Dead Island beginnt mit einer Lüge. Das Royal Palms Resort auf der fiktiven Südseeinsel Banoi ist ein Luxusrefugium, wie geschaffen für Menschen mit zu viel Geld. Dann bricht die Seuche aus, die Gäste verwandeln sich, und Techlands Action-Rollenspiel von 2011 verlangt von dir, in einem Paradies zu überleben, das bereits gestorben ist. Es ist eines der eindrucksvolleren Szenarien seiner Konsolengeneration. Das Urteil der Zeitung lautet, dass das Spiel diesem ersten Eindruck nie ganz gerecht wird – ein Urteil, kein Befund.
Trailer, via IGDBcom.
Das tote Kind im Trailer
Dead Island wurde auf der Electronic Entertainment Expo 2006 angekündigt und dann bis 2011 verschoben. In dieser Lücke leistete der cineastische Ankündigungstrailer enorme Arbeit. Der Trailer erregte wegen seiner Darstellung eines toten Kindes Kontroversen. Er erhielt auch Lob für seine emotionale Wirkung und Animation, und er gilt noch immer als einer der besten Trailer in jedem Medium.
Diese Rezeption weckte eine Erwartung, die das fertige Spiel nicht erfüllen konnte. Das Spiel, das schließlich im September 2011 in Nordamerika und Europa und im Oktober in Japan erschien, war nicht das Spiel, das der Trailer versprochen hatte.
Vier Überlebende und ein Fokus auf den Nahkampf
Die Handlung folgt vier spielbaren Überlebenden, die sich als immun gegen die Zombifizierung erweisen. Es sind der Rapper Sam B., die Hotelrezeptionistin und Spionin der Hongkonger Regierung Xian Mei, der ehemalige American-Football-Star Logan Carter und die Ex-Detektivin und heutige Leibwächterin Purna Jackson. Eine Stimme über die Notsprechanlage weckt sie nach einer Party und schickt sie aus dem Hotel. Der Rettungsschwimmer John Sinamoi rettet sie und beauftragt sie dann, Vorräte zu finden und Kontakt zur Außenwelt aufzunehmen.
Die vier reisen mit Jin, der Tochter eines gebissenen Mechanikers, der ein Auto für die Flucht panzert, in die Stadt Moresby. In Moresby bekämpfen sie einen besonderen Infizierten namens Ram, helfen einem Verschanzten in einer verbarrikadierten Kirche und überfallen einen Supermarkt, der von Raskol-Banden gehalten wird. Jin wird von einer Raskol-Fraktion in einer verlassenen Polizeistation gefangen genommen und vergewaltigt. Die Überlebenden töten die Bande und retten sie, doch ihr Verhalten erzürnt Sam und Logan.
Ein Fertigkeitenbaum und eine abgenutzte Klinge
Dead Island wird aus der Ego-Perspektive in einer offenen Welt gespielt, die in relativ große Gebiete aufgeteilt ist. Der Kampf ist das Rückgrat, und Nahkampfwaffen stehen so sehr im Vordergrund, dass Schusswaffen erst in der zweiten Hälfte des Spiels auftauchen. Man sammelt XP durch das Erledigen von Aufgaben und das Töten von Gegnern. Jeder Stufenaufstieg gewährt Gesundheit und einen Fertigkeitspunkt, der in einen Fertigkeitsbaum investiert werden kann.
Waffen werden zufällig generiert und auch an festgelegten Orten platziert oder bei Gegnern gefunden. Sie tragen Werte, die an das aktuelle Level gebunden sind, können dreimal verbessert werden, und die meisten können nach einem Bauplan modifiziert werden, um Eigenschaften wie Nägel, elektrisierte Klingen oder Gift hinzuzufügen. Sie nutzen sich ab. Eine Waffe, die über einen bestimmten Punkt hinaus beschädigt ist, wird viel teurer zu reparieren. Eine Ausdauerleiste zwingt einen, nach dem Rennen, Springen oder Schlagen anzuhalten, und der Kampf gegen einen Zombie mit hohem Level entleert sie oft und bringt einen um.
Was die Fehler kosten
Der Beifall vor der Veröffentlichung setzte sich nicht fort. Dead Island erhielt allgemein lauwarme Kritiken. Atmosphäre, Gameplay und spielbare Charaktere wurden gelobt. Große technische Schwierigkeiten und Fehler im Spiel, die Grafik und vor allem das Fehlen der emotionalen Themen aus dem Trailer zogen Kritik auf sich. Bis Februar 2013 wurden trotzdem über 5 Millionen Einheiten verkauft.
Die Nachfolger kamen in fester Reihenfolge.
- Dead Island: Riptide, eine eigenständige Erweiterung, erschien 2013.
- Escape Dead Island, ein Spin-off, kam am 18. November 2014 heraus.
- Dead Island 2 war für 2015 geplant, wurde verschoben und schließlich am 21. April 2023 veröffentlicht.
Ein Paradies, das nie ganz ankommt
Der Trailer ist das, woran sich die Leute erinnern, und das ist das Problem. Ein Trailer kann ein kurzes, kontrolliertes Stück Animation sein. Ein Spiel muss dieses Gefühl über Dutzende von Stunden aufrechterhalten, und dieses hier kann das nicht.
Die Fehler und die Grafik sind keine kosmetischen Beschwerden. Sie zerstören die Stimmung, die das Spiel zum Funktionieren braucht, und die emotionalen Themen, die den Trailer zum Treffer machten, sind im fertigen Produkt nicht vorhanden.
Das Nahkampfsystem ist der Teil, den es zu verteidigen gilt. Wenn Schusswaffen für die Hälfte des Spiels knapp sind, wird man in enge, hässliche Kämpfe mit Waffen gedrängt, die zerbrechen, und die Ausdauerleiste bedeutet, dass man sich nicht einfach herausschlagen kann. Das ist eine echte Designidee, und sie funktioniert öfter als der Rest des Spiels. Die Waffenmods, der Fertigkeitenbaum und die levelskalierte Beute geben ihm ein Rückgrat, das der Geschichte fehlt.
Aber eine gute Idee, die in einem kaputten Rahmen umgesetzt wird, bleibt ein kaputter Rahmen. Die Ansicht der Zeitung ist, dass Dead Island stärker beginnt, als es endet, und der Abstand zwischen diesen beiden Punkten ist die Geschichte des Spiels.
6,4 von 10.
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