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‚Tokyo Vice‘: Regen, Neon und ein Yakuza-Beat, der die Warte wert ist. )

Ein langsam sich entfaltendes Krimidrama, angesiedelt in Tokios neonbeleuchteten Straßen und der düsteren Yakuza-Unterwelt, rezensiert.

Von mitch·3 Min. Lesezeit
A solitary figure walks down a wet Tokyo street under glowing neon lights.

Ein amerikanischer Journalist landet in Tokio, um die Yakuza zu verfolgen, und „Tokyo Vice“ verwandelt dieses Konzept in ein langsam voranschreitendes Krimidrama, das Geduld gegenüber Spektakel belohnt. Die Serie folgt Jake Adelstein, gespielt von Ansel Elgort, der sich 1999 in die Abteilung für organisierte Kriminalität der Präfekturpolizei Tokio einbettet. Die Show basiert auf Adelsteins Memoiren von 2009 mit demselben Titel und stützt sich stark auf diese reale Erfahrung.

Trailer, über HBO Max.

Die Handlung

Die visuelle Sprache der Serie ist ihr stärkster Trumpf. Die Straßen Tokios werden mit einer düsteren, regennassen Farbpalette dargestellt, und der Kontrast zwischen der neonbeleuchteten Stadt und der schattigen Welt der Yakuza ist scharf. Das Produktionsdesign ist akribisch, von den engen Büros der Zeitung, in der Adelstein arbeitet, bis hin zu den heruntergekommenen Bars, in denen er seine Informanten trifft.

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Die Serie fängt auch die bürokratische Absurdität der japanischen Strafverfolgung ein. Adelstein hört ständig, dass „Mord nicht in Tokio passiert“, ein Mantra, das die institutionelle Ablehnung der Anerkennung organisierter Kriminalität unterstreicht. Diese Spannung ist nicht nur Hintergrund, sondern treibt die Handlung voran und prägt Adelsteins Beziehung zum erfahrenen Detektiv Hiroto Katagiri, gespielt von Ken Watanabe.

Die Besetzung

Elgort trägt das Gewicht der Hauptrolle und beweist sich voll und ganz bei Adelsteins Verwandlung vom naiven Außenseiter in einen abgehärteten Ermittler. Seine Leistung bildet das zentrale Spannungsfeld der Serie zwischen Idealismus und Zynismus ab. Watanabe spielt Katagiri als einen wettergegerbten Mentor, dessen Loyalität durch die Korruption auf die Probe gestellt wird, die er gemeinsam mit Adelstein aufdeckt.

Rachel Keller ist als Samantha Porter zu sehen, eine Journalistin, die Adelsteins Hunger nach einer großen Schlagzeile teilt. Ihre Szenen sorgen für einige der besten Chemie der Serie, obwohl ihre Rolle weniger substanziell ist als die der anderen Hauptrollen. Der Nebencast, darunter Show Kasamatsu als Akiro Sato, Rinko Kikuchi als Eimi Maruyama und Yosuke Kubozuka als Naoki Hayama, ergänzt das Team mit unterschiedlichen Persönlichkeiten und Motivationen.

Der langsame Aufbau

Das Tempo ist die größte Hürde der Serie. Tokyo Vice ist kein rasend schneller Thriller. Es nimmt sich viel Zeit, um Beziehungen, Büropolitik und den Rhythmus des täglichen Lebens in Japan zu etablieren. Für Zuschauer, die konstante Action suchen, können die frühen Episoden langsam wirken.

Aber die Belohnung kommt in den späteren Staffeln, wo die Ermittlungen tiefer werden und die Einsätze steigen. Die Serie baut auf ein Finale hin, das das Versprechen ihrer Prämisse einlöst, auch wenn der Weg dorthin nicht immer fesselnd ist.

Die Rezeption

Die Serie erhielt überwiegend positive Kritiken. Kritiker lobten das Setting, die Ästhetik und die Charaktere. Die Authentizität der Serie, die direkt aus Adelsteins Memoiren stammt, war ein wichtiger Verkaufsfaktor für Zuschauer und Kritiker gleichermaßen.

Die Absetzung der Serie im Juni 2024 nach zwei Staffeln war eine Überraschung für Fans, die sich an die Charaktere gewöhnt hatten. Das Ende ist zwar befriedigend, lässt aber einige Handlungsstränge offen.

Die Zahlen

  • Schöpfer: J.T. Rogers
  • Sender: HBO Max (Staffel 1), Max (Staffel 2)
  • Erste Ausstrahlung: 7. April 2022
  • Letzte Ausstrahlung: 4. April 2024
  • Episoden: Insgesamt 18
  • Bewertung: 7,5/10

Wichtige Daten

Datum Ereignis
7. April 2022 Premiere von Staffel 1 auf HBO Max
8. Februar 2024 Premiere von Staffel 2 auf Max
Juni 2024 Serie abgesetzt

Tokyo Vice ist ein intelligentes, atmosphärisches Krimidrama, das Aufmerksamkeit verdient. Sein langsamer Aufbau lohnt sich in einem Finale, das verdient wirkt, auch wenn die mittleren Episoden manchmal etwas in die Länge geraten. Die Serie ist eine würdige Adaption von Adelsteins Memoiren und steht als starker Beitrag im überfüllten Feld der internationalen Krimidramen.

7,5 von 10.

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