Wolf Creek ist eine Serie über einen Mann, der es genießt, Menschen im australischen Outback zu töten, und weiß genau, was es tut. Die Fernsehserie, geschaffen von Greg McLean und Tony Tilse, feierte 2016 auf Stan ihre Premiere und begleitet Mick Taylor, gespielt von John Jarratt, während er über zwei Staffeln mit je zwölf Episoden neue Opfer auswählt. Sie ist ein Ableger der vorhergegangenen Filme und behandelt ihr Publikum so, wie ein Horrorfilm sein Publikum behandelt: als Zielscheibe.
Die Serie ist um eine einfache Struktur aufgebaut. Jede Episode führt eine neue Gruppe von Charakteren ein, und jede Episode endet damit, dass diese Charaktere tot sind. Mick Taylor ist die Konstante, der Jäger, der Mann, der das Land besser kennt als jeder andere. Er ist auch das Beste an der Serie, denn John Jarratt spielt ihn mit einer stillen Bedrohung, die nie ins Lächerliche kippt. Er ist kein Comic-Bösewicht, obwohl die Serie manchmal in diese Richtung tendiert. Er ist ein Mann, der glaubt, er tue Gottes Werk, und er meint es ernst.
Trailer, über Stan Australia.
Micks Territorium
Das australische Outback ist der andere Hauptcharakter. Es ist riesig, leer und unversöhnlich, und die Serie nutzt es gut. Es gibt hier keine Städte, keine Menschenmassen, keine einfachen Fluchtwege. Die Landschaft selbst wird zu einer Art Falle, und die Hitze, die Isolation und die schiere Größe des Ortes wirken zusammen, um Micks Territorium wie einen Ort erscheinen zu lassen, an dem man nicht sein möchte.
Die Serie ist nicht subtil in Bezug auf ihre Politik. Mick Taylor ist ein weißer Suprematist, der glaubt, die Welt wäre besser dran, wenn es keine australischen Aborigines mehr gäbe. Dieser Glaube treibt alles an, was er tut, und die Serie macht das von der ersten Episode an deutlich. Es ist keine Serie, die vorgibt, etwas anderes zu sein, als sie ist. Es ist eine Horrorserie über ein Monster, das auch eine politische Aussage ist, und sie entschuldigt sich für beides nicht.
Rebecca und Brian
Der Nebencast ändert sich von Episode zu Episode, aber zwei Charaktere stechen hervor. Rebecca, gespielt von Tess Haubrich, taucht in der Serie auf und wird zu einer wiederkehrenden Präsenz. Sie verkörpert einige der besten Szenen der Serie, und ihre Szenen verleihen der Serie einen menschlichen Mittelpunkt, den das Monster nicht hat.
Matt Day spielt Brian und tritt ebenfalls in der Serie auf. Seine Rolle ist zwar kleiner, aber er verleiht dem Geschehen eine geerdete, menschliche Qualität. Keiner von beiden ist ein Held, und die Serie tut so, als wäre es auch nicht anders. Sie sind einfach nur Menschen, die versuchen zu überleben, an einem Ort, an dem das Überleben eigentlich keine Option ist.
Die Formel des Serienkillers
Die Formel ist konsistent. Eine Gruppe von Menschen kommt irgendwo an, sie ignorieren Warnungen, sie zerstreuen sich und sterben dann nacheinander. Mick beobachtet, er wartet, und schlägt zu, wenn der Moment dafür günstig ist. Die Serie ist am besten, wenn sie sich auf diese Formel verlässt. Wenn sie versucht, Dinge zu verkomplizieren, stolpert sie oft.
Es gibt eine zweite Staffel, die am 15. Dezember 2017 erscheint, nachdem die Serie im Februar 2017 verlängert wurde. Die zweite Staffel folgt dem gleichen Muster wie die erste, fühlt sich aber weniger scharf an. Der Einsatz ist höher, und die Serie versucht, auf ein größeres Finale hinzuarbeiten, aber die Spannung erreicht nie ganz die Höhen der früheren Episoden.
