Seasons after Fall bittet Spieler, still zu sitzen und Bäume zu betrachten. Das ist das ganze Konzept, und es funktioniert größtenteils. Das 2016er Spiel von Coldwood begleitet einen kleinen Hirsch durch vier Jahreszeiten eines Waldes, und die Aufgabe ist einfach: gefallene Blätter sammeln, Äste erklimmen und zusehen, wie sich die Welt um ihn herum verändert.
Trailer, via IGDBcom.
Der Hirsch und die Blätter
Spieler führen einen Hirsch durch einen Wald, der sich über Frühling, Sommer, Herbst und Winter in Farbe verändert. Der Kern des Spiels ist das Sammeln von Blättern, die jeweils einer bestimmten Baumart zugeordnet sind. Das Spiel verfolgt den Fortschritt auf einer Karte und zeigt an, welche Bäume noch Aufmerksamkeit benötigen. Es ist ein langsames System, das dem Streunen aber einen Zweck gibt.
Das Klettern ist die andere Hälfte der Gleichung. Die Bäume sind so angeordnet, dass das Erreichen eines hohen Astes oft erfordert, zu einem nahegelegenen Baum zu wechseln und dann zurückzukehren. Die Steuerung ist flüssig genug, so dass sich die Bewegung natürlich anfühlt und nicht gezwungen wirkt.
Vier Jahreszeiten, ein Wald
Jede Jahreszeit bringt eine deutliche visuelle Veränderung mit sich. Der Frühling ist grün und feucht. Der Sommer ist hell und voller Licht. Der Herbst färbt die Bäume gold und rot. Der Winter bedeckt alles mit Weiß. Das Spiel verwendet diese Veränderungen, um den Fortschritt zu markieren, ohne neue Mechaniken hinzuzufügen.
Diese Zurückhaltung ist sowohl die Stärke als auch die Schwäche des Designs. Es gibt keinen Kampf, keine Gegner, keine Dringlichkeit außer dem Wunsch, den Wald vollständig gefärbt zu sehen. Spieler, die mehr als stille Beobachtung suchen, werden das Tempo frustrierend finden.
Ton und Stille
Die Musik passt zu den visuellen Elementen. Sanfte, behutsame Kompositionen setzen den Ton für jede Jahreszeit, wobei Klavier und Streicher anstelle von Schlagzeugen oder Perkussion im Vordergrund stehen. Soundeffekte sind minimal, hauptsächlich raschelnde Blätter und entfernte Vogelrufe. Das Ergebnis ist ein Spiel, das belohnt, still zu sitzen und zuzuhören.
Eine kurze Schleife, wiederholt
Das Spiel ist kurz. Ein vollständiger Durchgang dauert etwa fünf Stunden, obwohl Perfektionisten länger damit verbringen können, jedes Blatt zu sammeln. Diese Kürze ist sowohl ein Segen als auch ein Fluch. Sie hält das Erlebnis kompakt, aber sie bedeutet auch, dass wenig Raum für die Systeme ist, zu wachsen oder zu überraschen.
Die Schwierigkeitskurve ist flach. Nichts in Seasons after Fall erfordert schnelle Reaktionen oder präzises Timing. Die Herausforderung ergibt sich aus Gedächtnis und Geduld, daran zu erinnern, welche Bäume welche Blätter tragen und den besten Weg zwischen ihnen zu planen.
Plattformen und Performance
Das Spiel ist auf PS4, Linux, PC und Mac verfügbar. Die Quelle gibt keine Details zur Performance über diese Plattformliste hinaus an.
In den späteren Spielabschnitten gibt es einige Wiederholungen, da dieselben Systeme auf größere Karten angewendet werden. Spieler, die die Hauptgeschichte beenden, könnten den zusätzlichen Inhalt dünn finden.
Ein ruhiges Spiel
Seasons after Fall will nicht spannend sein. Es will friedlich sein, und es gelingt ihm, das zu sein. Das Spiel verlangt eine andere Art von Aufmerksamkeit als die meisten Veröffentlichungen, eine, die Beobachtung über Aktion stellt.
Dieser Fokus wird nicht für jeden ansprechend sein. Spieler, die ein schnelles Tempo oder ein Gefühl der Gefahr suchen, werden hier nichts finden. Wer bereit ist, langsamer zu werden, wird jedoch eine ruhige, schöne Welt vorfinden.
Wesentliche Fakten
- Titel: Seasons after Fall
- Entwickler: Coldwood
- Veröffentlichung: 2016
- Plattformen: PS4, Linux, PC, Mac
- Spielzeit: Ungefähr 5 Stunden
- Wertung: 7,5 von 10
Staffelfolge
| Staffel | Fokus |
|---|---|
| Frühling | Frisches Grün, junge Bäume |
| Sommer | Helles Licht, Bäume der mittleren Jahreszeit |
| Herbst | Goldene und rote Blätter, Erntébäume |
| Winter | Weißer Grund, letzte Bäume |
Das Urteil
Seasons after Fall ist ein kleines Spiel mit großem Herzen. Es vertraut den Spielern an, ruhige Momente wertzuschätzen, und es hält dieses Vertrauen ein. Das Tempo zieht in der mittleren Spielphase ins Stocken, und die Systeme entwickeln sich nie über ihre ursprünglichen Formen hinaus. Aber die Wälder selbst bleiben beeindruckend, und das Sammeln von Blättern bleibt auch nach dutzenden Stunden befriedigend.
Für alle, die gerne in der Natur unterwegs sind, ist dies eine Empfehlung. Für diejenigen, die ständige Action fordern, könnte es dürftig wirken. Das Spiel weiß genau, was es sein will, und es entschuldigt sich dafür nicht.
7,5 von 10.
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