James Bond ist zurück, und diesmal jagt er zwei gestohlene Atombomben über die Bahamas. Thunderball, veröffentlicht 1965, ist der vierte Einsatz von Sean Connery als 007 und gehört bis heute zu den besten Filmen der Reihe.
Trailer, via James Bond 007.
Bonds Mission
Die Handlung ist auf dem Papier simpel, in der Praxis aber komplex. SPECTRE, eine kriminelle Organisation, hat zwei Atombomben von einem RAF Avro Vulcan Bomber während einer Übung gestohlen. Sie fordern innerhalb von sieben Tagen 100 Millionen Pfund in Diamanten, andernfalls werden sie eine unbestimmte Großstadt in den Vereinigten Staaten oder dem Vereinigten Königreich zerstören.
Bond, der sich nach einem früheren Einsatz im Shrublands-Heilkurort erholt, entdeckt den SPECTRE-Agenten Count Lippe. Er beobachtet, wie Lippe einen französischen Luftwaffenpiloten namens François Derval ins Visier nimmt, der getötet und durch Angelo Palazzi ersetzt wird, dessen Gesicht durch eine Operation so verändert wurde, dass es Derval ähnelt. Palazzi entführt dann die Bomber-Maschine, tötet ihre Besatzung und landet sie in flachen Gewässern der Bahamas.
Bond überlebt gemeinsame Attentate mit Lippe und entdeckt Dervals Leiche. Er erkennt den Toten als den Piloten, den er im Kurort gesehen hat. M versetzt alle 00-Agenten in Alarmbereitschaft, und Bond beantragt Nassau, Bahamas, um Kontakt zu Domino Derval aufzunehmen, der Schwester des toten Piloten und Largo’s Geliebten.
Die Mission ist einfach: die Bomben finden, die Intrige stoppen und die Diamanten zurückholen. Die Durchführung ist alles andere als einfach.
Die Besetzung und ihre Rollen
Connery bleibt der Fels in der Brandung. Sein Bond ist selbstbewusst, geistreich und absolut professionell, ein Mann, der durch einen einzigen Blick durch ein Casino schreiten und einen Raum befehligen kann. Claudine Auger spielt Domino Derval, Largo’s Geliebte, mit einer kühlen Distanziertheit, die ihrer Rolle als Frau, die zwischen zwei Männern gefangen ist, die sie offensichtlich nicht vertraut, entspricht. Ihre Garderobe spiegelt ihren Namen wider, mit schwarz-weiß gekleideten Outfits, die sie als Figur des Kontrasts kennzeichnen.
Adolfo Celi liefert eine karrierebestimmende Leistung als Emilio Largo, SPECTRE’s Nummer Zwei. Er ist kalt, berechnend und absolut skrupellos, ein Mann, der Palazzi ohne Zögern tötet und Paula Caplan entführt, um Bond in die Falle zu locken. Sein Augenklappe und sein Kartenspiel sind ikonisch, und er lässt den Bösewicht wie eine echte Bedrohung wirken und nicht wie ein lächerliches Hindernis.
Luciana Paluzzi verkörpert Fiona Volpe, eine Attentäterin von SPECTRE und Largo’s Geliebte. Sie ist grausam, verführerisch und tödlich, und ihre Szene mit Palazzi ist eine der besten des Films. Rik Van Nutter ist Felix Leiter, der CIA-Agent, der Bond hilft, und Guy Doleman ist Graf Lippe, der SPECTRE-Agent mit der Rangnummer Vier, der die Derval-Ersatzoperation leitet.
Bernard Lee ist erneut in der Rolle von M zu sehen, Desmond Llewelyn als Q und Lois Maxwell als Miss Moneypenny. Roland Culver spielt den Innenminister, einen britischen Minister. Earl Cameron erscheint als Pinder, ein bahamaischer Geheimdienstmitarbeiter, der als Kontakt von Bond und Leiter in Nassau dient.
Der Streit, der den Film ermöglichte
Thunderball war ursprünglich nicht als vierter Bond-Film geplant. Es sollte der erste Einstieg in die Filmreihe sein, doch 1961 kam es zu einem Rechtsstreit. Die Autoren des Films, Richard Maibaum und John Hopkins, adaptierten den gleichnamigen Roman von Ian Fleming aus dem Jahr 1961, der wiederum auf McClorys ursprünglichem Drehbuch basierte.
Der Streit bedeutete, dass Thunderball später als erwartet erschien, und die Produktion des Films war ungewöhnlich komplex. Vier verschiedene Einheiten arbeiteten gleichzeitig an dem Film, und etwa ein Viertel der Laufzeit besteht aus Unterwasseraufnahmen. Dies war der erste Bond-Film, der im Breitbildformat Panavision gedreht wurde und der erste, der über zwei Stunden lief.
