The Conduit erschien 2009 für die Wii als Ego-Shooter, der um eine einfache Idee herum gebaut wurde: Ein Mann namens Michael Ford wird in eine Verschwörung hineingezogen, lernt, ein seltsames Augen-Gerät zu benutzen, und kämpft in Washington D.C. gegen Außerirdische. Es ist ein Spiel über Vertrauen, Verrat und ein riesiges portalartiges Objekt namens Conduit. Es ist auch ein Spiel, das auf einer Konsole gut aussehen will, die nicht für diese Art von Spektakel gebaut wurde.
High Voltage Software entwickelte The Conduit mit ihrer eigenen Quantum3-Engine, einem Werkzeug, das für die Wii entwickelt wurde und Bump Mapping, Reflexionen und Glanz-Effekte verarbeiten konnte. Das Ziel war einfach: ein Spiel zu machen, das so gut aussah wie Shooter auf der PS3 und Xbox 360. Dieser Ehrgeiz zeigt sich in fast jedem Bild.
Washington D.C. unter Beschuss
Die Geschichte beginnt damit, dass Ford in einem eingestürzten Metro-Tunnel erwacht und sich durch Versorgungskorridore zu einem massiven Conduit kämpft, der in das Atrium einer Station eingelassen ist. Dann springt das Spiel fünf Tage zurück, um zu erklären, wie er dorthin gelangte. Ford ist ein Secret-Service-Agent, der Präsident Charles Thompson bei einem Attentat rettet, und diese Tat bringt ihn auf den Radar der Trust, einer Schattenregierungsorganisation unter der Führung von John Adams.
Adams schickt Ford nach Washington, um einen gestohlenen Trust-Prototyp von dem Terroristen Prometheus zurückzuholen. Die Operation am Reagan National Airport geht schief, und Ford kämpft sich durch das Terminal, bis ein verwundeter Wissenschaftler versucht, den Zug zu zerstören. Ford überlebt die Explosion, nimmt den Prototyp All-Seeing Eye an sich, und dann verrät Adams ihn, indem er dem Präsidenten sagt, Ford sei gegen die erste Welle der Drudge-Invasion gefallen.
Prometheus bietet Ford einen Ausweg. Das Spiel endet damit, dass Ford in der Nähe des beschädigten Jefferson Memorial auftaucht, eine Drudge-Streitmacht ausschaltet und zur Sicherheit ausgeflogen wird. Es ist eine Wendung, die eine Fortsetzung vorbereitet, die das Spiel nie erhielt.
The All-Seeing Eye
Das Eye ist das Schlüsselgerät in The Conduit. Es entdeckt versteckte Fallen und Feinde, enthüllt geheime Türen und Plattformen und hilft Ford, durch die Level voranzukommen. Die Spieler können die Größe des Begrenzungsrahmens, die Kamerageschwindigkeit und die Cursor-Empfindlichkeit in Echtzeit anpassen, ohne den Anpassungsbildschirm zu verlassen. Das Spiel ermöglicht es auch, das Steuerungslayout zu ändern, sodass jede Aktion einer beliebigen Taste oder Bewegung auf der Wii-Fernbedienung zugeordnet werden kann.
Diese Flexibilität ist eine echte Stärke. Die Schusssteuerung wurde von Metroid Prime 3: Corruption und Medal of Honor: Heroes 2 inspiriert, Spielen, die beide gut aufgenommene Wii-Steuerungsschemata hatten. Das HUD ist ebenfalls vollständig anpassbar, sodass Spieler Elemente nach Belieben verschieben oder entfernen können.
Der Mehrspielermodus unterstützt bis zu 12 Spieler, mit Modi wie Free for All und Team Reaper sowie Voice-Chat-Funktion.
Eine Stadt im Chaos
Die Handlung spielt in der nahen Zukunft, und Washington D.C. zerfällt. Eine mysteriöse grippeähnliche Krankheit namens „the Bug“ hat sich über lokale Wasserquellen ausgebreitet und hochgesicherte Orte unterbesetzt zurückgelassen. Ein Terroranschlag zerstört einen Teil des Washington Monument, und Monate später wird eine Senatorin von einer Zelle ermordet, die sich als ihr Stab ausgibt. Dann folgt der Attentatsversuch auf den Präsidenten, ausgeführt von seinem eigenen Secret-Service-Detail.
Diese Ereignisse bilden die Bühne für die Drudge-Invasion. Die Aliens nutzen die Conduits, um ihre Streitkräfte durch die Stadt zu entsenden. Ford kämpft sowohl gegen die Drudge als auch gegen Menschen unter deren Kontrolle und versucht, die Drahtzieher hinter dem Angriff zu finden.
Verrat und Vertrauen
Das Spiel ist um die Idee des Vertrauens herum aufgebaut. Ford tritt dem Trust bei, arbeitet mit Prometheus zusammen und wird von Adams verraten. Die Wendung am Ende der Einzelspieler-Kampagne ist, dass Adams der Hauptschurke ist und Prometheus zum Verbündeten wird, der Ford einen Ausweg bietet.
Es ist ein solides Setup, auch wenn die Umsetzung dünn ist. Die Synchronisation hilft, es zu verkaufen. Mark Sheppard spricht Ford, W. Morgan Sheppard spricht Adams und Kevin Sorbo spricht Prometheus. Das Drehbuch stützt sich auf Exposition, um die Handlung zu erklären, aber die Kernidee des Verrats hält stand.
The Conduit ist keine tiefgründige Geschichte. Es ist ein Spiel über einen Mann, der einer Verschwörung nachjagt, eine Waffe findet und gegen Aliens kämpft. Die Wendung am Ende ist clever, doch das Spiel verbringt den größten Teil seiner Laufzeit in der Mitte der Geschichte, nicht an ihren Rändern.
Das Urteil
The Conduit ist ein technisch beeindruckendes Spiel, das seinen Ambitionen nicht ganz gerecht wird. Die Quantum3-Engine liefert für die Wii atemberaubende Grafik, und die Schusssteuerung ist komfortabel und flexibel. Die Anpassungsoptionen sind großzügig und lassen die Spieler nahezu jeden Aspekt des Spielgefühls individuell gestalten.
Doch die Kampagne ist linear und repetitiv. Die mit dem All-Seeing Eye gelösten Rätsel sind oft einfach, und die Gegnervielfalt ist begrenzt. Der Mehrspielermodus ist ordentlich, aber er ist nicht der Schwerpunkt des Spiels.
Das Spiel genießt man am besten für das, was es ist: ein Shooter mit einer guten Engine und einer ordentlichen Wendung. Es ist kein Meisterwerk, aber ein solider Beitrag zum Genre für die Wii.
Wichtige Fakten – Entwickler: High Voltage Software – Publisher: Sega, High Voltage Software – Plattformen: Wii, Android – Veröffentlichung: 23. Juni 2009 (Nordamerika), 10. Juli 2009 (Europa), 16. Juli 2009 (Australien) – Engine: Quantum3 – Besetzung: Mark Sheppard (Ford), W. Morgan Sheppard (Adams), Kevin Sorbo (Prometheus)
The Conduit ist ein Spiel, das man wegen seiner technischen Leistung und seiner Wendung spielen sollte. Es ist kein Spiel, das man wegen seiner Tiefe in Erinnerung behalten wird. Die Endwertung ist 7 von 10.
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