William T. Vollmann hat Jahre damit verbracht, einen Roman zu schreiben, der die amerikanische Außenpolitik von der Zeit des Kalten Krieges bis zur „Krieg gegen den Terror“ nachzeichnet, und erklärt nun, warum es so lange dauerte. Das Buch, A Table for Fortune, handelt vom 11. September, teilt sich aber in zwei Teile auf, die Vollmann zufolge nicht zusammengefügt werden können. Einer ist ein Roman der Ideen, der andere ein Roman der Gefühle, und er räumt ein, dass das Ganze Fiktion sei, die vorgibt, wahr zu sein.
Das geteilte Buch
Der erste Teil von A Table for Fortune folgt einem CIA-Analysten über fünf Jahrzehnte hinweg durch seine Bürotätigkeit, eine anhand von Memo-Texten verfasste Erzählung, die Vollmann als „dicht und intellektuell“ beschreibt. Er sagt, die halb plausible Karriere des Analysten lasse sich nur durch die Muster rechtfertigen, die sich zeigen. Der zweite Teil entpuppte sich als Roman der Gefühle, und Vollmann arbeitete mit genügend Tageslicht, um Leser durch mehrere Sätze und in einen Unterbereich zu führen.
Er verspricht, dass das Buch von „Funkeln der Archivfaszination“ und „S E C R E T-Andeutungen der geopolitischen Infrastruktur“ sowie von „einigen lustigen Aktionen“ des Spions und seiner Schwägerin Lorene erhellt wird. Vollmann besteht darauf, dass die beiden Teile zusammen existieren müssen, obwohl sie sich gegenseitig widerstehen.
Warum er nicht entkommen konnte
Vollmann sagt, das Thema sei verhasst gewesen, aber er konnte ihm nicht entkommen. Er freundete sich mit Juan Tomas an, einem Dichter aus Äquatorialguinea, der auf einem Kolloquium sprach:
„Es ist die Pflicht des Dichters, sich zu äußern, nicht weil er ein Dichter ist, sondern weil er ein Mitglied der Gemeinschaft ist.“
Vollmann wendet diese Logik auf sich selbst an: „Ich muss mich äußern, nicht weil ich sprechen kann, sondern weil ich ein Amerikaner bin.“ Er räumt ein, er sei niemand außer ein Amerikaner, und er habe sich verpflichtet gefühlt, herauszufinden, woher wir kommen und wohin wir zu gehen scheinen.
Fiktion, die vorgibt, wahr zu sein
Vollmann sagt, er habe versucht, den Fluss der Entscheidungsfindung über den Zeitraum so genau wie es seine unKLASSIFIED-Fehlinterpretationen erlaubten, widerzuspiegeln. Einige seiner Urteile seien sauer gewesen, sagt er, nur weil SAUERKEIT SELRES war. Er fragt sich, wie wir am 11. September gelandet sind und danach in so viele Moore gekrochen sind, und seine Antwort weist auf nicht gelernten Lektionen, Machtbefugnisse und Gewissen hin, die auf allen Seiten gelähmt wurden.
Er dankt dem Schicksal, dass es sich um einen Roman handelt, sodass seine Fehler als Fantasie durchgehen können. Er weist zudem darauf hin, dass die Ursachen und Wirkungen vieler spezifischer Ereignisse weiterhin in Kontroverse stehen. Hat die Sowjetunion Afghanistan aus Angst vor muslimischen Aufständen, Iran-bewusstem Machtpolitrealismus oder dem Verlangen nach einem Hafen am Persischen Golf angegriffen? Welcher Sterbliche kann das sich ständig verändernde Verhältnis zwischen der Roten-Armee-Fraktion und dem Stasi oder zwischen Donald Rumsfeld und Saddam Hussein darstellen?
