Troll will zu einem Monsterfilm, einem Familienmelodram und einer politischen Satire zugleich werden. Es scheitert an allen dreien. Der 2022 bei Netflix veröffentlichte Film von Roar Uthaug und geschrieben von ihm und Espen Aukan, begleitet die Paläontologin Nora Tidemann bei ihren Ermittlungen über einen massiven Troll, der in Norwegens Dovre-Bergen erweckt wurde. Der Troll ist eine echte Bedrohung, aber der Film um ihn herum ist ein Chaos.
Trailer, über Netflix.
Das Monster und die Mythologie
Die Prämisse ist einfach und effektiv. Eine Bohroperation löst eine Eruption aus, die Arbeiter und Demonstranten tötet. Nora, eine Paläontologin bei ihrem ersten großen Fund, entdeckt seltsame Abdrücke im Fels, die wie Fußabdrücke aussehen. Sie hat Recht. Ein 50 Meter hoher Troll hat sich seit Jahrhunderten am Berghang versteckt und erwacht jetzt.
Der Troll selbst ist das stärkste Element des Films. Er sieht wirklich bedrohlich aus, und die Szene, in der er aus dem Berg auftaucht, ist aufrichtig beunruhigend. Das ist ungefähr alles, was der Film richtig hinbekommt.
Die Menschen sind das Problem
Noras Vater, Tobias, ist ein Professor, der an die Existenz mythischer Kreaturen glaubt. Er verliert seinen Job dafür. Nora ist verzweifelt nach Bestätigung, und der Film stützt sich auf diese Vater-Tochter-Spannung, um das emotionale Gewicht zu tragen. Es funktioniert nicht. Die Beziehung wirkt aufgesetzt, und der Dialog ist holprig.
Die Reaktion der Regierung ist ebenso schlecht. Premierministerin Berit Moberg und ihre Beraterin Andreas Isaksen rekrutieren ein Team von Wissenschaftlern, um die Angelegenheit zu untersuchen. Das Team umfasst Captain Kris Holm vom FSK, einen norwegischen Soldaten. Ihre Ermittlungen sind halbherzig, und die militärische Reaktion ist ein Witz. Konventionelle Waffen ärgern den Troll. Kirchenglocken, basierend auf Recherchen zur Mythologie, sind die Lösung.
Das ist das zentrale Problem des Films. Der Troll ist eine echte Bedrohung, aber die Menschen sind eine Sammlung von Klischees. Die Paläontologin ist klug. Der Soldat ist mutig. Der Politiker ist vorsichtig. Keiner von ihnen ist eine Person. Sie sind Funktionen in einer Maschine, die dafür ausgelegt ist, einen Monsterfilm zu liefern.
Eine Fortsetzung, die niemand wollte
Das Ende des Films lässt den Troll unbesiegt. Es gibt keine Auflösung, sondern nur eine Vorbereitung für eine Fortsetzung. Diese Fortsetzung, Troll 2, existiert, obwohl die Quelle nicht angibt, wann sie herauskam.
Die Bewertung lautet 3,0/10. Das ist kein Tippfehler. Der Film hat eine schlechte Dramaturgie, schlechte schauspielerische Leistungen und ist schlecht geschrieben.
Kernfakten – Regie: Roar Uthaug – Autoren: Espen Aukan, Roar Uthaug – Laufzeit: 104 Minuten – Veröffentlichung: Netflix, 1. Dezember 2022 – Fortsetzung: Troll 2 existiert – Größe des Trolls: 164 Fuß (50 m)
Troll ist eine Katastrophe. Das Monster ist gut. Alles andere ist Mist.
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