Ein Zug voller Kinder, ein Schaffner, der die Existenz des Weihnachtsmanns abstreitet, und ein kleiner Junge, der seinen Glauben an den Weihnachtsmann verliert – das ist die gesamte Triebkraft von „The Polar Express“, und sie läuft auf purem Gefühl anstatt auf Handlung. Robert Zemeckis inszeniert nach dem Bilderbuch von Chris Van Allsburg, und das Ergebnis ist ein Film über das Glauben, selbst wenn der Glaube absurd erscheint.
Trailer, via Warner Bros. Rewind.
Der Zug
Die Ausgangssituation ist einfach. Ein Junge namens Harry besteigt an Heiligabend einen Zug zum Nordpol, nachdem er seinen Glauben an den Weihnachtsmann verloren hat. Er trifft andere Kinder, einen Schaffner und einen seltsamen Mann, der behauptet, der echte Weihnachtsmann zu sein. Die Reise soll Harrys Glauben wiederherstellen, aber der Film verbringt mehr Zeit mit der Bewegung des Zuges als damit, warum der Junge überhaupt gezweifelt hat.
Die Motion Capture
Zemeckis verwendet Motion-Capture-Animation, eine Technik, die Live-Schauspieler in digitale Charaktere verwandelt. Die Performance-Aufnahme ist technisch beeindruckend, aber die Gesichter wirken oft steif, und die Augen vermissen Leben. Der Zug selbst ist der Star – eine riesige, glänzende Lokomotive, die die Geschichte vorantreibt, selbst wenn der Dialog hinter ihm zurückbleibt.
Der Soundtrack
Der von Alan Silvestri komponierte Soundtrack trägt das emotionale Gewicht des Films. Er schwillt in Schlüsselszenen an und unterstreicht Harrys wachsende Gefühl des Staunens und des Verlustes. Die Musik ist der beste Grund, den Film anzusehen.
Die Botschaft
„The Polar Express“ ist eine Geschichte über Glauben, verpackt in eine Zugfahrt. Er sagt Harry, dass Glauben genug ist, auch wenn der Beweis fehlt. Das ist eine feine Botschaft, aber der Film verdient sie nicht wirklich durch die Entwicklung der Charaktere. Harry ist ein passiver Beobachter seiner eigenen Verwandlung, und der Film lässt ihn selten seine Zweifel laut aussprechen.
Schlusswort
„The Polar Express“ ist ein gut gemachter, aufrichtiger Versuch, die Magie der Kindheit einzufangen, aber er verlässt sich zu stark auf Spektakel anstatt auf Substanz. Der Zug ist wunderschön, der Soundtrack ist ergreifend, aber Harrys Entwicklung wirkt neben der Pracht, die ihn umgibt, dünn.
Kernfakten – Titel: The Polar Express – Jahr: 2004 – Regisseur: Robert Zemeckis – Format: Motion-Capture-Animation – Wertung: 6,7/10
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