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Rovellis neues Buch argumentiert, dass die Physik uns keinen absoluten Blick auf die Realität vermitteln kann. )

Der Physiker Carlo Rovelli argumentiert, dass die Physik keine ultimative Perspektive auf die Realität offenbart, sondern lediglich Beziehungen zwischen Dingen.

Von mitch·4 Min. Lesezeit
An abstract illustration of interlinked circles representing multiple perspectives converging around a central point.

Carlo Rovelli, einer der weltweit renommiertesten Physiker, hat ein Buch geschrieben, das etwas Seltenes tut: Es argumentiert, dass die moderne Physik tatsächlich die Idee eines perfekten, erkennbaren Universums untergräbt. Das Buch trägt den Titel „Über die Gleichheit aller Dinge“ und wird als eine große Herausforderung dafür bewertet, wie die Wissenschaft sich der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Rezension rahmt das Argument des Buches als eine Ablehnung der „Gottes-Augen-Ansicht“ – der Idee, dass die Physik uns ein vollständiges, objektives Bild der Realität liefert. Stattdessen sagt Rovelli, zeige die Physik uns die Welt so, wie sie von innen betrachtet wird.

Rovellis Kernthese

Rovelli beginnt damit, darauf hinzuweisen, dass unsere Erfahrungen unsere Intuitionen prägen. Wir leben auf einem festen Planeten, daher denken wir, es gäbe feste Objekte. Wir haben feste Bezugspunkte wie Berggipfel, daher denken wir, Objekte hätten feste Positionen im Raum. Wir messen Bewegung an diesen festen Punkten, daher denken wir, wir könnten sie absolut messen.

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Die moderne Physik hat alle drei als Illusionen entlarvt. Einsteins Relativitätstheorie zeigte, dass Messungen von Zeit und Raum relativ sind – sie hängen vom Beobachter ab. Die Quantenmechanik zeigte, dass die Eigenschaften von Teilchen nicht von der Art und Weise ihrer Messung getrennt werden können. Der Zustand eines Teilchens ist nicht bestimmt, bis er beobachtet wird.

Rovelli argumentiert, dass diese Erkenntnisse bedeuten, dass es keine ultimative oder absolute Perspektive auf die Realität gibt. Alles existiert nur in Beziehung zu allem anderen. Es gibt keine Möglichkeit, den Kreis der Perspektiven zu verlassen.

Die relationale Interpretation der Quantenmechanik

Rovelli widmet einen erheblichen Teil des Buches einer Auffassung der Quantenmechanik namens relationale Interpretation. Als die Quantenphysik im frühen 20. Jahrhundert aufkam, schockierte sie Physiker, da sie nahelegte, dass Objekte keine eindeutigen Eigenschaften besitzen, bis sie gemessen werden. Das berühmte Gedankenexperiment mit Schrödingers Katze veranschaulicht dies: Eine Katze in einer Box kann sowohl tot als auch lebendig sein, bis die Box geöffnet und eine Messung vorgenommen wird.

Einige Physiker reagierten, indem sie Interpretationen entwickelten, die behaupten, das Universum spalte sich während der Messung in separate parallele Versionen seiner selbst auf. Rovelli weist diese als Unsinn zurück. Er sagt, die Lektion der Quantenmechanik sei die Relationalität – dass Eigenschaften immer relational sind, an die Systeme gebunden, die sie beschreiben.

Philosophische Quellen Jenseits Europas

Eine der markantesten Eigenschaften des Buches ist sein Umgang mit philosophischen Traditionen jenseits des griechischen und europäischen Kanons. Rovelli stützt sich stark auf klassische indische und asiatische Denker, darunter Nagarjuna aus dem 2. Jahrhundert und Zhuangzi aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. aus China. Er behandelt diese Figuren als gleichwertig zu Plato und Aristoteles in ihrer Durchdringung schwieriger Fragen der Realität.

Was die Rezension Über Das Buch Sagt

Die Rezension lobt Rovellis Lyrik bei der Verteidigung der Wissenschaft trotz seiner radikalen Behauptungen. Er argumentiert, dass Wissenschaft eine Einladung zu der großen kreativen Anstrengung des Wissenssuchens ist, die Ergebnisse hervorbringt, die sowohl zutiefst schön als auch nützlich sind.

Die Rezension weist auch Stellen hervor, in denen man mit Rovelli anderer Meinung sein kann, insbesondere mit seiner Verachtung der Vorrangstellung der Erfahrung. Er verneigt die Betonung des Philosophen Henri Bergson, dass gelebte Zeit im Wesentlichen anders ist als die Zeit, die in der Wissenschaft dargestellt wird, mit einer Handbewegung. Die Rezension bezeichnet dies als „das Material für kreative und nützliche zukünftige Argumente.“

Die Radikale Natur Des Arguments

Rovellis Position ist radikal für einen Physiker seines Ranges. Sie widerspricht direkt dem wissenschaftlichen Triumphalisminus, das in vielen populären Büchern über Wissenschaft zu finden ist. Sie prallt auch gegen die Ansichten vieler zeitgenössischer Philosophen der Wissenschaft.

Doch Rovelli ist zuversichtlich in seine Behauptung. Wie er im Buch schreibt: „Der Physik wird oft eine Macht zugeschrieben, die sie nicht besitzt: die, auszuschöpfen, was über die Welt zu wissen ist. Das ist Unsinn. Das Wissen der physikalischen Gesetze der Welt entspricht nicht dem Wissen der Welt.“

Ein Kurzes Buch Mit Großen Ambitionen

„Die Gleichheit aller Dinge“ ist ein kurzes Buch, das auf ein breites Publikum abzielt. Rovelli hat ein überzeugendes Argument für eine neue Art und Weise geschaffen, uns selbst und unseren Platz im Universum zu verstehen.

Die Rezension bezeichnet es als einen erfrischenden Band mit einer erfrischenden Perspektive. Es ist eine Erinnerung daran, dass selbst die gefeiertsten Wissenschaftler uns noch überraschen können.

Ansicht Perspektive
Gottes-Augen-Blick Objektiv, absolut, erkennbar
Relationale Sichtweise Relativ, abhängig von der Beobachtung
Quantenmechanik Eigenschaften existieren nur bei der Messung
Relativitätstheorie Zeit und Raum sind relativ

Die Rezension liefert ein starkes Argument dafür, das Buch als einen frischen und wichtigen Beitrag zur Debatte darüber zu lesen, was die Physik uns tatsächlich über die Realität erzählt.

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