„Chief of War“ kommt auf Apple TV+ als historisches Drama über die Kriegergeschichte Hawaiis an und setzt stark auf Spektakel, um sein Gewicht zu tragen. Jason Momoa spielt Kaʻiana, einen heftigen Häuptling von Maui, der sich dazu entschließt, die vier zerstrittenen Königreiche der Hawaiianischen Inseln gegen eine herannahende Bedrohung zu vereinen. Die Serie basiert auf wahren Ereignissen und will, dass man die Bedeutung dieser Vereinigung spürt – aber die Umsetzung hat manchmal Schwierigkeiten, mit den Ansprüchen der Prämisse Schritt zu halten.
Trailer, über Apple TV.
Kaʻianas Mission
Die Geschichte beginnt am Ende des 18. Jahrhunderts, als Hawaiis vier große Königreiche – Hawaiʻi, Maui, Oʻahu und Kauaʻi – in einem Zustand des Krieges gefangen sind. Kaʻiana, ein Kriegshäuptling, reist über die Inseln hinaus, kehrt nach Hause zurück und schließt sich einer blutigen Kampagne an, um die Königreiche unter der prophezeiten Herrschaft von Kamehameha I zu vereinen. Die Prämisse ist einfach: Bringen Sie ein zerrissenes Land zusammen, bevor etwas viel Schlimmeres es verschlingt.
Momoa bringt körperliche Präsenz in die Rolle. Sein Kaʻiana ist ein Mann der Tat, ein Kämpfer, der sich durch Stärke Respekt verdient, anstatt durch Diplomatie. Die Serie verbringt viel Zeit mit seinen Schlachten, und Momos Leistung trägt diese Sequenzen mit Intensität. Aber das Drehbuch behandelt oft das politische Taktieren um ihn herum als Hintergrundrauschen, und das kostet die Erzählung ihre Tiefe.
Die Besetzung um ihn herum
Luciane Buchanan spielt Kaʻahumanu, und sie bringt das emotionale Kernstück der Serie zur Erde. Ihre Szenen mit Kaʻiana haben echtes Gewicht und verleihen der Vereinigungssmission eine persönliche Note, die dem breiteren Konflikt manchmal fehlt. Te Ao o Hinepehinga spielt Kūpuohi, und ihre Figur liefert einen stetigen Gegenpunkt zu Kaʻianas fortdauerndem Ansatz. Cliff Curtis taucht als Keoua auf, und Moses Goods spielt Moku.
Kaina Makua übernimmt die Rolle von König Kamehameha, dem prophezeiten Herrscher, dessen Einheit Kaʻiana sucht. Siua Ikaleʻo spielt Nāhi, Brandon Finn spielt Prinz Kūpule, Mainei Kinimaka spielt Heke, Te Kohe Tuhaka spielt Nāmake, Benjamin Hoetjes spielt John Young, und Roimata Fox spielt Taula. Das Ensemble ist groß, und nicht jeder Darsteller bekommt Raum zum Atmen.
Das Problem mit dem Spektakel
Die Serie ist am besten, wenn sie die Handlung sprechen lässt. Kampfszenen sind brutal, und das Produktionsdesign fängt die raue Schönheit der Inseln ein. Aber das Spektakel kann auch die Geschichte darunter begraben. „Chief of War“ ist eine lange Serie – neun Episoden über eine Staffel – und einige Abschnitte wirken aufgebläht mit Gewalt anstatt mit Charakterentwicklung.
Das Tempo leidet darunter. Die Serie bewegt sich schnell zwischen Schlachten, Bündnissen und Verrat, aber der emotionale Faden zwischen Kaʻiana und Kaʻahumanu geht oft in dem Trubel verloren. Eine kürzere Laufzeit hätte der Geschichte besser gedient, aber die Serie setzt voll und ganz auf ihre episodische Struktur.
Wo es scheitert
Die größte Schwäche der Serie ist ihr Umgang mit der Geschichte. „Chief of War“ basiert auf wahren Ereignissen, und die Macher haben eine Erzählung darum herum aufgebaut. Aber die Serie vereinfacht komplexe Figuren häufig zu Archetypen – den edlen Krieger, den scheuespielenden König, die treue Ehefrau – ohne ihnen viel Raum zu geben, über ihre Rollen hinaus zu wachsen.
Das Ergebnis ist eine Geschichte, die eher wie eine Legende als eine Geschichte wirkt. Das ist nicht unbedingt schlecht, aber es bedeutet, dass die Serie Realismus zugunsten einer mythischen Pracht opfert. Das Publikum wird gebeten, die Prophezeiung rund um Kamehameha I als gegeben hinzunehmen, und die Serie stellt selten in Frage, ob dieser Glaube gerechtfertigt ist.
Vergleiche der Königreiche
| Königreich | Anführer | Rolle bei der Vereinigung |
|---|---|---|
| Hawaiʻi | König Kamehameha | Vorgezeichneter Herrscher |
| Maui ( | Kaʻiana ( | Kriegerhäuptling ( |
| Oʻahu ( | Keoua ( | |
| Kauaʻi ( | Nicht angegeben ( |
Die obige Tabelle ist ein grober Entwurf der Königreiche, wie sie in der Serie dargestellt werden. Sie ist nicht vollständig, und das Ausgangsmaterial gibt keine Anführer für jedes Königreich jenseits von Kamehameha und Kaʻiana an. Was klar ist, ist, dass die Serie diese vier Königreiche als eigenständige Einheiten darstellt, jede mit ihren eigenen Interessen und Bündnissen, und die von Kaʻiana angestrebte Vereinigung muss sie alle überwinden. (
Ein gemischtes Erbe (
„Kriegerhäuptling“ ist kein Misserfolg, aber auch kein Triumph. Die Serie ist ungleichmäßig, mit starken Momenten von Action und Emotion, die über eine Handlung verstreut sind, die manchmal den Fokus verliert. Momoas Leistung stützt die Serie, und Buchanans Kaʻahumanu gibt ihr einen Schwerpunkt. Aber die Tendenz der Serie zu Spektakel anstelle von Substanz lässt die Zuschauer mehr von der Charaktergeschichte erwarten. (
Die letzte Episode schließt die Staffel mit einer Auflösung ab, die verdient wirkt, selbst wenn der Weg dorthin holprig war. Die Themen der Serie von Einheit und Opfer wirken nach, selbst wenn die Umsetzung dieser Themen inkonsistent ist. (
Endergebnis (
Chief of War ist eine lohnenswerte Ergänzung des Streamers zu seinem Portfolio historischer Dramen, erreicht aber nicht die Größe. Seine Stärken – Momoas Leistung, das Produktionsdesign, der emotionale Kern – werden durch ein Drehbuch untergraben, das zu oft Spektakel über Substanz stellt. Die Serie ist für Fans des Genres sehenswert, aber keineswegs ein Muss.
Die Bewertung ist 7,1 von 10.
Das Notizbuch abonnieren.
Die besten Geschichten des Tages und jedes neue Urteil, in klarem Deutsch, um sieben im Postfach. Eine Mail am Tag, nicht mehr.





