Don’t Breathe 2 kommt mit einer einfachen Mission: den blinden Mann aus seiner Hütte zu holen und ihn in einen Kampf zu führen, den er nicht gewinnen kann. Die Fortsetzung aus dem Jahr 2021 tauscht die enge, klaustrophobische Atmosphäre des ersten Films gegen eine größere Leinwand – ein Vororthaus in Detroit, eine Gang von Kriminellen, eine Entführung – und das Ergebnis ist ein Film, der größer, aber weniger präzise wirkt. Es ist ein kompetenter, manchmal spannender Teil einer Reihe, die genau weiß, was sie tun will. Es gelingt ihr nur nicht immer, das zu erreichen, was sie beabsichtigt.
Der Film spielt acht Jahre nach den Ereignissen von Don’t Breathe (2016). Norman Nordstrom, der blinde Navy SEAL-Veteran, gespielt von Stephen Lang, lebt nun mit seiner 11-jährigen Tochter Phoenix und ihrem Rottweiler Shadow in einem Vorort von Detroit. Er erzählt Phoenix, dass ihre leibliche Mutter bei einem Brand in ihrem alten Haus gestorben sei. Der Aufbau ist vertrautes Terrain für eine Reihe, die auf Vätern basiert, die ihre Töchter beschützen, aber die Umsetzung legt hier stärker auf Spektakel als auf Spannung Wert.
Trailer, via Sony Pictures Entertainment.
Norman Nordstrom und Phoenix
Lang ist der Motor, der den Film vorantreibt. Seine Darstellung von Norman Nordstrom ist eine Meisterklasse im körperlichen Schauspiel. Er verkörpert jeden Schritt, jede Zögerlichkeit, jeden Schlag seines Stocks mit einer Präsenz, die dem Publikum glauben lässt, er könne einen Raum voller bewaffneter Männer bezwingen. Die Blindheit des Charakters ist hier kein Trick; sie ist eine ständige Präsenz, die prägt, wie er sich in der Welt bewegt und wie er kämpft.
Phoenix, gespielt von Madelyn Grace, ist der emotionale Anker. Der Film verbringt viel Zeit damit, ihre Verbindung zu Norman zu etablieren, und zeigt, wie er sie bewusstlos in den Trümmern ihres brennenden Hauses fand und sie als Ersatz für seine eigene tote Tochter aufnahm. Grace spielt die Angst und die Entschlossenheit mit einer natürlichen Leichtigkeit, die die Einsätze der Geschichte verankert. Die Dynamik zwischen den beiden ist das beste Element des Films, und es ist das, was dem Handlungsbedarf nach Action zum Opfer fällt.
Raylan und die Entführung
Brendan Sexton III spielt Raylan, einen Gangsterboss und Phoenix’ biologischen Vater. Er entführt Phoenix, um ihr Herz für seine gelähmte Frau Josephine zu bekommen. Die Enthüllung, dass Raylan ihr Vater ist, kommt frühzeitig, wenn er ihr den weißen Haarstrich zeigt, den er mit ihr teilt. Es ist ein Moment, der Gewicht haben sollte, aber der Film eilt an ihm vorbei, um zur Verfolgungsjagd zu gelangen.
Raylans Plan ist einfach: Phoenix entführen, ihr Herz nehmen, seine Frau retten. Das Problem ist, dass der Film Raylan nicht genug Persönlichkeit verleiht, um diese Bedrohung wirklich zu fühlen. Sexton III ist fähig, aber das Drehbuch behandelt ihn als Funktion der Handlung und nicht als einen Charakter mit eigener Geschichte und Hunger. Die Enthüllung, dass Phoenix’ Haus nach einer Meth-Lab-Explosion im Keller niederbrannte, soll Tiefe hinzufügen, liest sich aber eher wie eine Exposition als eine Einsicht.