Venusianisches Raten
Die CIA-Abschnitte ähneln einem Science-Fiction-Roman von 1940 über Venus. Vollmann hat sein Bestes getan, um aus dem zu extrapolieren, was ihm wenig über Langley bekannt war, und notwendigerweise in den meisten seiner erdgebundenen Vermutungen Fehler gemacht. Er wird niemals in der Lage sein, seine erbärmlichen Vermutungen über die „blauen“ Aufzüge oder die Bezeichnung des Schreibtisches für Deutschland im Jahr 1968 zu VERIFIZIEREN oder INVALIDIEREN.
Er ist den CIA-angehörigen Personen dankbar, die ihm geholfen haben, ein paar Kilometer tiefer in den nie aufhellenden Nebel von Venus einzusehen. Trotz Verachtung für Folter, Attentate, Invasionen auf der Grundlage unehrlicher Annahmen, langfristige S E C R E T -Überwachung unschuldiger Bürger, Verrat an Verbündeten und Angehörigen sowie einem allgemeinen Mangel an Rechenschaftspflicht ist er nicht gegen die CIA oder die Geheimdienstgemeinschaft an sich. Er wünscht sich, dass die CIA und das FBI den 11. September verhindert hätten und ist dankbar, dass sie es versucht haben.
Zu lang für einige Leser
Vollmann bemerkt, dass Tolstoi „einen Lektor gebraucht hätte“. Er hat gesagt bekommen, dass Krieg und Frieden zu lang sei und dass der hundertseitige Essay am Ende über die Unbedeutendheit von Helden im Verhältnis zum historischen Strom, den sie reiten, eine Überdehnung darstellt. Kürzlich lehnten mehrere seiner Kollegen in einem literarischen Gremium ab, Einsendungen zu lesen, die länger als zweihundert Seiten waren.
Vollmann entschied, dass es seine Pflicht sei, die Verbrechen von Cheneys Amerika zu erinnern. Er verspricht, sorgfältig über die mittelwahrscheinlichen Motive für die fiktive Figur namens Cheney zu raten, und er nimmt nur Handlungen und Wirkungen wahr, wenn er versucht, Bush Zweis hartnäckige Nachlässigkeit vor dem 11. September, seine „erweiterten Vernehmungen“ oder Obamas S E C R E T -Drohnenangriffe zu verstehen.
Die Überschreitung
Was Vollmann an dem amerikanischen Fall stört, ist die Überschreitung der Befugnisse der Exekutive, insbesondere im Dunkeln. Er verweist auf den unterdrückten, aber geleakten Pike-Report, in dem eine dominante weiße Haus eine protestierende CIA zu einem weiteren, unnötigen Blutbad zwingt.
Seine Ansichten über den Krieg gegen den Terror müssen sich nicht verstecken. Er ist dankbar, dass die CIA und das FBI versucht haben, den elften September zu verhindern, auch wenn er ihre Methoden verabscheut. Er ist nicht gegen die CIA oder die Geheimdienstgemeinschaft an sich, aber er ist beunruhigt durch die Überschreitung, die diese Verbrechen ermöglicht hat.
Kasten mit den wichtigsten Fakten
- Buch: A Table for Fortune
- Thema: Amerikanische Außenpolitik von 1966 bis 2022
- Fokus: Der 11. September und seine Folgen
- Struktur: Zwei Teile – ein Ideenroman und ein Gefühlsroman
- Länge: Mehr als zweihundert Seiten, mit einem weiteren Unterabschnitt versprochen
- Status: Veröffentlicht, mit Auflistungen der Danksagungen
Vollmanns Ehrlichkeit ist das Herzstück dieser Geschichte. Er räumt ein, dass sein Buch eine Fiktion ist, die vorgibt, die Wahrheit zu sein, und er erklärt, warum er es auf diese Weise schreiben musste.
Quellenmaterial: „William T. Vollmann on Trying to Excavate American Foreign Policy From the Cold War to the War on Terror,“ Literary Hub.
Das Notizbuch abonnieren.
Die besten Geschichten des Tages und jedes neue Urteil, in klarem Deutsch, um sieben im Postfach. Eine Mail am Tag, nicht mehr.