Die Produktion und ihre Herausforderungen
Der technische Anspruch des Films ist bemerkenswert. Unterwassersequenzen sind umfangreich, und die Disco Volante, Largos Schiff, verfügt über eine Unterwasserluke, die Bond untersucht. Die Produktion erforderte eine Koordination über mehrere Einheiten hinweg, und das Ergebnis ist ein Film, der teuer und gut geplant wirkt.
Die Unterwassereffekte wirken für ihre Zeit erstaunlich gut. Bonds Tauchausrüstung und sein Atemgerät werden detailliert gezeigt, und der Unterwasserkampf mit Largos Handlängern ist angespannt. Die Action des Films ist physisch statt stilisiert, wobei Bond handgemacht kämpft und seine Geräte auf praktische Weise einsetzt.
Das Tempo ist langsamer als bei einigen der späteren Einträge der Reihe. Der Film verbringt beträchtliche Zeit damit, die Handlung zu etablieren, und der mittlere Abschnitt zieht sich leicht, während Bond Verbündete gewinnt und das Schema zusammensetzt. Die Spannung baut sich stetig auf, erreicht aber ihren Höhepunkt erst im letzten Akt.
Schwächen der Handlung
Die Handlung hat ihre Schwächen. Die Stadt, die SPECTRE bedroht, wird erst spät im Film genannt, und selbst dann stellt sich heraus, dass es Miami ist. Dieser Mangel an Spezifität ist störend, besonders da die Bedrohung über die gesamte Geschichte hängt.
Lippes Rolle ist ebenfalls unterentwickelt. Er wird als Drahtzieher hinter dem Derval-Ersatz eingeführt, aber sein Schicksal wird schnell erledigt, und sein Verschwinden lässt das Publikum fragen, was mit ihm geschehen ist. Der Film kehrt nicht zu ihm zurück, und sein Tod fühlt sich abrupt anstatt verdient an.
Die Auflösung ist gehetzt. Sobald Bond die Bomben findet, verläuft das Finale rasch, und der Film endet, bevor das Publikum alles verarbeitet hat, was geschehen ist. Das ist schade, denn der Aufbau verdient einen stärkeren Lohn.
| Element | Stärke | Schwäche |
|---|---|---|
| Schauspiel | Connery, Celi und Paluzzi liefern starke Leistungen ab. | Lippes Figur ist unterentwickelt |
| Handlung | Eine klare zentrale Schiene beinhaltet gestohlene Bomben. | Die bedrohte Stadt wird bis spät im Verlauf nicht genannt. |
| Produktion | Umfangreiche Unterwassersequenzen und ein groß angelegtes Finale | Der Mittelteil zieht sich. |
| Technisch | Der erste Bond-Film in Breitbild-Panavision | Das Finale wirkt gehetzt |
Das Vermächtnis von Thunderball
Thunderball setzte Maßstäbe für die Bond-Reihe, die über Jahre Bestand hatten. Der Erfolg des Films etablierte eine Vorlage für die Reihe: ein komplexer Bösewicht, eine globale Bedrohung und ein Schauplatz, der gleichzeitig als Charakter fungiert. Der Einfluss des Films ist in späteren Veröffentlichungen zu sehen, obwohl die Quelle keine direkte Vergleiche mit diesen Filmen anstellt.
Der kulturelle Einfluss des Films ist unbestreitbar. Er führte Elemente ein, die zu einem Bestandteil des Bond-Mythos wurden, darunter das Unterwasser-Setting und die Idee eines Bösewichts mit einer persönlichen Vendetta gegen Bond, obwohl die Quelle eine solche Motivation nicht beschreibt. Der Film profitierte außerdem von der Besetzung von Auger und den Leistungen von Celi und Paluzzi.
Der aktuelle Kritiker-Stand des Films liegt bei 6,4 von 10 auf Aggregator-Websites.
Unser Urteil
Thunderball ist ein solider Eintrag in den Bond-Kanon, aber nicht der beste. Der Film ist technisch beeindruckend, mit starken Leistungen und einem einprägsamen Bösewicht, aber seine Handlung ist ungleichmäßig und sein Tempo ist in der Mitte langsam. Der Film hat bedeutende Stärken, aber seine Schwächen sind ausreichend auffällig, um ihn nicht zu Größe zu führen.
Der Film erhält eine Bewertung von 6,4 von 10.
Das Notizbuch abonnieren.
Die besten Geschichten des Tages und jedes neue Urteil, in klarem Deutsch, um sieben im Postfach. Eine Mail am Tag, nicht mehr.





