„The Mighty Ducks: Game Changers“ will zu einer pointierten, satirischen Abrechnung der Kultur im Jugendleistungssport werden und gelingt dies meistens. Die auf Disney+ verfügbare Serie, kreiert von Steve Brill, Josh Goldsmith und Cathy Yuspa, begleitet den 12-jährigen Evan Morrow, nachdem er vom Mighty Ducks Juniorteam abgewiesen wurde. Mit der Hilfe seiner Mutter Alex baut er ein zusammengewürfeltes Team von Außenseitern auf, um gegen die hyperkompetitiven, siegreif-bis-zum-letzten-Mittel-Welt des Jugend-Hockey anzutreten. Es ist eine witzige, warmherzige Show mit echtem Einsatz, auch wenn ihre Satire manchmal ihr Ziel verfehlt.
Die Prämisse ist einfach. Die Mighty Ducks sind von kleinen Underdogs zu einem Leistungssportprogramm für Jugendliche geworden. Evan wird abgewiesen, und er und seine Mutter machen sich daran, ein neues Team zu gründen. Der zentrale Konflikt der Show ist die Spannung zwischen der skrupellosen Kultur des organisierten Sports und dem ungestümen, menschlichen Wunsch, aus Liebe zum Spiel zu spielen. Es ist eine Ausgangssituation, die es den Autoren ermöglicht, Mobbing, Elterndruck und die Absurdität von Pokalzeremonien zu erkunden, ohne jemals den Blick für die Kinder im Mittelpunkt zu verlieren.
Trailer, via Disney Plus.
Der Cast und seine Chemie
Die Stärke der Show liegt in ihrem Cast. Brady Noon spielt Evan mit einer Mischung aus Frustration und Entschlossenheit, die echt wirkt. Seine Leistung verankert die Satire in etwas Realem. Lauren Graham spielt Alex Morrow, Evans Mutter, mit einer Art von genervter Wärme, die ihre Szenen zu den besten der Serie macht. Ihre Sprechweise ist präzise, und sie findet Humor in den alltäglichen Details der Erziehung eines Kindes, das die Niederlage nicht akzeptieren will.
Josh Duhamel kommt in der zweiten Staffel als Colin Cole hinzu, der Vater von Evans Rivalen. Duhamel bringt eine scharfe Kante in die Rolle, einen Mann, der den Sieg über alles stellt. Die Chemie zwischen Noon und Duhamel ist der Motor der zweiten Staffel, und ihre gemeinsamen Szenen sind das beste Werk der Show. Die Rivalität zwischen Evan und Coles Sohn ist glaubwürdig und emotional ehrlich.
Das junge Ensemble rund um Noon ist ebenfalls stark. Maxwell Simkins spielt Nick Ganz, den Team-Alleskönner, der heimlich den Sport liebt. Swayam Bhatia spielt Sofi Hanson-Bhatt, die stille Strategin. Taegen Burns spielt Maya Kasper, die sportliche Wildcard. De’Jon Watts spielt Adib ‚Sam‘ Samitar, den loyalen Freund. Naveen Paddock spielt Jace Cole, den jüngeren Bruder von Cole. Jeder Schauspieler bekommt einen eigenen Moment, in dem er glänzen kann, und die Serie vertraut ihnen genug, um die ruhigeren Szenen wirken zu lassen.
Gordon Bombay kehrt zurück
Emilio Estevez kehrt als Gordon Bombay zurück, dem ursprünglichen Ducks-Trainer, der inzwischen der desillusionierte Besitzer einer Eisbahn unterer Liga ist. Sein Handlungsbogen ist eine stille Tragödie. Er ist ein Mann, der das Spiel liebte und jetzt eine kleine Eisbahn betreibt, in der die Spieler keine Trophäen bekommen. Estevez spielt die Traurigkeit mit Zurückhaltung, und seine Szenen mit den jungen Spielern haben echtes Gewicht. Die Serie macht ihn nicht zu einem Helden, aber sie macht ihn zu einer sympathischen Figur, die versteht, gegen was Evan kämpft.
Die Serie bringt auch mehrere Schauspieler aus den Originalfilmen zurück. Elden Henson, Matt Doherty, Vincent LaRusso, Marguerite Moreau, Garette Henson und Justin Wong treten alle in der sechsten Episode auf. Ihre Anwesenheit verleiht der Reihe ein Gefühl der Kontinuität, auch wenn ihre Rollen klein sind. Die Serie respektiert ihre Geschichte, ohne sich auf Nostalgie für ihre Witze zu verlassen.
Satire und ihre Schwächen
Die Satire der Serie zielt auf die Heuchelei im Jugend-Sport ab. Die Ducks sind ein Team, das Spieler aussortiert und unerbittlich trainiert, aber sie werden auch von ihrer Gemeinde geliebt. Die Serie möchte sagen, dass es nicht nur darum geht, zu gewinnen, aber sie hat Schwierigkeiten, diese Botschaft mit ihrem eigenen Bedürfnis nach einer wettbewerbsorientierten Handlung in Einklang zu bringen. Das Ergebnis ist eine Serie, die oft predigt, was sie praktiziert.