Was funktioniert
Was in Wolf Creek funktioniert, ist die Atmosphäre. Die Serie ist aufrichtig beunruhigend und schafft ein Gefühl der Angst, das nur wenige andere Serien erreichen. Das Outback ist ein Ort, an dem die Sonne Sie töten kann und die Nacht Sie lebendig auffressen kann, und die Serie fängt dieses Gefühl mit einer seltenen Fertigkeit im Fernsehen ein. Die Kameraarbeit ist oft ausgezeichnet, und das Sounddesign wird sparsam, aber effektiv eingesetzt.
John Jarratt verdient Anerkennung dafür, die Serie zu tragen. Er hat Mick Taylor bereits zuvor gespielt und verleiht der Rolle eine Müdigkeit, die Mick wie ein Mann erscheinen lässt, der das schon sehr lange Zeit tut. Er ist nicht charismatisch im Sinne eines Schurken in einem Blockbuster, aber er ist auf seine eigene Weise fesselnd. Man mag ihn nicht, aber man versteht ihn, und das ist ein schwierigerer Trick, den man hinbekommt.
Wo es scheitert
Die Serie ist nicht subtil, was ihre Politik betrifft, und das ist sowohl ihre Stärke als auch ihre Schwäche. Die Botschaft wird laut und oft vermittelt. Einige Zuschauer werden das erfrischend finden. Andere werden es erschöpfend finden. Die Serie bietet keine Gegenposition zu Micks Ansichten und deutet nicht an, dass seine Überzeugungen falsch sind, sondern vielmehr, dass sie gefährlich sind. Das ist ein valider Ansatz, lässt die Serie aber unvollständig wirken.
Das Tempo leidet ebenfalls in der zweiten Staffel. Episoden werden stellenweise zäh, und die Serie verbringt zu viel Zeit mit der Vorbereitung, bevor sie die Belohnung liefert. Die erste Staffel schreitet schneller voran und profitiert davon. Die zweite Staffel ist länger und verliert etwas von der Intensität, die die erste Staffel erfolgreich machte.
Das Urteil
Wolf Creek ist eine solide Horrorserie mit einer starken Hauptdarstellung und einem unverwechselbaren Setting. Es ist kein Meisterwerk, aber es ist ein gut gemachtes Unterhaltungsprodukt, das weiß, was es sein will. Die erste Staffel ist die stärkere der beiden und ist für sich genommen sehenswert. Die zweite Staffel ist weniger erfolgreich, aber sie hält dennoch zusammen.
Die Serie ist auf Stan verfügbar und bleibt ein guter Einstiegspunkt für alle, die sehen wollen, worum es in dem Wolf Creek-Franchise geht. Es ist nicht für jeden geeignet, und es versucht auch nicht, es zu sein. Es ist eine Serie über einen Mann, der Menschen tötet, und verschwendet keine Zeit mit Höflichkeiten.
| Staffel | Episoden | Erstmals ausgestrahlt |
|---|---|---|
| 1 | 6 | 12. Mai 2016 |
| 2 | 6 | 15. Dezember 2017 |
Die Serie ist nicht subtil, was ihre Politik betrifft, und ist nicht daran interessiert, subtil zu sein. Das ist ein fairer Tausch, aber es bedeutet, dass die Serie nicht jeden ansprechen wird. Es ist eine Serie über ein Monster, und sie behandelt dieses Monster mit einem Respekt, den nur wenige andere Serien ihm zutrauen würden.
Wolf Creek ist eine Serie, die ihre eigenen Regeln versteht und innerhalb dieser spielt. Es ist keine Serie, die versucht, aus ihrem Genre auszubrechen, und es ist keine Serie, die versucht, sich neu zu erfinden. Es ist eine Serie über einen Mann, der Menschen tötet, und das tut er gut.
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