Texas baut zwei neue sichere Jugendanstalten, eine in der Nähe von Houston und eine in der Nähe von Dallas, zu einer Kosten von 300 Millionen Dollar. Der Schritt folgt auf Jahre steigender Jugendgewalt mit Waffen im Bundesstaat, darunter zwei jugendliche Tötungsdelikte in Houston in den letzten zwei Wochen. Die neuen Zentren sollen Jugendliche näher an ihre Familien bringen und die größeren Arbeitskräfte in diesen Städten nutzen, so der Staat.
Aber der Schritt stößt auf Kritik von Verfechtern der Jugendschutzmaßnahmen, die behaupten, das Texas Juvenile Justice Department (TJJD) eine Vorgeschichte von schlechten Bedingungen und Personalmangel in seinen bestehenden Einrichtungen hat. Ein Brief von Verfechtern forderte das TJJD auf, den Bau zu stoppen und sich auf Sicherheits- und Personalprobleme an bestehenden Standorten zu konzentrieren, und verweist auf Ausgangssperren, die am 14. August begannen.
Der Staat sagt, die neuen Betten seien notwendig, weil es derzeit Hunderte von leeren physischen Betten gibt, die nicht mit Personal besetzt sind. Die Einrichtungen sollen bis Anfang 2029 eröffnet werden.
Zahlen zur Waffengewalt steigen
Im Jahr 2020 wurden 1.708 Jugendliche an das TJJD wegen Verstößen mit Waffen gemeldet. Bis 2025 stieg diese Zahl auf 2.474, was einem Anstieg von fast 45 % entspricht. Der Anstieg hat die Entscheidung des Staates, die Kapazität zu erweitern, vorangetrieben.
Zwei Schülerinnen und Schüler einer Highschool im Raum Houston wurden in den letzten zwei Wochen bei getrennten Schießereien getötet, wobei die mutmaßlichen Schützen ebenfalls Jugendliche waren. Die Ermittlungen laufen noch.
Die neuen Zentren
Die beiden neuen Einrichtungen werden in der Nähe von Rosharon in Brazoria County und in der Nähe von Waxahachie in Ellis County gebaut. Die Einrichtung in Rosharon wird 104 Betten haben und beherbergt nur die gefährlichsten und gewalttätigsten Jugendlichen. Die zweite Einrichtung wird ebenfalls 104 Betten haben und sich auf Jugendliche mit dem höchsten Maß an psychischen und Verhaltensproblemen konzentrieren.
Die Standorte sind strategisch gewählt. Beide liegen in der Nähe großer Ballungszentren, was laut dem Staat bei der Personalwerbung helfen wird. Bestehende TJJD-Einrichtungen sind über den Bundesstaat verteilt und befinden sich in Edinburg, Gainesville, Giddings, Mart und Brownwood.
Die Nähe zu Houston bedeutet, dass Jugendliche während ihrer Haftstrafe in der Nähe ihrer Familien bleiben können. Der Staat hat dies als einen Vorteil der neuen Standorte dargestellt.
Personalmangel ist das eigentliche Problem
TJJD-Geschäftsführerin Shandra Carter sagte, die neuen Einrichtungen gehe es nicht nur darum, Betten hinzuzufügen. Sie wies darauf hin, dass die Behörde derzeit Hunderte von physischen Betten hat, die nicht mit Personal besetzt sind.
„Ich habe Hunderte von physischen Betten, aber ich habe keine mit Personal besetzten Betten“, sagte Carter.
Diese Unterscheidung ist zentral für das Argument des Staates. Es ist nicht der Mangel an Platz, der die Expansion vorantreibt; es ist der Mangel an Personal, um diese Plätze zu besetzen.
Interessenvertreter äußern Bedenken
Interessenvertreter sind skeptisch. Sie verweisen auf eine Geschichte von Problemen in bestehenden TJJD-Einrichtungen, darunter verfassungswidrige Zustände, die die Aufmerksamkeit der Bundesbehörden auf sich zogen.
Im Jahr 2024 kam das U.S. Department of Justice zu dem Schluss, dass in den fünf Jugendstrafanstalten von Texas verfassungswidrige Zustände herrschen. Die Feststellungen umfassten Probleme wie übermäßige Gewaltanwendung, lange Isolationszeiten und unzureichende psychische Betreuung.
Brett Merfish, Direktor für Jugendjustiz bei Texas Appleseed, brachte den Sachverhalt unmissverständlich zum Ausdruck.
„Sie haben eine Behörde, die keine Erfolgsbilanz bei durchweg guten Bedingungen für die Rehabilitation vorweisen kann, und es gibt wenig Grund zu der Annahme, dass sich dies ändern wird“, sagte Merfish.
Das Schreiben der Interessenvertreter forderte TJJD auf, den Bau zu stoppen und zunächst Personal- und Sicherheitsfragen in bestehenden Einrichtungen anzugehen. Die am 14. August beginnenden Lockdowns sind Teil der Besorgnis.
Lokale Unterstützung für das Vorhaben
Die Juvenile Probation Department des Harris County sagte, eine staatliche Einrichtung im nahegelegenen Brazoria County könnte für Familien im Harris County einen erheblichen Unterschied machen. Diese Unterstützung kommt von einer Behörde, deren Arbeit direkt mit der von TJJD zusammenfällt.