Die Gang und die Flucht
Adam Young spielt Jim-Bob, Raylans Hauptschläger, während Bobby Schofield Jared spielt, Jim-Bobs Bruder, und Rocci Williams Duke. Diese drei bilden den Großteil der kriminellen Kräfte, die Norman und Phoenix verfolgen. Der Film führt Raul ein, einen von Raylans Handlangern, der sich schließlich Norman anschließt, nachdem er Raylans wahre Motive erkannt hat. Zagia ist der einzige andere Schauspieler, der seine Rolle aus dem ersten Film wieder aufnimmt, was für Fans der Originalverfilmung einen kleinen Faden der Kontinuität schafft.
Die Taktiken der Gang sind brutal. Sie ermorden Hernandez, Normans Freundin und ehemalige US-Army-Rangerin, indem sie sie mit einem Hammer zu Tode schlagen. Sie locken Shadow weg und töten ihn außerhalb des Bildschirms. Als Norman nach Shadow draußen geht, bricht die Gang ein, um Phoenix zu entführen. Der folgende Kampf ist chaotisch, wobei Raylan Phoenix sagt, dass er ihr richtiger Vater ist, und den gemeinsamen weißen Haarstrich zeigt, um es zu bestätigen.
Der größte Fehler des Films liegt in der Behandlung der Entführung. Der Plan der Gang ist einfach: einbrechen, Phoenix schnappen, rausgehen. Aber der Film verbringt zu viel Zeit mit der Vorbereitung – Hernandez bringt Phoenix zum alten Haus, die Gang verfolgt ihren Van, die Straße wird mit Vans blockiert – und zu wenig Zeit mit der eigentlichen Konfrontation. Das Ergebnis ist eine Sequenz, die an Schwung verliert, gerade als sie sich eigentlich ihrem Höhepunkt nähern sollte.
Die Herzoperation und der Chirurg
Steffan Rhodri spielt Dr. Thomas Hanniman, den Chirurgen, der an der Operation arbeitet, um Phoenix’ Herz für Josephine zu entfernen. Der Film führt Josephine ein, Phoenix’ gelähmte biologische Mutter und Raylans Frau, gespielt von Fiona O’Shaughnessy. Die Operation ist das Rückgrat der Handlung, aber der Film behandelt sie eher wie ein Ziel als wie eine Reise. Die Verfolgung zum Krankenhaus ist der Punkt, an dem der Film seine Energie findet; die Folgen, sobald Phoenix mit Chloroform betäubt ist und Norman zurückbleibt, sind der Punkt, an dem er den Fokus verliert.
Im Film sind außerdem Stephanie Arcila als Hernandez und Diaana Babnicova als Billie zu sehen. Diese Nebenrollen sind dünn, existieren hauptsächlich, um die Handlung voranzutreiben, anstatt die Welt um Norman und Phoenix herum auszugestalten. Die Abhängigkeit des Films von Klischeetypen – der loyale Freund, der skrupellose Gangster, der verzweifelte Vater – ist ein Symptom für ein größeres Problem: das Drehbuch ist mehr daran interessiert, Spannung zu liefern als Charaktere zu entwickeln.
Die Handlung und das Tempo
Der Film wurde in Belgrad, Serbien, gedreht, wobei die Hauptdreharbeiten im August 2020 begannen und im Oktober abgeschlossen wurden. Dieses internationale Setting verleiht dem Film ein unverwechselbares Aussehen, mit weiten Straßen und hohen Gebäuden, die im Kontrast zu der isolierten Hütte des ersten Films stehen. Die Ortsveränderung ist spürbar und funktioniert bis zu einem gewissen Grad. Das Vorort-Detroit-Haus, in dem Norman lebt, ist ein offenerer Raum als das Haus im Original, was Norman zwingt, seine Sinne auf neue Weise einzusetzen.
