.“
| Element | Inspiration |
|---|---|
| Bewegung von Raum zu Raum | Frühe Videospiele, Zelda, Ataris Adventure |
| Stimme des Erzählers | Geführte Meditation, Darbietung im Präsens |
| Körperlichkeit | Klickende Farben, ausgeschnittene Türen und Fenster |
| Titel | Von Margaret Wise Brown geprägt |
Das Buch ist ein kleines Ding, aber es hat viel Gewicht. Es erinnert daran, dass Pappbilderbücher nicht nur für Babys sind. Auch Erwachsene wollen sie. Klaasens Werk bleibt bei Kindern, und es bleibt bei Erwachsenen, die es laut vorlesen.
Klaasens Ehrlichkeit über die Entstehung des Buches ist Teil seines Zaubers. Er gibt zu, dass er nicht sicher ist, wie ambitioniert es ist, und er verlässt sich auf das physische Buch selbst, um die Arbeit zu tun. Diese Bereitschaft, das Objekt sprechen zu lassen, macht das Buch besonders.
Das Buch ist ein stiller Triumph der Form, die der Funktion folgt. Es braucht keine Figur, mit der sich der Leser identifizieren kann, denn der Leser ist die Figur. Blättern Sie die Seiten um, und Sie werden zum Geist im Haus.
Sehen Sie das Video, um das die Geschichte herum aufgebaut ist, bei Literary Hub.
Das Notizbuch abonnieren.
Die besten Geschichten des Tages und jedes neue Urteil, in klarem Deutsch, um sieben im Postfach. Eine Mail am Tag, nicht mehr.

