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Hugo: Scorseses 3D-Liebesbrief an das Kino und der Kassenschlager, der nicht missverstanden wurde

Hugo-Rezension: Scorseses 3D-Kinderfilm von 2011 über einen Jungen in einem Pariser Bahnhof, seine 11 Oscar-Nominierungen, 5 Auszeichnungen und sein Misserfolg an den Kinokassen.

Von mitch·4 Min. Lesezeit
A boy and a mechanical writer stand together in a vast, steam-filled train station.

Martin Scorsese drehte 2011 seinen ersten 3D-Film, und er nutzte es für eine Kindergeschichte über einen Jungen, der sich in den Mauern eines Pariser Bahnhofs versteckt. Hugo ist ein Abenteuerdrama, das John Logan nach Brian Selznicks Buch Die Erfindung des Hugo Cabret aus dem Jahr 2007 verfasste. Er läuft 126 Minuten. Der Film ist, aus Sicht dieser Zeitung, der persönlichste, den Scorsese in jenem Jahrzehnt drehte.

Trailer, über Paramount Pictures.

Ein Junge im Gare Montparnasse

Das Jahr ist 1931. Der zwölfjährige Hugo Cabret lebt mit seinem verwitweten Vater, einem Uhrmacher an einem Museum. Sein Vater findet einen kaputten Automaten, einen mechanischen Mann, der gebaut wurde, um mit einem Stift zu zeichnen, und die beiden versuchen, ihn zu reparieren, wobei sie ihre Arbeit in einem Notizbuch festhalten.

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Dann stirbt sein Vater bei einem Feuer. Hugo zieht zu seinem alkoholkranken Onkel Claude, der die Uhren am Gare Montparnasse wartet. Als Claude verschwindet, zieht Hugo die Uhren selbst weiter auf, weil Bahnhofsinspektor Gustave Dasté ihn wegschicken wird, wenn jemand erfährt, dass der Onkel fort ist.

Hugo stiehlt Teile, um den Automaten zu reparieren. Er glaubt, dass er eine Botschaft von seinem Vater enthält. Er braucht einen herzförmigen Schlüssel.

Georges nimmt das Notizbuch

Hugo wird beim Stehlen in einem Spielzeugladen erwischt. Der Besitzer Georges nimmt ihm das Notizbuch und droht, es zu zerstören. Georges‘ Patentochter Isabelle sagt Hugo, er solle es zurückverlangen. Georges bietet stattdessen einen Deal an: Hugo arbeitet im Spielzeugladen und darf das Notizbuch später zurückverdienen.

Isabelle trägt einen herzförmigen Schlüssel. Georges hat ihn ihr gegeben. Sie und Hugo ziehen den Automaten auf, und er zeichnet eine Szene aus Die Reise zum Mond, einem Film, den Hugos Vater ihm einst beschrieben hat. Die Signatur lautet Georges Méliès. Ihr Patenonkel.

Ben Kingsley spielt Georges. Asa Butterfield spielt Hugo. Chloë Grace Moretz spielt Isabelle. Sacha Baron Cohen spielt den Bahnhofsinspektor, und die Besetzung ist tief: Ray Winstone, Emily Mortimer, Christopher Lee, Helen McCrory, Michael Stuhlbarg, Frances de la Tour, Richard Griffiths und Jude Law als Hugos Vater.

Das Plädoyer für 3D hier

Scorsese sagte, das Format habe sich bei der Darstellung ausgezahlt. „Ich fand 3D wirklich interessant, weil die Schauspieler emotional präsenter waren“, sagte er. „Ihre kleinste Bewegung, ihre kleinste Absicht wird viel präziser eingefangen.“

Diese Zeitung findet diese Behauptung überzeugend, und sie ist die Überraschung des Films. Die Maschinerie, die Uhren, die Menschenmengen im Bahnhof — unserer Ansicht nach ist all das darauf angelegt, genau betrachtet zu werden. Unsere Lesart ist, dass das eigentliche Thema des Films die Bewahrung ist. Méliès ist nach Einschätzung dieser Zeitung ein Pionier des Kinos, und der Film rahmt sein vergessenes Werk als ein Rätsel, das es zu lösen lohnt.

Die Auszeichnungen belegen das Handwerk. Hugo erhielt 11 Oscar-Nominierungen, mehr als jeder andere Film jenes Jahres, darunter für den Besten Film. Er gewann fünf: Beste Kamera, Bestes Szenenbild, Bester Ton, Bester Tonschnitt und Beste Visuelle Effekte. Er wurde für acht BAFTAs nominiert und gewann zwei, und erhielt drei Golden-Globe-Nominierungen, darunter Scorseses dritten Sieg als Bester Regisseur.

Was die Einspielergebnisse sagen

Hugo war ein Misserfolg an der Kinokasse. Er spielte nur 185 Millionen Dollar ein, bei einem geschätzten Budget von 150 Millionen Dollar. Diese Zahl ist es, bei der man innehalten sollte. Ein Regisseur auf dem Höhepunkt seines Ansehens drehte einen teuren, effektlastigen Film darüber, warum alte Filme zählen, und das Einspielergebnis blieb unter dem Budget.

Die Kritiker zollten dem Film beträchtliche Anerkennung, und nach dem Maßstab dieser Zeitung verdient er sie weitgehend. Doch Hugo ist unserer Ansicht nach kein verkanntes Meisterwerk. Er ist, so würden wir argumentieren, ein guter Film, der falsch verkauft und zu teuer bepreist wurde. Das 3D ist für uns das am wenigsten Interessante daran. Das Méliès-Material ist das Beste.

Die Cameo-Auftritte — Michael Pitt, Scorsese selbst, Selznick — sind nach Ansicht dieser Zeitung ein schöner Einfall. Unsere Lesart von Hugo ist, dass sein Herz ein Junge ist, der versucht, das Werk eines Toten am Laufen zu halten. Das ist das Argument des Films, und es trägt.

WICHTIGE FAKTEN – Kinostart: 23. November 2011 (USA) – Laufzeit: 126 Minuten – Budget: geschätzte 150 Millionen Dollar – Einspielergebnis: 185 Millionen Dollar – Academy Awards: 11 Nominierungen, 5 Siege – Metacritic: 83/100

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