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Philippe Petit geht in Robert Zemeckis‘ “The Walk” auf dem Drahtseil zwischen den Twin Towers.

Ein Mann geht über eine schmale Sehne zwischen zwei Türmen, eine Geschichte von Kühnheit, Liebe und der Furcht vor großen Höhen.

Von mitch·4 Min. Lesezeit
A wire walker stands upon a slender rope between two towering buildings.

Robert Zemeckis inszeniert „The Walk“, und der Film wirkt wie das Werk eines Regisseurs, der endlich wieder auf die Beine gekommen ist. Er erzählt die wahre Geschichte von Philippe Petit, dem französischen Drahtseilartisten, der 1974 zwischen den Türmen des World Trade Centers ging, und behandelt diese Tat nicht als einen Trick, sondern als eine Mission. Das Ergebnis ist ein Film, der sowohl fesselnd als auch zärtlich ist, eine seltsame Mischung aus historischem Drama und persönlichem Abenteuer, die irgendwo zwischen einer Dokumentation und einem Märchen liegt.

Joseph Gordon-Levitt spielt Petit, und er stürzt sich voll und ganz in die Rolle. Er geht, er schwingt, er balanciert, und er tut all das mit einer körperlichen Präsenz, die die Gefahr verkauft, ohne dabei jemals die Anmut zu verlieren. Dies ist eine Performance, die auf Bewegung basiert, und Levitt macht daraus etwas Faszinierendes.

Trailer, über Universal Pictures.

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Das Drahtseil zwischen den Türmen

Der Film beginnt 1973, mit Petit in Paris, wo er einem Zuschauer eine harte Bonbon abbeißt und sich dabei einen Zahn beim Arbeiten als Straßenkünstler beschädigt. In der Zahnarztpraxis sieht er ein Foto der Zwillingstürme in einer Zeitschrift und beschließt dann und dort, dass er zwischen ihnen gehen möchte. Der Film begleitet ihn durch die frühen Planungsphasen, durch das Zusammenstellen seines Teams und durch die eigentliche Überquerung selbst.

Ben Kingsley spielt Papa Rudy, den Zirkusdirektor, der Petit unter seine Fittiche nimmt und ihm alles beibringt, was er über Knoten und Takelage wissen muss. Charlotte Le Bon spielt Annie Allix, Petit’s Geliebte und Komplizin, die hilft, seine Trainingsstunden in ihrer Musikschule zu arrangieren. James Badge Dale spielt Jean-Louis, den Fotografen und zweiten Komplizen, der Petit Jeff vorstellt, einen weiteren Komplizen mit Höhenangst. Gemeinsam entwickeln sie einen Plan, bei dem ein Bogen und Pfeil mit einer Angelschnur verwendet wird, um das Kabel über die Türme zu bekommen.

Die Überquerung selbst

Das Zentrum des Films ist die Überquerung selbst, und hier verdient Zemeckis wirklich seinen Ruf als technischer Direktor. Der Film verwendet IMAX 3D, um die Höhe und den Maßstab der Türme einzufangen, und die Sequenzen, in denen Petit die Lücke überwindet, sind wirklich atemberaubend. Die Kamera bleibt nah an Petit, und die Welt unter ihm verschwindet, bis der Zuschauer das Gefühl der Benommenheit zusammen mit ihm erlebt.

Es ist ein bemerkenswertes Tableau, und es funktioniert, weil der Film die erste Stunde damit verbringt, die Einsätze zu erhöhen. Wir kennen Petit’s Familiengeschichte, wir kennen seine Ängste, und wir wissen, was der Spaziergang für ihn bedeutet. Wenn er also endlich auf den Draht tritt, ist die Spannung echt.

Die Romanze hinter dem Seil

Annie ist das Herz des Films, und Le Bon liefert eine Leistung ab, die das Abenteuer in etwas Menschliches verwurzelt. Ihre Beziehung ist zärtlich, lustig und letztendlich tragisch, da der Film mit einer Hommage an die Opfer der Anschläge vom 11. September endet. Diese Hommage liegt wie ein Schatten über dem gesamten Projekt und verleiht der Romanze eine Schwere, die der Film nie ganz direkt anerkennt.

Der Nebencast ist durchweg stark. Ben Schwartz spielt Albert, und Steve Valentine spielt Barry Greenhouse, einen Lebensversicherungsvertreter, der zu Petit’s Fan wird, nachdem er ihn am Notre Dame gesehen hat. Diese kleinen Rollen werden mit echter Persönlichkeit ausgestattet, und sie verleihen der Geschichte Textur, ohne jemals den Fokus von der Haupterzählung abzulenken.

Das technische Handwerk

Der Film wurde 2015 von Sony Pictures Releasing veröffentlicht. Er feierte seine Premiere auf dem New York Film Festival, bevor er landesweit veröffentlicht wurde, und er wurde am 30. September 2015 in IMAX 3D veröffentlicht, gefolgt von einer regulären 2D- und 3D-Veröffentlichung am 9. Oktober. Der Film spielte weltweit 61 Millionen Dollar ein, was für eine Veröffentlichung eines großen Studios zwar moderat, aber für einen Film mit diesem Nischenreiz jedoch respektabel ist.

Veröffentlichungsdatum Format
30. September 2015 IMAX 3D
9. Oktober 2015 2D und 3D

Das stärkste Kapital des Films ist sein handwerkliches Können. Die IMAX-3D-Sequenzen sind beeindruckend, und die Drahtseilkunst ist nahtlos. Der Film profitiert außerdem von einem starken Musikscore, der die Action ergänzt, ohne sie zu überwältigen.

Das Urteil

The Walk“ ist ein Film über Mut, Besessenheit und die Kraft einer einzigen Idee. Es ist auch ein Film über die Stadt New York und über die Türme selbst, die im Laufe der Geschichte auch schon vor dem Walk eine große Rolle spielen. Der Film respektiert sein Thema und belohnt das Publikum, das ihm seine volle Aufmerksamkeit schenkt.

Es ist kein perfekter Film. Einige der mittleren Abschnitte ziehen sich in die Länge, und das Tempo verlangsamt sich während der Planungssequenzen. Aber wenn der Draht zwischen den Türmen gespannt ist, findet der Film wieder seinen Rhythmus.

7 von 10.

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