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Schwarze Löcher oder Schwarze-Loch-Sterne? Astronomen streiten über „rote Punkte“ des Webb-Teleskops (

Astronomen streiten über „rote Punkte“ des Webb-Teleskops: Sie sind sich unsicher, ob es sich um Schwarze Löcher, Galaxien oder etwas Unbekanntes handelt.

Von mitch·4 Min. Lesezeit
Tiny red dots of light appear against the dark expanse of space, as though marking distant galaxies or singular celestial anomalies.

Astronomen haben mysteriöse rote Punkte am Himmel entdeckt, und sie können sich nicht einig werden, ob es sich um supermassereiche Schwarze Löcher, neu entstehende Galaxien oder etwas völlig Neues handelt. Das Webb-Teleskop hat diese winzigen Leuchtpunkte aufgezeichnet, die so hell leuchten wie ganze Galaxien, und jetzt streiten sich zwei Wissenschaftlergruppen darüber, was sie eigentlich sehen.

Die Objekte, die „kleine rote Punkte“ genannt werden, tauchen immer wieder in Webbs Bildern auf. Sie sind winzig – nur ein Pixel groß – und leuchten rot mit langwelligem Licht. Ein Team sagt, sie würden die Geburt von supermassereichen Schwarzen Löchern in riesigen Sternen beobachten. Ein anderes Team sagt, es sei etwas noch Seltsameres.

Die kleinen roten Punkte

Der erste Hinweis kam im Jahr 2023. Forscher richteten Webb auf die Objekte und stellten fest, dass sie blendend hell waren und so hell leuchteten wie eine ganze Galaxie. Sie sind nur ein Pixel groß und tauchen in fast jedem Bild auf, das das Teleskop aufnimmt.

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Zuerst sahen die Punkte wie Galaxien aus. Dann stellten die Forscher fest, dass sie eher wie supermassereiche Schwarze Löcher im Herzen von Galaxien aussahen. Diese Schwarzen Löcher sind dunkel, aber ihre Schwerkraft zieht Gas und andere Materie an und erzeugt leuchtende Ringe aus heißem, wirbelndem Material, das die Sterne darum herum überstrahlt.

Die zwei seltsamsten Punkte

Dann kam der Frühling 2025. Zwei Teams von Astronomen, die unabhängig voneinander arbeiteten, kündigten Beobachtungen eines Paares von kleinen roten Punkten an, die noch nie zuvor gesehen wurden. Die Punkte waren außergewöhnlich rot, mit kaum Licht in den bläulichen Farbtönen ihrer Spektren.

Anna de Graaff, eine Forscherin am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg, Deutschland, leitete eine Gruppe. Rohan Naidu, ein Astronom an der University of Hawai’i, ko-leitete eine andere Gruppe. Beide Teams nutzten Webb, um die Punkte detailliert zu untersuchen.

Das Spektrum, das alles veränderte

Der entscheidende Beweis kam von den Spektren der Punkte – der detaillierten Aufschlüsselung, welche Farben von Licht sie aussenden. Die Spektren zeigten, dass die Farben des Wasserstoffs über mehrere Schattierungen verteilt waren. Das ist ein deutliches Zeichen für ein Schwarzes Loch.

Wenn man direkt in ein freiliegendes Schwarzes Loch blickt, emittieren die um es herum wirbelnden Wasserstoffwolken je nach ihrer Geschwindigkeit leicht unterschiedliche Farben. Das Ergebnis ist eine breite Farbpalette, die als Breitband bezeichnet wird. Je breiter das Band, desto schneller bewegen sich die schnellsten Wasserstoffwolken – und desto massereicher ist das Schwarze Loch.

Viele Astronomen kamen zu dem Schluss, dass große Schwarze Löcher das Universum übersäten, das Licht der Sterne in ihren Heimatgalaxien schwächen. Die Punkte wirkten rot, weil Staub ihr blaues Licht blockierte.

Aber die Punkte schienen dennoch seltsam. Die meisten supermassereichen Schwarzen Löcher flackern, während sie Gasströme verschlingen und leistungsstarke X-Strahlen über das Universum aussenden. Die kleinen roten Punkte schienen weder das eine noch das andere zu tun.

Die unterschiedlichen Ideen der zwei Teams

Die beiden Teams sind sich nicht einig, was sie sehen. Eine Gruppe glaubt, dass die Punkte die Geburt supermassereicher Schwarzer Löcher im Inneren von kolossalen Sternen darstellen. Die andere Gruppe schlägt ein neues Objekt ganz anderer Art vor.

Naidu argumentierte, dass Webb Zeuge der Entstehung supermassereicher Schwarzer Löcher im Kern von riesigen Sternen werde. „Es ist ein grundlegend neues Phänomen im Gange“, sagte er.

Nicht jeder ist davon überzeugt. Das Feld sei sehr polarisiert geworden, so Anna-Christina Eilers, eine Astrophysikerin am Massachusetts Institute of Technology, die kleine rote Punkte untersucht.

Was die Debatte bedeutet

Die Diskrepanz hat eine Flut von Folgeforschungen ausgelöst. Der Kampf geht weiter, und die Antwort steht noch aus.

Das Webb-Teleskop sammelt weiterhin Daten, und die kleinen roten Punkte werden weiterhin untersucht. Die Debatte wird anhalten, bis eine Erklärung sich durchsetzt – oder bis etwas noch Seltsameres auftaucht.

Fürs Erste bleiben die kleinen roten Punkte ein Rätsel. Sie sind hell, sie sind rot, und sie tauchen immer wieder in Webbs Bildern auf. Ob es sich um Schwarze Löcher, Galaxien oder etwas ganz anderes handelt, die Antwort steht noch aus.

Hier ist eine grobe Zeitleiste, wie die kleinen roten Punkte entdeckt wurden:

Datum Ereignis
2023 Forscher identifizieren die kleinen roten Punkte erstmals als ungewöhnlich helle Objekte in Webb-Bildern
Frühjahr 2025 Zwei Teams von Astronomen verkünden Beobachtungen von zwei außergewöhnlich roten kleinen roten Punkten
Letzte Woche Eine Arbeit wurde veröffentlicht, die die Analyse einen Schritt weiterführt

Die beiden Umfragen, die die detailliertesten Daten zu den kleinen roten Punkten lieferten, waren:

  • Red Unknowns: Bright Infrared Extragalactic Survey (Rubies), geleitet von de Graaff
  • Mirage oder Miracle (MOM), mit Naidu als Co-Leiter

Beide Umfragen richteten Webb stundenlang auf entfernte Objekte, einschließlich der kleinen roten Punkte.

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