Die institutionelle Nachfrage nach Bitcoin ist ins Stocken geraten, und die Zahlen bestätigen es. Unternehmensschatzkammern kauften über einen Zeitraum von drei Monaten nur 5.900 Bitcoin, eine Zahl, die den aktuellen Stand des Interesses unter Institutionen widerspiegelt. Die Verlangsamung ist deutlich zu erkennen, und die sie umgebenden Signale – ETF-Zuflüsse, Stablecoin-Angebot und die Coinbase-Prämie – deuten alle in dieselbe Richtung.
Die Verlangsamung bei Unternehmen
Daten von Glassnode zeigen, dass börsennotierte Unternehmen in den letzten drei Monaten rund 5.900 Bitcoin hinzugefügt haben. Das markiert eine bemerkenswerte Verlangsamung gegenüber dem gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor, als Unternehmensschatzkammern mehr als 100.000 BTC hinzufügten, wobei allein auf Juli 89.000 Coins entfielen. Die jüngsten Käufe entsprechen weniger als 7 % des Gesamtvolumens vom Juli 2025.
Der Unterschied sticht deutlich hervor. Im Juli 2025 erreichte der Handel für diesen Monat einen Wert von über 8,9 Milliarden Dollar bei einem Spotpreis von über 100.000 Dollar und übertraf damit die Marktkapitalisierung der meisten Kryptowährungen außerhalb der Top 15. Heute, bei einem Spotpreis von nahezu 76.400 Dollar, sind dieselben 5.900 Coins rund 451 Millionen Dollar wert. Das ist keine geringe Summe, doch sie verblasst neben dem, was derselbe Zeitraum ein Jahr zuvor lieferte.
Glassnode brachte es klar auf den Punkt: „Unternehmensschatzkammern waren 2025 ein großer Käufer, und sie haben sich zurückgezogen.“ Ihr durchschnittlicher Kaufpreis liegt bei etwa 80.500 Dollar, was einer Kostenbasis von etwa 6 % über dem aktuellen Spotpreis von 76.400 Dollar entspricht. Als Gruppe liegen die Schatzkammern im Minus.
Wer die Coins hält
Zu den größten Unternehmensbeständen zählt Strategy, ein an der Nasdaq notiertes Unternehmen, das rund 845.050 BTC hält. Metaplanet, an der Tokioter Börse notiert, rangiert ebenfalls weit oben, wobei die Quelle nicht angibt, wie viel das Unternehmen hält. Die Datenquelle Bitcoin Treasuries meldet Gesamtbestände börsennotierter Unternehmen von etwa 1,22 Millionen BTC über rund 181 gelistete Firmen.
Diese Wertpapiere liegen heute unter ihrem Kaufpreis. Eine Erholung auf 80.500 Dollar würde sie wieder in die Gewinnzone bringen und eine Schicht zusätzlichen Angebots beseitigen; bis zu diesem Punkt dient ihr Niveau laut der Einschätzung von Glassnode als eine weitere Obergrenze für den Markt.
ETF-Zuflüsse und die Coinbase-Prämie
Seit Anfang August haben Spot-Bitcoin-ETFs Milliarden von Dollar angezogen, was auf ein erneuertes institutionelles Interesse an dem Vermögenswert hindeutet. Sie verfehlen jedoch noch einen positiven Jahresverlauf um etwa 1 Milliarde Dollar, wie Daten von SoSoValue zeigen.
Daten von CoinGlass zeigen, dass der Coinbase-Premium-Indikator seit Mai weitgehend unter null geblieben ist, mit einem einzelnen Ausschlag ins Positive am 5. September. Ein negatives Ergebnis deutet darauf hin, dass Bitcoin auf Coinbase zu einem niedrigeren Kurs verkauft wird als auf der ausländischen Börse Binance, was darauf hindeutet, dass amerikanische Käufer weniger aktiv sind als Händler im Ausland.
Bei anderen Kennzahlen ist der Gesamtbestand an Stablecoins, der als Stellvertreter für neue Fiat-Gelder gilt, die in den Kryptomarkt fließen, in diesem Jahr mit etwa 300 Milliarden bis 310 Milliarden Dollar weitgehend stabil geblieben. Das Angebot ist in den letzten Wochen ebenfalls unverändert geblieben, obwohl Bitcoin Mitte August gestiegen ist. Diese Konstanz deutet darauf hin, dass nur wenig neues Geld über Stablecoins zufließt und die Nachfrage nach ihnen gering bleibt.
Die Zahlen im Vergleich
| Kennzahl | Drei Monate bis jetzt | Gleicher Zeitraum Juli 2025 |
|---|---|---|
| Von Unternehmensschatzkammern gekaufte BTC | ~5,900 | >100,000 |
| Kaufwert zum aktuellen Preis | ~451 Millionen Dollar | ~8,9 Milliarden Dollar |
| ETF-Jahresverlauf | Positiv, knapp unter 1 Milliarde US-Dollar bis zum Wechsel ins Positive | Nicht angegeben |
| Stablecoin-Angebot | Unverändert bei 300–310 Milliarden US-Dollar | Unverändert bei 300–310 Milliarden US-Dollar |
| Coinbase-Prämie | Überwiegend negativ | Nicht angegeben |
Die Tabelle zeigt das Ausmaß der Veränderung: Unternehmensschatzkammern entwickelten sich innerhalb weniger Monate von einem bedeutenden Käufer zu einem geringfügigen.
