„The Artist“ ist eine Liebesgeschichte über einen Mann, der seine Welt verliert, und eine Frau, die ihre aufbaut. Es ist auch eine technische Meisterleistung, die vollständig ohne Sprache auskommt und funktioniert, weil die Schauspieler genau wissen, was sie tun. Jean Dujardin spielt George Valentin, einen Stummfilmstar, dessen Ruhm auf Charme und Witz basiert, und Bérénice Bejo spielt Peppy Miller, eine Tänzerin, die ihm ins Auge fällt und seine Karriere beeinflusst. Gemeinsam tragen sie ein Jahrzehnt Hollywood-Geschichte über 100 Minuten, und sie sprechen dabei kein einziges Wort.
Trailer, über Roadshow Entertainment.
Der stille Rahmen
Hazanavicius baut den Film um die Ankunft der Tonfilme herum auf, und der Einsatz fühlt sich real an. Valentin hält zunächst Sound für einen vorübergehenden Trend, und besteht darauf, dass es sich um eine vorbeigehende Mode handelt. Diese Weigerung kostet ihn alles. Das zentrale Trick des Films ist einfach: Er tut so, als wäre er ein stummer Film aus dem Jahr 1927, und gelingt es dabei weitgehend. Die Musik schwillt an, die Gesichter registrieren, und das Publikum versteht ohne eine Zeile Dialog. Es ist ein Trick, aber ein großzügiger. Der Film vertraut dem Publikum, dass es ein Lächeln oder eine Achselzuckung liest, und verlangt selten mehr.
Peppys Aufstieg
Peppy ist der Motor der Geschichte. Sie geht zu Vorsprechen, tanzt, fällt auf und steigt schnell auf. Valentin bemerkt sie frühzeitig und fördert sie, auch wenn der Studioboss widerspricht. Ihr Aufstieg ist die Kehrseite von Valentins Fall. Sie ist die Zukunft, und er ist die Vergangenheit, und der Film verfolgt beide Trajektorien mit gleicher Sorgfalt. Bejo spielt Peppy mit Wärme und Ehrgeiz, und sie verkauft den Übergang von einer stillen Tänzerin zu einem selbstbewussten Star, ohne jemals ihre Stimme zu erheben.
Valentins Niedergang
Valentin verliert sein Studio, seine Frau und sein Vermögen im raschen Wechsel. Er zieht in eine kleine Wohnung mit seinem Gehilfen, Clifton, und seinem Hund, und verbringt seine letzten Stunden damit, seinen Besitz zu verkaufen. Das Ende des Films ist düster für ihn, zärtlich für sie. Es ist ein fairer Tausch, und es fühlt sich verdient an. Dujardins Leistung stützt den gesamten Film. Er spielt Valentin mit einer Leichtigkeit, die das Gewicht darunter verbirgt, und wenn das Gewicht ans Licht kommt, ist der Effekt verheerend.
Die Traumsequenz
Es gibt eine Traumsequenz, in der Valentin Geräusche hört, aber nicht sprechen kann. Es ist ein ruhiger Moment, aber es ist die klarste Aussage der Filmthese. Der Ton kommt, und Stille kann nicht antworten. Die Sequenz ist kurz, aber sie zündet. Sie sagt dem Publikum genau, was mit Valentin geschieht, und das ohne eine einzige gesprochene Zeile.
Die Auszeichnungen
Der Film war für zehn Academy Awards nominiert und gewann fünf. Dujardin gewann die Auszeichnung als Bester Hauptdarsteller und wurde damit der erste französische Schauspieler, der diese Kategorie gewann. Hazanavicius gewann die Auszeichnung als Bester Regisseur. Der Film selbst gewann den Preis als Bester Film, was den ersten Film außerhalb der USA und Großbritanniens war, der diesen Preis gewann. Er war außerdem der erste hauptsächlich stumme Film, der seit „Wings“ von 1927 gewonnen wurde, und der erste Film im 4:3-Seitenverhältnis, der seit „Von hier bis Eternity“ von 1953 gewonnen wurde.
Das Urteil
„The Artist“ ist ein selbstbewusster, intelligenter Film, der genau weiß, was er tun will. Er ist weder ein Museumsstück noch eine Parodie. Er ist ein aufrichtiges Liebesbrief an eine verlorene Ära, erzählt mit Witz und Traurigkeit in gleichem Maße. Die Schauspieler sind hervorragend, die Regie ist souverän, und die Idee wird perfekt umgesetzt. Es ist ein Film, der seinen Ehrgeiz verdient hat.
Wesentliche Fakten
- Laufzeit: 100 Minuten
- Regie: Michel Hazanavicius
- Drehbuch: Michel Hazanavicius
- Nominiert für zehn Academy Awards, gewann fünf
- Gewann Bester Film, Bester Regisseur, Bester Hauptdarsteller
- Erster Film außerhalb der USA und Großbritanniens, der den Preis als Bester Film gewann
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