Closer ist ein Film über vier Menschen, die sich gegenseitig immer wieder belügen. Es ist auch ein Film darüber, wie schnell Verlangen in etwas Dunkleres umschlagen kann. Der von Mike Nichols inszenierte und nach Patrick Marbers Theaterstück adaptierte Film folgt zwei Paaren, deren Leben sich verflechten, als der Mann des einen Paares die Frau des anderen trifft. Das Ergebnis ist ein scharfer, manchmal grausamer Blick auf die Lügen, die wir uns selbst erzählen, und die, die wir einander erzählen.
Trailer, via HD Retro Trailers.
Die zwei Paare
Die Geschichte beginnt in London, wo der Schriftsteller Dan Woolf Alice Ayres kennenlernt, nachdem sie von einem Auto angefahren wurde. Sie ist eine schöne Amerikanerin, die an die Fahrtrichtung in England nicht gewöhnt ist. Sie verlieben sich, und Dan schreibt einen Roman über sie. Ein Jahr später flirtet Dan mit der Fotografin Anna Cameron, während er für die Öffentlichkeitsarbeit fotografiert wird. Sie küssen sich, und Alice hört sie. Alice bittet Anna, auch von ihr ein Bild zu machen, und während der Sitzung fotografiert Anna sie weinend. Alice erzählt Dan nie, was sie gehört hat.
„If you believe in love at first sight, you never stop looking.“
Der Streich
Ein weiteres Jahr vergeht, und Dan betritt einen Chatroom, in dem er vorgibt, Anna zu sein. Er lädt Larry Gray, einen britischen Dermatologen, ein, sich am Aquarium zu treffen. Larry erscheint und findet Anna dort. Er erkennt, dass er hereingelegt wurde. Anna sagt Larry, dass Dan wahrscheinlich hinter der Inszenierung steckte. Bald werden Anna und Larry ein Paar.
Vier Monate später, auf Annas Fotoausstellung, trifft Larry Alice, die er von dem tränenreichen Foto wiedererkennt. Anna hatte ihm erzählt, Alice und Dan seien zusammen. Dan überredet Anna dann, ihn zu betrügen, und sie tun dies ein Jahr lang, selbst nachdem Anna und Larry auf halbem Weg heiraten.
Die Besetzung
Julia Roberts spielt Anna Cameron, eine kühle und kontrollierte Frau, deren äußerliche Ruhe ein Verlangen nach Aufmerksamkeit verbirgt. Natalie Portman spielt Alice Ayres, eine beschädigte Seele, die Dans und Annas Affäre mitansieht. Jude Law spielt Dan Woolf, einen Schriftsteller, der Menschen benutzt, um seine Arbeit zu befeuern. Clive Owen spielt Larry Gray, einen stillen Mann, der in einem Netz gefangen ist, das er nie wollte. Die Darstellungen tragen das moralische Gewicht des Films.
Was funktioniert
Der Film ist schnell, und Nichols hält das Tempo straff. Die Dialoge sind scharf, und die Schauspieler liefern sie mit Präzision. Die Geschichte ist eine moderne Nacherzählung eines älteren Werks, mit Anspielungen, die in die Handlung und den Soundtrack eingewoben sind. Die Themen Täuschung und Begierde werden mit kalter Intelligenz behandelt.
Was zu kurz kommt
Der Film ist nicht daran interessiert, Alice einen vollständigen Handlungsbogen zu geben. Sie ist die verletzte Frau, die alle anderen handeln sieht, und der Film lässt sie kaum für sich selbst sprechen. Dieses Ungleichgewicht führt dazu, dass die Geschichte weniger von ihr und mehr von den Männern um sie herum handelt. Der letzte Akt hetzt durch die Ehe des Paares und die Affäre, ohne viel Zeit darauf zu verwenden, was beides für Anna oder Larry bedeutet.
Das Urteil
Closer ist ein gut gemachter Film, der mit seiner eigenen Grausamkeit gegenüber Alice kämpft. Er bleibt am besten wegen seiner schauspielerischen Leistungen und seines scharfen Drehbuchs in Erinnerung, weniger wegen seiner moralischen Klarheit. Der Film läuft 104 Minuten und spielte 115 Millionen Dollar an der Abendkasse ein.
6,5 von 10
- Regie: Mike Nichols
- Drehbuch: Patrick Marber, adaptiert von seinem Stück
- Laufzeit: 104 Minuten
- Einspielergebnis: 115 Millionen Dollar
- Bewertung: 6,5 von 10
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