Die schwächsten Momente der Serie kommen, wenn sie zu stark auf das Offensichtliche setzt. Eine Szene, in der ein Spieler gesagt bekommt, dass er nicht gut genug ist, kann flach wirken, wenn die Serie nicht die emotionale Grundlage dafür geschaffen hat. Die Serie ist am lustigsten, wenn sie spezifisch ist, und am spezifischsten, wenn sie sich auf die Charaktere anstatt auf die Kultur konzentriert.
„Wir müssen gewinnen.“
Diese Zeile, gesprochen von einem von Evans Gegnern, erfasst die zentrale Spannung der Serie. Es ist eine einfache Aussage, aber auch eine Leitlinie für die gesamte Reihe. Die Serie möchte argumentieren, dass Gewinnen nicht alles ist, kehrt aber immer wieder zur Idee zurück, dass Gewinnen der springende Punkt ist.
Die zweite Staffel und ihre Probleme
Die zweite Staffel, die am 28. September 2022 Premiere feierte, führt die Serie in eine dunklere Richtung. Die Rivalität zwischen Evan und dem Sohn von Cole wird intensiver, und die Serie verbringt mehr Zeit damit, den Druck auf beide Familien zu untersuchen. Die Staffel ist stärker als die erste, führt aber auch neue Probleme ein. Der Umgang der Serie mit der Familie Cole wirkt gehetzt, und einige Handlungsstränge werden ohne die nötige Sorgfalt aufgelöst.
Die Serie verliert in der zweiten Staffel auch Estevez. Seine Option für die zweite Staffel wurde aufgrund kreativer Differenzen und eines Vertragsstreits nicht aufgegriffen. Die Serie versucht, ohne ihn weiterzumachen, aber es ist ein Verlust. Estevez brachte eine bodenständige Menschlichkeit in die Serie, und sein Fehlen hinterlässt eine Lücke in der Erzählung.
Die Absetzung und ihr Vermächtnis
Die Serie wurde von Disney nach zwei Staffeln abgesetzt. Die Entscheidung fiel im Februar 2023, und die Serie wurde am 26. Mai 2023 als Teil einer umfassenderen Initiative zur Entfernung von Inhalten unter der Leitung von Disney CEO Bob Iger von Disney+ entfernt. Die Absetzung ist bedauerlich, da die Serie Schwung hatte. Ihre Themen bleiben relevant, und ihre Charaktere verdienten mehr Auflösung.
Das Vermächtnis der Serie ist gemischt. Es ist eine Serie, die etwas über Jugendsport aussagen wollte, und es gelang ihr teilweise. Es ist auch eine Serie, die vor ihrem vollen Potenzial ausgeschaltet wurde. Die Entfernung von Disney+ macht es schwieriger, sie zu finden, aber die Serie ist weiterhin über andere Streaming-Dienste verfügbar.
Was funktioniert und was nicht
- Die Chemie zwischen den Darstellern ist das stärkste Kapital der Serie.
- Die Satire ist am schärfsten, wenn sie auf die Charaktere zugeschnitten ist.
- Die zweite Staffel verbessert die erste, führt aber neue Probleme ein.
- Die Botschaft der Serie über das Gewinnen wird durch ihren eigenen Wettbewerbsdrang untergraben.
- Estevezs Abgang beeinträchtigt das Geschichtenerzählen.
- Die Themen der Serie bleiben relevant, auch wenn ihre Umsetzung nicht immer konsistent ist.
Das letzte Wort
„The Mighty Ducks: Game Changers“ ist eine Serie mit gutem Herzen und einem fehlerhaften Drehbuch. Es ist lustig, warmherzig und gelegentlich bewegend, aber es hat Schwierigkeiten, seine Satire mit dem Geschichtenerzählen in Einklang zu bringen. Die Serie ist am besten, wenn sie sich auf die Charaktere konzentriert, und am schlechtesten, wenn sie versucht, einen Punkt zu machen. Es ist eine Serie, die man sich ansehen kann, aber nicht eine, die eine dritte Staffel verlangt.
Der Soundtrack der Serie spiegelt diese Spannung wider. Es ist ein solider, angenehmer Sehtrick, aber es reicht nicht für Größe aus. Die Serie verdient Anerkennung dafür, dass sie versucht, etwas über die Kultur des Jugendleistungssports zu sagen, auch wenn ihre Botschaft nicht immer mit Präzision vermittelt wird.
Die letzte Episode der Serie endet mit einer hoffnungsvollen Note, wobei Evans Team Erfolg auf eigene Weise findet. Es ist ein passendes Ende, auch wenn die Serie selbst keines bekommen hat. The Mighty Ducks leben weiter, aber diese Iteration ist vorbei. Die Serie ist sehenswert für ihre Darstellungen und ihre Wärme, auch wenn ihre Satire nicht immer trifft.
Wertung: 7,2 von 10
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