Prävention vs. Bestrafung
Nicht jeder ist jedoch der Meinung, dass mehr Einrichtungen die Lösung sind. Das Büro des öffentlichen Verteidigers von Harris County erklärte, es würde lieber größere Investitionen in Präventionsmaßnahmen sehen.
Dazu gehören stärkere Schulen, der erweiterte Zugang zu psychischen Gesundheitsdiensten, Unterstützung für Familien und der Zugang zu grundlegenden Ressourcen. Das Büro argumentierte, dass Geld, das in neue Gebäude investiert wird, besser eingesetzt würde, um den zugrunde liegenden Ursachen von Jugendkriminalität zu begegnen.
Der Disput über die neuen Einrichtungen dreht sich darum, was passiert, wenn junge Menschen in das staatliche System gelangen. Verteidiger Jerry Michael Acosta sieht viele von ihnen bereits viel früher im Prozess.
„Viele der Fälle, die ich behandle, sind schwere Fälle im Zusammenhang mit Schusswaffen“, erklärte Acosta.
Acosta sagte, die Unterbringung in einer staatlichen Einrichtung sollte nach wie vor die letzte Option sein, und argumentierte, dass viele junge Straftäter besser durch Programme in der Nähe ihres Wohnortes betreut werden können.
„TJJD, als Verfechter von Jugendlichen, ist die letzte Option für Jugendliche“, sagte Acosta. „Es gibt eine Menge Einrichtungen, eine Menge Programme, die in der Gemeinde verfügbar sind. Hier in Harris County gibt es eine Menge Programme, die verfügbar sind.“
Der Zeitplan
| Einrichtung | Standort | Bettenanzahl | Schwerpunkt |
|---|---|---|---|
| Rosharon | Brazoria County ) | 104 | Hochrisikojugendliche und gewalttätige Jugendliche ) |
| Waxahachie ) | Ellis County ) | 104 | Jugendliche mit mentalen und Verhaltensproblemen ) |
Der Baubeginn soll Anfang 2029 abgeschlossen sein. )
Was kommt als Nächstes )
Die neuen Einrichtungen werden vorangetrieben. Der Staat hat die 300 Millionen Dollar zugesagt, und der Zeitplan ist festgelegt. )
Aber die Debatte darüber, ob sie die richtige Lösung sind, ist noch lange nicht vorbei. Verfechter werden weiterhin Fragen zu Personal und Bedingungen in bestehenden Einrichtungen aufwerfen, während der Staat argumentiert, dass die neuen Zentren notwendig sind, um die Nachfrage zu decken. )
Die beiden jugendlichen Tötungsfälle in Houston haben die Diskussion verändert. Was einst eine Politikdebatte war, ist nun eine Frage mit realen menschlichen Konsequenzen. )
„Ich habe hunderte physische Betten, aber ich habe keine Betten mit Personal.“ )
Dieses Zitat von Carter erfasst die Spannung im Kern dieser Geschichte. Der Staat hat den Platz. Er hat aber nicht die Leute. )
Die neuen Einrichtungen werden 2029 eröffnet. Ob sie das Personaltproblem lösen oder lediglich zu den bestehenden hinzufügen, ist eine Frage, die erst beantwortet werden kann, wenn sie in Betrieb sind.
Wo die Zeitung steht
Die Zeitung unterstützt keine der beiden Seiten direkt, sondern befürwortet eine kleinere Regierung und weniger zentrale Kontrolle, was die Frage aufwirft, warum der Staat diese neuen Einrichtungen baut, anstatt Personalknappheit und schlechte Bedingungen in den bestehenden Einrichtungen anzugehen. Das Projekt mit einem Umfang von 300 Millionen Dollar wirft eine einfache Frage auf: Wenn TJJD seine aktuellen Betten nicht besetzen kann, warum dann neue bauen?
Der eigene Geschäftsführer des Staates räumt ein, dass das Problem Personal ist, nicht Platz. Die Behörde verfügt über hunderte unbesetzte Betten ohne Personal. Dieses Eingeständnis untergräbt die Rechtfertigung für eine Erweiterung. Anstatt die Personalkrise zu beheben, gibt der Staat Hunderte von Millionen für den Neubau aus, während bestehende Einrichtungen Schließungen, verfassungswidrige Zustände und bundesstaatliche Kontrolle erleben.
Der Kampf ist noch lange nicht vorbei. Verfechter werden TJJD weiterhin unter Druck setzen, den Bau zu stoppen und zunächst die Personalausstattung und Sicherheit an bestehenden Standorten zu verbessern. Das Argument des Staates stützt sich auf die Nähe zu großen Arbeitskräften in Houston und Dallas, aber das Kernproblem ist Personal, nicht Lage. Die neuen Einrichtungen werden 2029 eröffnet, und die Frage, ob sie das Personaltproblem lösen oder es lediglich verschlimmern, wird erst beantwortet werden, wenn sie in Betrieb sind.
Quellenmaterial: „Texas to build 2 new juvenile centers, including 1 in Brazoria Co., as youth gun crime increases,“ ABC13 Houston.
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