Was die Unterwasserposition bedeutet
Eine Obergrenze entsteht durch die Einstandskosten von 80.500 US-Dollar, was bedeutet, dass die Unternehmensschatzkammern bis zu einem Anstieg des Bitcoin-Preises über diesen Punkt hinaus gezwungen sind, mit Verlust zu verkaufen. Dies ist eine Belastung für den Markt und kein Fundament unter ihm.
Die Formulierung von Glassnode ist es wert, wiederholt zu werden: „Eine Rückeroberung von 80,5K US-Dollar würde die Schatzkammern wieder in die Gewinnzone bringen und eine Schicht des Überhangangebots beseitigen; bis dahin ist ihr Einstieg eine weitere Obergrenze.“ Der durchschnittliche Einstiegspreis der Gruppe liegt etwa 6 % über dem Spotpreis, sodass die Gruppe als Ganzes unter Wasser ist.
Das größere Bild
Während die übrigen Nachfragesignale gemischt sind, neigen sie zur Schwäche. ETF-Zuflüsse sind positiv, doch das Defizit von 1 Milliarde Dollar seit Jahresbeginn zeigt, dass Institutionen weiterhin mehr abziehen als einzahlen. Die Tatsache, dass die Coinbase-Prämie negativ bleibt, deutet darauf hin, dass US-Käufer weniger aggressiv sind als Offshore-Händler.
Das Angebot an Stablecoins hat sich im Laufe des Jahres kaum verändert, obwohl Bitcoin im August stark gestiegen ist. Dies deutet auf begrenztes frisches Kapital hin, das über Stablecoins in den Markt fließt.
Warum das wichtig ist
Diese Unternehmen trieben den größten Teil des Jahres 2025 die institutionelle Nachfrage an, daher ist ihr Rückzug von großer Bedeutung. Ihr Rückzug entfernt eine der größten beständigen Kaufquellen aus dem Markt.
Während die ETF-Zuflüsse auf eine gewisse institutionelle Aktivität hindeuten, zeigen die Zahlen seit Jahresbeginn, dass Institutionen mehr entnehmen als einzahlen. Die Coinbase-Prämie und die Daten zum Stablecoin-Angebot stützen die Schlussfolgerung, dass die Nachfrage durchweg schwächer geworden ist.
Die Unternehmensbestände liegen unter Wasser, was auf ihnen lastet. Würde 80.500 zurückgebracht, würde ihr Gewinn wiederhergestellt, doch sie bleiben über dem Spotpreis, bis das geschieht.
Was als Nächstes kommt
Nun steht die Frage: Werden die Unternehmensbestände stillhalten oder werden sie beginnen zu verkaufen? Sollten sie sich für einen Verkauf entscheiden, wird die Obergrenze zum Boden, und der Markt sieht sich dann mit mehr Angebot konfrontiert, zu einer Zeit, in der andere Nachfragesignale bereits schwach sind.
Sollten diese Markierungen intakt bleiben, wird das Dach nicht fallen, bis Bitcoin erneut 80.500 erreicht. Keines der beiden Szenarien deutet auf viel Stärke kurzfristig hin.
Kasten mit den wichtigsten Fakten
- Unternehmensbestände fügten in drei Monaten ~5.900 BTC hinzu, gegenüber >100.000 im Juli 2025
- Durchschnittlicher Kaufpreis: 80.500 US-Dollar, etwa 6 % über dem Spotpreis
- Aktueller Spotpreis: 76.400 US-Dollar
- ETF seit Jahresbeginn: positiv, rund 1 Milliarde US-Dollar vor dem Wechsel ins Plus
- Stablecoin-Angebot: unverändert bei 300 bis 310 Milliarden US-Dollar
- Coinbase-Prämie: seit Mai überwiegend negativ, am 5. September kurzzeitig positiv
Entscheidend sind hier die Zahlen selbst. Bis 2025 waren Unternehmensschatzkammern große Käufer, doch nun haben sie sich zurückgezogen. Der nächste Schritt hängt davon ab, ob sie ihre ursprüngliche Investition wieder hereinholen können oder stattdessen mit Verlust verkaufen. Beide Wege deuten auf eine geringere Nachfrage hin als noch vor einem Jahr.
Quellenmaterial: „Corporate treasuries bought just 5,900 bitcoin in 3 months. Other demand signals look weak, too.“, CoinDesk.
Das Notizbuch abonnieren.
Die besten Geschichten des Tages und jedes neue Urteil, in klarem Deutsch, um sieben im Postfach. Eine Mail am Tag, nicht mehr.

