Angelina Jolie trägt „Salt“ auf ihrem Rücken, und sie scheint es zu zerbrechen. Sie spielt Evelyn Salt, eine CIA-Agentin, deren Leben aus den Fugen gerät, nachdem ein russischer Diplomat versucht hat, sie in einem Park in New York City zu töten. Innerhalb weniger Stunden flieht sie vor der Agentur, die sie ausgebildet hat, wird von jedem gejagt, der ihr einst vertraute, und versucht zu beweisen, dass sie immer noch die Amerikanerin ist, die sie vorgibt zu sein.
Der Film möchte einen nervenaufreibenden Spionagethriller sein, und für einige Abschnitte gelingt es ihm sogar. Für andere Abschnitte nicht. Was die beiden unterscheidet, ist Angelinas Einsatz und die Bereitschaft des Drehbuchs, ihrem Charakter Raum zu geben.
Trailer, über Sony Pictures Entertainment.
Die Ausgangssituation
Die Ausgangssituation ist einfach und effektiv. Salt wird über einen Terroranschlag befragt, und ihre Antworten passen nicht zusammen. Dann kommt der Diplomat hinzu, und alles ändert sich. Der Film verbringt seinen ersten Akt damit, Spannung durch Fragen zu erzeugen, nicht durch Explosionen, und diese Zurückhaltung zahlt sich aus.
Jolie verkörpert die Angst und die Verwirrung. Sie ist hier keine kalte Agentin; sie ist eine Frau, die versucht, ihre Identität zu bewahren, während sich die Welt um sie herum verändert. Der Film stützt sich mehr auf diese Leistung als auf eine clevere Handlungsvorrichtung, und es funktioniert meistens.
Wo es zusammenbricht
Der mittlere Abschnitt zieht sich hin. Nachdem Salt geflohen ist, verfällt der Film in ein Muster aus Verfolgungsjagden und Szenen, die sich wiederholen. Eine Hubschrauberjagd, eine Autojagd, eine Fußjagd – der Unterschied zwischen ihnen verengt sich, bis die Action wie Füllmaterial wirkt.
Die Bösewichtin, gespielt von Ludivine Sagnier, hat weniger zu tun. Ihre Rolle ist dünn, und der Film gibt ihr nicht genug Raum, damit der Twist ankommt. Der Twist selbst ist in Ordnung – er braucht nur eine bessere Ausführung.
Das Tempo leidet in der zweiten Hälfte. Szenen, die dazu gedacht sind, Spannung aufzubauen, verlieren im Schnitt ihre Dringlichkeit, und der Film stürmt auf ein Finale zu, das gehetzt anstatt verdient wirkt.
Das Gute daran
- Angelinas Leistung stützt den gesamten Film.
- Die frühen Verhörszenen sind angespannt und gut geschrieben.
- Die New Yorker Drehorte sehen großartig aus, besonders die Parkszene.
- Das Sounddesign ist präzise, wodurch leisere Momente Gewicht gewinnen.
- Der finale Akt liefert eine Befriedigung, selbst wenn der Weg dorthin holprig ist.
Diese fünf Elemente sind der Grund, warum „Salt“ überhaupt zusammenhält. Ohne sie würde der Film völlig zusammenbrechen.
Fakten
- Regie: Phillip Noyce
- Hauptrolle: Angelina Jolie als Evelyn Salt
- Laufzeit: 109 Minuten
- Veröffentlichungsjahr: 2010
- Wertung: 6,5 von 10
„Salt“ ist ein Flickenteppich, und weiß es selbst. Der Film ist sich seiner eigenen Ausleierungen bewusst, was die Misserfolge weniger schmerzhaft erscheinen lässt. Es ist kein Meisterwerk, aber auch kein Misserfolg.
Die besten Szenen sind jene, die das Tempo verlangsamen und Jolie ihre Arbeit erlauben. Die schlechtesten Szenen sind jene, die vorpreschen und vergessen, warum überhaupt jemand zusah. Der Film ist eine Erinnerung daran, dass eine starke Hauptrolle ein fehlerhaftes Drehbuch tragen kann, aber selbst eine starke Hauptrolle kann ein Drehbuch nicht retten, das sich weigert, sein Tempo anzupassen.
Wertung: 6,5 von 10
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