Die Theorie von Allem macht aus dem Leben von Stephen Hawking eine Liebesgeschichte, und das Wagnis geht größtenteils auf. James Marsh führt Regie nach einem Drehbuch von Anthony McCarten, das auf Jane Hawkings Memoiren „Travelling to Infinity: My Life with Stephen“ von 2007 basiert. Eddie Redmayne spielt Stephen; Felicity Jones spielt Jane. Der Film dauert 123 Minuten und eröffnete am 7. September 2014 das Toronto International Film Festival 2014, bevor er am 1. Januar 2015 in Großbritannien Premiere hatte.
Trailer, via Universal Pictures UK.
Eddie Redmayne und die Diagnose mit 21
Der Film beginnt 1963 an der University of Cambridge, wo Stephen Astrophysik-Student im Aufbaustudium ist und Jane Literatur studiert. Er ist klug, und alle um ihn herum sind besorgt, dass er kein Thema für seine Dissertation hat. Ein Vortrag von Roger Penrose über Schwarze Löcher weist ihm eine Idee: dass Schwarze Löcher Teil der Entstehung des Universums gewesen sein könnten.
Dann beginnen seine Muskeln zu versagen. Er verliert die Koordination. Nach einem schweren Sturz sagt ihm ein Arzt, dass er an einer früh einsetzenden progressiven degenerativen Motoneuronerkrankung leidet, auch bekannt als amyotrophe Lateralsklerose oder ALS. Es gibt keine Behandlung. Man gibt ihm etwa zwei Jahre zu leben.
Der Arzt sagt ihm, dass sein Gehirn nicht betroffen sein wird. Seine Gedanken und seine Intelligenz bleiben intakt, aber irgendwann wird er nicht mehr in der Lage sein, sie mitzuteilen. Redmayne spielt diesen Abschnitt des Films – die Depression, den Rückzug in die Arbeit – mit einer Kontrolle, die nie in Zurschaustellung umkippt.
Jane Wilde bleibt
Jane sagt ihm, dass sie ihn liebt und dass sie vorhat zu bleiben. Sie heiraten. Sie bekommen einen Sohn, Robert. Als sein Gehen schlimmer wird, beginnt er, einen Rollstuhl zu benutzen.
Marsh hält die Kamera näher an der Ehe als an der Physik. Das ist die richtige Entscheidung für dieses Material und zugleich die Hauptbeschränkung des Films. Die Wissenschaft ist vorhanden, aber dünn. Penroses Arbeit über Raumzeit-Singularitäten im Zentrum Schwarzer Löcher gibt Stephen seine Dissertation: dass ein Schwarzes Loch das Universum in einem Urknall erschaffen hat und dass es in einem Big Crunch enden wird. Er präsentiert diese Verteidigung, und der Film behandelt sie als persönlichen Sieg statt als intellektuellen.
Die Ehe der Hawkings und Jonathan Hellyer Jones
Nachdem die Hawkings ihre Tochter Lucy bekommen haben, wird Jane frustriert. Sie zieht die Kinder groß und kümmert sich um Stephens langsam verfallende Gesundheit, während sein Ruhm wächst, alles auf Kosten ihrer eigenen akademischen Arbeit. Stephen sagt ihr, er werde verstehen, wenn sie Hilfe brauche.
Charlie Cox spielt Jonathan Hellyer Jones, der als diese Hilfe in den Haushalt kommt. Emily Watson spielt Beryl Wilde, Simon McBurney spielt Frank Hawking und David Thewlis spielt Dennis Sciama, Stephens Betreuer. Maxine Peake tritt als Elaine Mason auf. Harry Lloyd spielt Brian. Die Nebenbesetzung ist tief und weitgehend ungenutzt.
Der Werbeslogan des Films lautet: „His mind changed our world. Her love changed his.“ Das ist die These, schlicht formuliert, und der Film kompliziert sie nicht sonderlich.
Jóhann Jóhannssons Musik und Benoît Delhommes Kamera
Zwei handwerkliche Leistungen tragen den Film, wenn das Drehbuch nachlässt. Jóhann Jóhannssons Musik ist das Beste daran – geduldig, traurig, niemals eine Szene weiter treibend, als sie gehen kann. Benoît Delhommes Kameraarbeit hält Cambridge und die Familieninterieurs warm, ohne sie in Postkarten zu verwandeln.