Das Tempo ist das größte Problem des Films. Bei 98 Minuten Laufzeit ist er schlank, aber fühlt sich stellenweise gehetzt und stellenweise langsam an. Der Mittelteil, in dem Norman und Phoenix auf der Flucht sind, zieht sich in die Länge, weil der Film immer wieder zu Raylans Gang ausschneidet, was die Dringlichkeit der Verfolgung verwässert. Der letzte Akt beschleunigt sich wieder, aber bis dahin hat das Publikum einen Teil seines Interesses am Ausgang verloren.
Die Kritik
Don’t Breathe 2 erhielt gemischte Kritiken von Kritikern. Der Film spielte weltweit über 53 Millionen Dollar ein, was eine solide Leistung für einen Horrorsequel darstellt. Die Kritik war geteilt, wobei einige Medien die Action und die Leistungen lobten, während andere die Handlungslöcher und das Scheitern des Films kritisierten, den Originalfilm zu übertreffen.
Der Satz „Schlechte Dinge passieren schlechten Menschen“ fasst die moralische Haltung des Films zusammen. Der blinde Mann ist ein guter Mensch, der entsetzliche Dinge tut, um seine Tochter zu schützen, und der Film bittet das Publikum, ihm die Daumen zu drücken, selbst wenn seine Methoden extrem sind. Diese moralische Komplexität ist im genetischen Code der Reihe vorhanden, und es ist das Eine, das Don’t Breathe 2 erfolgreich vom ersten Film übernimmt.
Vergleich der beiden Filme
| Don’t Breathe (2016) | Don’t Breathe 2 (2021) | |
|---|---|---|
| Schauplatz | Abgelegene Hütte | Vororthaus in Detroit |
| Fokus | Norman, der sein Zuhause verteidigt | Norman, der seine Tochter auf der Flucht beschützt |
| Ton | Eng, klaustrophobisch | Breiter, kinetischer ( |
| Bestes Element ( | Normans Kampffähigkeiten ( | Normans und Phoenix’s Bindung ( |
| Größte Schwäche ( | Dünner Nebencast ( | Gehetztes Tempo ( |
Die Tabelle macht den Vergleich deutlich. Der erste Film war ein straffer, kontrollierter Thriller, der sich seinen Ruf verdient hat. Don’t Breathe 2 versucht, diesen Rahmen zu erweitern, aber es dünnt das Material dadurch aus. Der Nachfolger ist besser als durchschnittlich, aber nicht von der gleichen Qualität wie sein Vorgänger. (
Das endgültige Urteil (
Don’t Breathe 2 ist eine kompetente, gelegentlich spannende Fortsetzung, die jedoch nicht die Präzision des Originals erreicht. Es ist ein Film über einen Vater, der seine Tochter beschützt, und erfasst diese Kernbeziehung richtig. Aber die Handlung ist gehetzt, die Bösewichte sind unvollständig ausgearbeitet und das Tempo ist ungleichmäßig. Es ist ein sehenswerter Film, aber kein großer Film. (
Die Stärken des Films sind leicht zu identifizieren: (
- Langs Darstellung als Norman Nordstrom (
- Graces Darstellung von Phoenix
- Die Verbindung zwischen Vater und Tochter
- Die kinetische Action-Sequenzen
- Der Übergang von der Hütte zum Vororthaus
Seine Schwächen sind ebenso klar:
- Unterentwickelte Bösewichte
- Langsame Mittelabschnitte
- Ein gehetztes finales Akt
- Dünne Nebenfiguren
Don’t Breathe 2 ist eine Fortsetzung, die versteht, was den ersten Film erfolgreich machte, aber Schwierigkeiten hat, seine Intensität zu replizieren. Es ist ein guter Film, aber kein großer, und er wird wahrscheinlich Fans der Reihe zufriedenstellen, während Neulinge sich fragen, warum sie sich darum kümmern sollten. Der Film ist ein solider Beitrag zur Reihe, aber nicht der Höhepunkt.
Der Soundtrack spiegelt dieses Gleichgewicht wider: 4,6 von 10.
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