Diese beiden Elemente sowie die beiden Hauptdarsteller sind es, worauf der Ruf des Films beruht. Sie reichen aus, um das Ganze zusammenzuhalten, aber nicht, um daraus mehr als eine gut gemachte Biografie zu machen.
Die Zahlen hinter The Theory of Everything
- Laufzeit: 123 Minuten
- Produktionsbudget: 15 Millionen US-Dollar
- Weltweites Einspielergebnis: 123 Millionen US-Dollar
- Oscar-Nominierungen: 5 – Bester Film, Beste Hauptdarstellerin (Felicity Jones), Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Filmmusik (Jóhann Jóhannsson) und Bester Hauptdarsteller, den Redmayne gewann
- Oscar-Gewinne: 1 – Bester Hauptdarsteller (Eddie Redmayne)
- BAFTA-Nominierungen: 10
- Metacritic: 71/100
- Clay Tribune-Wertung: 7,1/10
Was die Auszeichnungen richtig gemacht haben
Eine Rangfolge der Leistungen des Films von der verdientesten zur am wenigsten verdienten:
- Eddie Redmaynes Sieg als Bester Hauptdarsteller. Er trägt den körperlichen Verfall über drei Jahrzehnte, ohne daraus eine Showeinlage zu machen. Die Quelle verzeichnet den Sieg; ob die Academy richtig gewählt hat, ist eine Streitfrage, keine Tatsache.
- Jóhann Jóhannssons Musik. Sie wurde für die Beste Filmmusik nominiert. Die Quelle sagt nicht, was mit dieser Nominierung geschah.
- Felicity Jones‘ Nominierung. Sie ist das emotionale Zentrum des Films, und das Drehbuch gibt ihr weniger zu tun, als die Darstellung verdient.
- Die Nominierung als Bester Film. Hier wird der Film überschätzt. Er ist ein solides Drama, kein großartiges.
- Die Nominierung für das Beste adaptierte Drehbuch. McCartens Drehbuch ist effizient und ein wenig sicher.
Wo der Film zu kurz greift
Die Entdeckung der Unendlichkeit ist ein guter Film, der ein besserer hätte sein können. Er hat die Darstellungen, die Musik und die Kamera. Was er nicht hat, ist die Bereitschaft, bei der Schwierigkeit dessen zu verweilen, was Jane Hawking in Travelling to Infinity beschreibt – die Erschöpfung, der Groll, der Preis einer Ehe, die um die Pflege herum aufgebaut ist.
Der Film berührt diese Dinge. Er verweilt nicht bei ihnen. Er mildert Janes Frustration zu etwas Bekömmlicherem und mildert dabei Stephens eigene Widersprüche. Das Ergebnis ist bewegend, aber es ist auf eine Weise bewegend, die geglättet wurde.
Im Vergleich zum Preisjahr 2014 war dies ein starker Anwärter und ein vernünftiger Sieger für Redmayne. Es war nie der beste Film seines Jahres, und die Nominierung als Bester Film schmeichelt ihm. Die 71 auf Metacritic und die Einnahmen von 123 Millionen US-Dollar bei einem Budget von 15 Millionen US-Dollar weisen in dieselbe Richtung: Die Kritiker bewerteten ihn gut, und er spielte sein Geld um ein Vielfaches wieder ein. Die Quelle sagt nicht, was das Publikum von ihm hielt.
Das Urteil über Die Entdeckung der Unendlichkeit
Was der Film richtig macht, macht er richtig durch Redmayne und Jones. Ihre gemeinsamen Szenen tragen das Gewicht, das das Drehbuch liegen lässt. Wenn der Film nur die beiden in einem Raum zeigt, funktioniert er.
Was er falsch macht, ist die Balance. Es ist ein Film über einen Mann, dessen Verstand der Punkt war, und er greift immer wieder nach dem Herzen. Das ist eine vertretbare Entscheidung für ein 123-minütiges Drama, das nach der Memoiren einer Ehefrau adaptiert wurde. Es ist auch der Grund, warum der Film kleiner wirkt als sein Thema.
Sehen Sie ihn wegen der Darstellungen und der Musik. Sehen Sie ihn nicht in der Erwartung der Wissenschaft, und erwarten Sie nicht, dass die Ehe so genau untersucht wird, wie sie es verdient. Die Entdeckung der Unendlichkeit ist ein guter Film mit einem weichen Kern, und das weiß er.
7,1 von 10.
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